Talsperren

Talsperre Burgkhammer (Saale), Foto: TLUBN
Talsperre Burgkhammer (Saale), Foto: TLUBN

Talsperren gehören zu den Stauanlagen, deren Definitionen und Festlegungen in der DIN 19700 zu finden sind. Darin werden Stauanlagen in Talsperren, Hochwasserrückhaltebecken, Staustufen, Pumpspeicherbecken und Sedimentationsbecken unterschieden. Die DIN 19700 als komplexes Normenwerk (neu erschienen 2004) repräsentiert den aktuellen Stand der Technik auf dem Gebiet der Stauanlagen. Dabei spielen Sicherheitsbetrachtungen von Stauanlagen eine große Rolle, insbesondere für die Nachweise gegenüber Hochwasser (Hochwassersicherheit, Hochwasserschutz) auf Basis von Bemessungsgrößen. Durch den Gewässerkundlichen Landesdienst Thüringen (GLD) wurden wichtige Hinweise zur Ermittlung der hydrologischen Bemessungswerte mit Bezug zu den geltenden Normen und Richtlinien zusammengestellt.

Der größte Talsperrenbetreiber in Thüringen ist die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW). Sie bewirtschaftet und unterhält im Auftrag des Freistaates Thüringen den Großteil der vorhandenen Talsperren und Rückhaltebecken. Neben der Lieferung von Fernwasser, der direkten Rohwasserabgabe an Dritte, der Trinkwasseraufbereitung und der Erzeugung von Energie mit Wasserkraftanlagen erfüllt die TFW auch Aufgaben im Bereich des Hochwasserschutzes, der Abflussregulierung, des Naturschutzes und der Landschaftspflege.


Weiterführende Informationen

Talsperren in Thüringen
Talsperren in Thüringen

Gütebewirtschaftung

Talsperre Bleiloch (Saale), Foto: TLUBN
Talsperre Bleiloch (Saale), Foto: TLUBN

Eine Gütebewirtschaftung an den Talsperren dient dem Zweck der Bereitstellung von Trink- oder Brauchwasser in einer bestimmten Qualität. Die Qualitätsanforderungen werden vom Nutzungszweck bestimmt. Aus den chemischen und biologischen Messdaten wird der Zustand der Gewässer erhoben und es werden wenn nötig, Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserbeschaffenheit bzw. des Gewässerzustandes abgeleitet und durchgeführt. Für die Trinkwassertalsperren und eine große Anzahl von Brauchwassertalsperren liegt die Verantwortlichkeit für die Qualitätsüberwachung und Gütebewirtschaftung bei der Thüringer Fernwasserversorgung.

Für die Überwachung und Gütebewirtschaftung der Saaletalsperren ist das TLUBN verantwortlich. Regelmäßig überwacht werden nur die beiden großen Talsperren Bleiloch und Hohenwarte.
Weitere kleine Brauchwassertalsperren und sonstige stehende Gewässer werden nach Priorität und aktuellen fachlichen Fragestellungen untersucht.
Bisher bezogen sich die Untersuchungen der Gewässer vorrangig auf die Erhebung des Trophiezustandes, Aspekte des Sauerstoffhaushaltes und bei den Trinkwassertalsperren auf die Gewährleistung einer guten Rohwasserqualität, um mit möglichst geringem Aufbereitungsaufwand die Qualitätsanforderungen für Trinkwasser zu erfüllen.


Überwachung zur Qualität der Talsperren

In Thüringen gibt es 13 Talsperren mit einer Fläche > 50 ha, die aufgrund ihrer Größe nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie bewertungsrelevant sind.

Die Talsperren besitzen in der Regel ein stark landwirtschaftlich geprägtes Einzugsgebiet. Überwacht werden sie an der tiefsten Stelle im Stausee – zumeist vor der Staumauer gelegen. Eine Ausnahme sind die Saaletalsperren, sie bilden sogenannte "Rinnestauseen" und werden deswegen an mehreren Messstellen untersucht.

Wie die Fließgewässer werden auch die Talsperren anhand ihrer pflanzlichen und tierischen Bewohner bewertet. Die vorgefundenen Lebensgemeinschaften werden mit der natürlichen Referenz abgeglichen. Die Talsperren wurden hierfür in das System der Seentypisierung integriert. Unterschieden bzw. typisiert werden diese u.a. nach ihrem Calciumgehalt, dem Schichtungsverhalten und der Verweilzeit des Wassers in der Talsperre. Da zu hohe Nährstoffeinträge die Hauptbelastung bei Standgewässer darstellen, stehen Organismen, die auf die Nährstoffeinträge reagieren, im Vordergrund der Bewertung. In den Talsperren wird das Phytoplankton mit dem bundesweit gültigen Bewertungsverfahren PhytoSee bewertet.

