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Hochwasserrisiko- und Überschwemmungsgebiete

Überschwemmung der Ilm
Überschwemmung der Ilm, Autor: TLUBN
Überschwemmung der Ilm
Überschwemmung der Ilm, Autor: TLUBN
Überschwemmung einer Straße
Überschwemmung einer Straße, Autor: TLUBN
Überschwemmtes Gebiet
Überschwemmtes Gebiet, Autor: TLUBN
Hochwasseraufnahme
Hochwasseraufnahme, Autor: TLUBN
Luftaufnahme überschwemmter Gebäude
Luftaufnahme überschwemmter Gebäude

Hochwasserrisikogebiete

Im Rahmen einer Voruntersuchung (vorläufige Risikobewertung) wurde für die Gewässer Thüringens gemäß § 73 Wasserhaushaltsgesetz das Hochwasserrisiko bewertet. Die Gewässerabschnitte, für die bei Hochwasser von größeren Risiken auszugehen ist, definierte man danach als Gebiete mit signifi­kantem Hochwasserrisiko (Risikogebiet).

Das Hochwasserrisiko ergibt sich dabei aus der Kombination der Wahrscheinlichkeit des Eintritts ei­nes Hochwasserereignisses mit den möglichen Schäden für Mensch, Umwelt, Kultur und Wirtschaft (Schadenspotential).

Für diese sind Gefahrenkarten und Risikokarten zu erstellen.

  • Hochwassergefahrenkarten informieren darüber, welche Flächen vom Hochwasser bestimmter Ein­trittswahrscheinlichkeit betroffen sein können und welche Wassertiefen sich dort ggf. einstellen.

  • Hochwasserrisikokarten weisen neben der Ausdehnung der zu erwartenden Überschwemmungen zusätzlich auch die Flächennutzungen und somit das Schadenspotential aus.

Hochwassergefahren- und -risikokarten sind von den durch Rechtsverordnung festgesetzten Überschwemmungsgebietskarten zu unterscheiden.

Die Hochwassergefahren- und Risikokarten stellen Risikogebiete für verschiedene Hochwasserszenarien dar. Unter anderem wird dabei auch das Risikogebiet bei einem extremen Hochwasserereignis, welches statistisch gesehen nur alle 200 Jahre zu erwarten ist (HQ200), dargestellt. Dieses erstreckt sich über den Umfang des am selben Gewässerabschnitt festgesetzten oder vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiets hinaus, da letzteres auf Grundlage eines Hochwasserereignisses festgestellt wird, welches statistisch gesehen alle 100 Jahre zu erwarten ist (HQ100).

Begriff und Zweck:

Im Rahmen einer Voruntersuchung (vorläufige Risikobewertung) wurde für die Gewässer Thüringens gemäß § 73 Wasserhaushaltsgesetz das Hochwasserrisiko bewertet. Die Gewässerabschnitte, für die bei Hochwasser von größeren Risiken auszugehen ist, definierte man danach als Gebiete mit signifi­kantem Hochwasserrisiko (Risikogebiet).

Das Hochwasserrisiko ergibt sich dabei aus der Kombination der Wahrscheinlichkeit des Eintritts ei­nes Hochwasserereignisses mit den möglichen Schäden für Mensch, Umwelt, Kultur und Wirtschaft (Schadenspotential).

Für diese sind Gefahrenkarten und Risikokarten zu erstellen.

  • Hochwassergefahrenkarten informieren darüber, welche Flächen vom Hochwasser bestimmter Ein­trittswahrscheinlichkeit betroffen sein können und welche Wassertiefen sich dort ggf. einstellen.

  • Hochwasserrisikokarten weisen neben der Ausdehnung der zu erwartenden Überschwemmungen zusätzlich auch die Flächennutzungen und somit das Schadenspotential aus.

Hochwassergefahren- und -risikokarten

Die Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten wurden für die Gewässer erstellt, die im Rahmen einer Voruntersuchung (vorläufige Risikobewertung) als Gewässer identifiziert wurden, für die bei Hochwasser von größeren Risiken auszugehen ist (Risikogebiete).

Hochwassergefahrenkarten informieren darüber, welche Flächen von Hochwasser betroffen sein können und welche Wassertiefen dort erreicht würden. Hochwasserrisikokarten weisen neben der Ausdehnung der zu erwartenden Überschwemmungen zusätzlich auch die Flächennutzungen aus. Hieraus lässt sich eine unmittelbare Betroffenheit ableiten.

Für jedes Risikogebiet werden Gefahren- und Risikokarten erstellt. Diese wiederum werden für jeweils drei verschiedene Hochwasserszenarien ermittelt:

1. Hochwasser mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit (HQ 20)
2. Hochwasser mit einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit (HQ 100)
3. Hochwasser mit einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit (HQextrem, HQ 200)

Kartendienst

Der Einstieg zum Kartendienst kann auf zwei unterschiedlichen Wegen erfolgen: Über die Tabelle kann ein Fluss und die entsprechende Gefahren- oder Risikokarte ausgewählt werden. Alternativ dazu ist der Einstieg über die Startseite des Kartendienstes und den Themenbaum möglich.

 
Kartenauswahl über Tabelle
        
Startseite
des Kartendienstes


Bitte beachten Sie auch die Bedienhinweise zum Kartendienst sowie die Informationen im Geoportal der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG).

Überschwemmungsgebiete

Nach dem Gesetz geltende Überschwemmungsgebiete sind Gebiete zwischen oberirdi­schen Gewässern und Deichen oder Hoch­ufern. Für sonstige Gebiete, die bei Hochwasser überschwemmt oder durchflossen oder die für die Hoch­wasserentlastung oder Rückhaltung beansprucht werden, sind die Über­schwemmungsgebiete mit einer Rechtsverordnung festzusetzen.

Dabei sind mindestens die Flächen als Überschwemmungsgebiet auszuweisen, die bei einem Hoch­wasserereignis, das statistisch einmal in hundert Jahren zu erwarten ist, überschwemmt werden.

Die Festsetzung der Überschwemmungsgebiete ist ein Bereich der Flächenvorsorge, der wiederum der wichtigste Bestandteil des vorbeugenden Hochwasserschutzes ist. Die Bevölkerung wird für das Thema Hochwasser sensibilisiert und über die konkrete Gefahr an einem Gewässer informiert. Für die Landes-, Regional- und Bauleitplanung sind die festgesetzten Überschwemmungsgebiete wichtige Grundlagen für eine sinnvolle Festlegung der Flächennutzungen.

Überschwemmungsgebiete dienen der Vermeidung und Verminderung von Schäden durch Hochwasser, der Verbesserung der ökologischen Struktur der Gewässer sowie dem schadlosen Abfließen des Hochwassers. Hierfür stellen sie die dafür erforderli­chen Retentions- oder Rückhalteräume sowie Flächen für den Hochwasserabfluss zur Verfügung.

Innerhalb der rechtlich gesicherten Überschwemmungsgebiete wird als vorbeugende Hochwasserschutzmaßnahme das Wirken der Menschen ein­ge­schränkt.

Betroffene, die in Über­schwemmungsgebieten wohnen, sollten sich der Gefahr, die von Hochwasser ausgeht, stets bewusst sein. Es ist keine Hochwasserschutzmaß­nahme denkbar, durch die dieses Risiko vollständig ausgeschaltet werden kann. In­sofern ist jeder Bürger, der durch Hochwasser be­troffen sein kann, im Rahmen des ihm Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, selbst geeig­nete Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Auch außerhalb der geltenden Überschwemmungsgebiete gibt es Flächen, die einem signifi­kanten Hochwasserrisiko unterliegen. Auch hier sind zum eigenen Schutz die Vorgaben des WHG zu beachten.

Rechtskräftige Überschwemmungsgebiete
Rechtskräftige Überschwemmungsgebiete

Unterschiede zwischen Hochwassergefahren-/-risikokarten und Überschwemmungsgebietskarten

Hochwassergefahren-/-risikokarten

  • stellen Risikogebiete für verschiedene Hochwasserszenarien dar.

Es werden die Risikogebiete für Hoch­wasserereig­nisse mit niedriger Wahr­scheinlichkeit, extreme Hochwasserer­eignisse, welche statistisch gesehen nur alle 200 Jahre zu erwarten sind (HQ200), Hochwasserereignisse mit mittlerer Wahr­scheinlichkeit (HQ100) und mit hoher Wahrscheinlichkeit (HQ20), dargestellt.

Rechtswirkung:

  • Karten besitzen einen überwie­gend informeller Charakter; sie geben Auskunft über die mögliche Betrof­fenheit eines Gebietes in verschiedenen Hoch­wasserszenarien; sie sind deshalb bedeu­tend für Hochwasservorsorge, Ge­fahren­abwehr und Katastrophenschutz, aber auch für die Bürge­rinnen und Bürger, Ge­werbe und Industrie, die zum Beispiel er­kennen können, ob ein hochwasseran­ge­passtes Bauen für ihr Grundstück er­for­derlich ist.
  • Eine unmittelbare Rechtswirkung besteht lediglich in Bezug auf Heizölverbrauchs­anlagen.  In den Bereichen der Risikogebiete, wel­che außerhalb der festgesetzten oder vor­läu­fig gesicherten Überschwemmungsge­biete liegen, ist gemäß § 78c des Wasser­haus­haltsgesetzes die Errichtung neuer Heizölverbraucheranlagen verboten, wenn an­dere weniger wassergefährdende Energieträger zu wirtschaftlich vertretba­ren Kosten zur Verfügung stehen oder die Anlage nicht hochwassersicher errichtet werden kann; den Nachweis hierüber hat der Anlagenverantwortliche zu erbringen. Hierzu muss er die geplante Errichtung so ei­ner Anlage spätestens sechs Wo­chen vor Errich­tung mit vollständigen Un­terlagen der zuständigen unteren Was­ser­behörde anzei­gen. Inner­halb einer Frist von vier Wochen nach Eingang der voll­ständigen Anzeige kann die Behörde die Errichtung untersagen oder Anforde­run­gen an die hochwasser­sichere Er­rich­tung festsetzen. Tut sie dies nicht, kann die An­lage wie geplant errich­tet werden.

Für Heizölverbraucheranlagen, die zum Zeitpunkt 5. Januar 2018 bereits vorhan­den waren, gilt darüber hinaus die gesetz­liche Verpflichtung, diese bis zum 5. Ja­nuar 2033 nach den allgemein anerkann­ten Regeln der Technik hochwassersicher nach­zurüs­ten, soweit dies wirtschaftlich vertretbar ist.

 

  • Die Karten werden nach der Erstellung ohne ein Verfahren veröffentlicht.

Überschwemmungsgebietskarten

  • stellen das geltenden Überschwem­mungs­gebie­tes auf Grundlage eines Hoch­wasser­ereig­nis­ses, welches statistisch ge­sehen alle 100 Jahre zu erwarten ist (HQ100), dar.

 

 

 

Rechtswirkung:

  • Karten besitzen eine unmit­telbare Rechtswirkung gegen­über jeder­mann (z.B. §§ 78 ff. Wasserhaushaltsge­setz), um den vorbeugenden Hochwasser­schutz si­cherzustel­len. Dies sind insbeson­dere Pla­nungs- und Baueinschränkungen die eine weitere An­häufung von Sachwerten und die Gefährdung der menschlichen Ge­sundheit in über­schwemmungsgefährdeten Berei­chen verhindern soll.
  • Im Gegensatz dazu ist innerhalb der festge­setzten oder vorläufig gesicherten Über­schwemmungsgebiete die Errichtung neuer Heizölverbraucheranlagen grundsätzlich verboten. Sofern beabsichtigt wird, dennoch eine derartige Anlage errichten zu wol­len, ist hierfür eine Ausnahme von diesem Verbot bei der zuständigen unteren Was­serbe­hörde zu beantragen. Eine bloße Anzeige ist nicht ausreichend. Die Be­hörde kann die Er­richtung zulassen, wenn keine anderen we­niger wassergefährden­den Energieträger zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten zur Verfü­gung stehen und die Anlage hochwassersi­cher errichtet werden kann.

 

 

 

 

Ferner gelten in Überschwemmungsgebie­ten auch Regelungen für Heizölverbrau­cher­anla­gen, die zum Zeitpunkt 5. Januar 2018 bereits vorhanden waren. Diese An­lagen müssen in festgesetzten bzw. vorläufig gesi­cherten Über­schwemmungsgebie­ten bis zum 5. Januar 2023 hochwassersicher nach­gerüstet werden, unabhängig von der Wirt­schaftlichkeit.

 

  • Das Überschwemmungsgebiet wird ermittelt, dann in ei­nem Rechtsverordnungsverfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit festge­setzt. Im Rahmen dieses Rechtsverord­nungsverfahrens können sich nach Prüfung der von den Trägern öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit vorgebrachten Ein­wendun­gen und Hinweise Änderungen für das Hochwasserszenario HQ100 ergeben.
  • Eine Übertragung der Erkenntnisse in die veröffentlichten Hochwas­sergefahren- / -risi­kokarte bzw. deren rückwirkende Änderung findet nicht statt.
  • Das Überschwemmungsgebiet ist stets an neue Erkenntnisse, z.B. eine geänderte Hy-d­rologie oder Hochwasserschutzmaßnah­men am Gewässer, anzupassen. Ein Turnus hier­für ist nicht vorgegeben.

 

Es kann dementsprechend Unterschiede zwischen der Abgrenzung des hundertjährlichen Hoch­wasserfalls in einer Hochwassergefahren- und -risikokarte und der geltenden Über­schwemmungsgebietskarte für den gleichen Gewässerabschnitt geben.

Link zum Kartendienst

Ansicht der Überschwemmungsgebiete im Kartendienst starten
Darstellung der Überschwemmungsgebiete im Kartendienst

 

 

 

 

 

 

 

 

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