Talsperre

Messstelle

Nutzungsform

LAWA See-Typ – Kurzbeschreibung

Bleiloch

Saaldorf

Hochwasserschutz, Energiegewinnung,  Niedrigwasseraufhöhung

Geschichtete TS mit großem Einzugsgebiet – Calcium reich (Typ 5)

Bleiloch

Piere

Bleiloch

Saalburg

Bleiloch

Staumauer

Hohenwarte

Linkenmühle

Hochwasserschutz, Energiegewinnung, Niedrigwasseraufhöhung

Geschichtete TS mit großem Einzugsgebiet – Calcium reich (Typ 5)

Hohenwarte

Alter

Hohenwarte

Staumauer

Hohenleuben

Stausee

Bewässerung, Naherholung, Niedrigwasseraufhöhung

Geschichtete TS mit großem Einzugsgebiet – Calcium reich (Typ 5)

Seebach

Stausee

Bewässerung, Niedrigwasseraufhöhung

Polymiktische TS des Tieflandes (bzw. der  Mittelgebirgsregion) mit großem Einzugsgebiet und  mittlere Tiefe > 3 m (Typ 11)

Dachwig

Stausee

Bewässerung, Vogelschutz

Polymiktische TS der Mittelgebirgsregion (bzw. des Tieflandes)mit großem Einzugsgebiet und  mittlere Tiefe < 3 m (Typ 6)

Heyda

Stausee

Niedrigwasseraufhöhung, Hochwasserschutz

Polymiktische TS der Mittelgebirgsregion mit kleinem Einzugsgebiet (Typ 6)

Ratscher

Stausee

Hochwasserschutz

Polymiktische TS der Mittelgebirgsregion mit großem Einzugsgebiet (Typ 6)

Schönbrunn

Stausee

Trinkwasser, Hochwasserschutz

Geschichtete TS mit kleinem Einzugsgebiet – Calcium-arm (Typ 9)

Weida

Stausee

Hochwasserschutz, Naherholung, Niedrigwasseraufhöhung

Geschichtete TS mit großem Einzugsgebiet – Calcium-reich (Typ 5)

Zeulenroda

Stausee

Geschichtete TS mit großem Einzugsgebiet – Calcium-reich (Typ 5)

Ohra

Stausee

Trinkwasser, Hochwasserschutz

Geschichtete TS mit großem Einzugsgebiet – Calcium-arm (Typ 8)

Schmalwasser

Stausee

Trinkwasser, Hochwasserschutz

Geschichtete TS mit kleinem Einzugsgebiet – Calcium-arm (Typ 9)

Leibis

Stausee

Trinkwasser, Hochwasserschutz

Geschichtete TS mit großem Einzugsgebiet – Calcium-arm (Typ 8)

 Talsperren in Thüringen > 50 ha mit Nutzungsform und Typzuweisung

Phytoplankton

Als Phytoplankton wird die Lebensgemeinschaft der frei in der Wassersäule umherschwebenden Algen bezeichnet. Bei hohen Nährstoffkonzentrationen kann es zum Massenwachstum einzelner Arten kommen, die sogar mit dem bloßen Auge erkennbar sein können. Der Abbau solcher Algenblüten kann zu einer Sauerstoffzehrung und zu Fischsterben im Gewässer führen. Anhand der Artengesellschaft und des Chlorophyllgehaltes, der ein Maß für die Biomasse des Phytoplankton darstellt, kann somit die Nährstoffbelastung in Stillgewässern angezeigt werden.

Plankter im mikroskopischen Bild
Ceratium hirundinella; Foto: S. Urban

Berichte und Bewertungen

Alle drei Jahre wird in den Thüringer Talsperren die Lebensgemeinschaft des Phytoplankton untersucht. Die Ergebnisse zeigen, in welchem ökologischen Zustand sich unsere Talsperren befinden. Die letzte große Talsperrenbewertung erfolgte 2015.

Bericht zur Talsperrensituation in Thüringen, Stand 2015

Auch 2018 erfolgte eine Bewertung der ökologischen Qualität der Talsperren. Das 2018 er Jahr war jedoch ungewöhnlich trocken, deswegen fiel die Bewertung teilweise anders aus als erwartet. Inwieweit die Ergebnisse des Jahres 2018 zur Einstufung der Qualität der Talsperren herangezogen werden, muss noch genauer evaluiert werden. Alle Bewertungsergebnisse der letzten Jahre, einschließlich des Jahres 2018, können unter folgendem Link heruntergeladen werden. Eine Erklärung der Einstufungen und Metric befindet sich im Bericht zur Talsperrensituation in Thüringen, Stand 2015.

Bewertung der Talsperren Thüringens 2009 bis 2018

Die Bleilochtalsperre ist die obere der beiden Saaletalsperren. Sie is stärker nährstoffbelastet als die unterhalb gelegene Hohenwarte Talsperre. Immer wieder kommt die Frage auf, ob sich die Wasserqualität der Bleilochtalsperre verbessern lassen könnte. Deswegen wurde 2015 eine Phosphorbilanzierung für die Bleilochtalsperre erstellt.

Phosphorbelastung der Bleilochtalsperre

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