Traktor auf Bundesstraße durch Wasserschutzgebiet
Verkehrszeichen mit Hinweis auf ein Wasserschutzgebiet, Aufn.: Marius Luhn / TLUBN

Wasser- und Heilquellenschutzgebiete

Wasserschutzgebiete

Ein jeder nutzt täglich Wasser zum Trinken, zur Zubereitung von Speisen, zur Körperpflege sowie für viele weitere Dinge des Alltags. Trinkwasser stellt damit als Ressource mit ganz besonderer Bedeutung einen unverzichtbaren Bestandteil menschlichen Daseins dar.

Das für die Trinkwasserversorgung genutzte Wasser wird im Freistaat Thüringen aus Oberflächenwasser (z. B. aus Trinkwassertalsperren) und dem Grundwasser (z. B. über Quellen oder Brunnen) gewonnen. Im Anschluss wird das gewonnene Rohwasser bei Erfordernis in Anlagen zu Trinkwasser aufbereitet bzw. desinfiziert. Um ein für die öffentliche Wasserversorgung genutztes Gewässer vor bakteriellen und chemischen Verunreinigungen sowie anderweitigen Gefahren zu schützen, können Wasserschutzgebiete festgesetzt werden, wenn es das Wohl der Allgemeinheit erfordert. Ein Wasserschutzgebiet dient immer der Ergänzung der überall gleichermaßen geltenden Regelungen des allgemeinen Gewässerschutzes aus dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und dem Thüringer Wassergesetz (ThürWG).

Wasserschutzgebiete werden bei ihrer Festsetzung in der Regel in die Schutzzonen I bis III unterteilt, in welchen jeweils unterschiedlich abgestufte und den Standortbedingungen angepasste Schutzanforderungen gelten.

In Thüringen gibt es derzeit rund 560 festgesetzte Wasserschutzgebiete mit rund 1400 genutzten Wassergewinnungsanlagen für Trink- oder Heilwasser. Darüber hinaus befinden sich weitere Wasserschutzgebiete  in Planung oder im Festsetzungsverfahren.

  • Bei einem Wasserschutzgebiet für das Grundwasser umfasst die Schutzzone I den direkten Fassungsbereich um die Wassergewinnungsanlage. In diesem Bereich muss jegliche Verunreinigung unterbleiben. Die Schutzzone I ist im Regelfall eingezäunt.

    In einem Wasserschutzgebiet für eine Trinkwassertalsperre umfasst die Schutzzone I den Stauraum mit Uferzone und soll den Schutz vor unmittelbaren Verunreinigungen und sonstigen Beeinträchtigungen des Talsperrenwassers gewährleisten. So ist u. a. das Baden in einer Trinkwassertalsperre verboten.

    Brunnenfassung
    Eingezäunter Fassungsbereich eines Brunnens, Aufn: Marius Luhn / TLUBN
  • Für ein zu schützendes Grundwasservorkommen wird die Schutzzone II in der Regel so festgelegt, dass die Fließzeit des Grundwassers vom äußersten Rand der Schutzzone bis zur Fassung mindestens 50 Tage beträgt. In diesem Zeitraum sterben bakterielle Verunreinigungen ab, sodass seuchenhygienische Gefahren durch den Eintrag von Krankheitserregern vermieden werden.

    Für Trinkwassertalsperren soll die Schutzzone den Schutz vor Verunreinigungen und sonstigen Beeinträchtigungen gewährleisten, die von verschiedenen menschlichen Tätigkeiten und Einrichtungen ausgehen und wegen ihrer Nähe zur Talsperre und zu deren Zuläufen besonders gefährlich sind.

  • In einem Wasserschutzgebiet für das Grundwasser wird die weitere Schutzzone, soweit erforderlich, bis zur Grenze des Einzugsgebietes der Wassergewinnungsanlage ausgedehnt und erfasst damit das gesamte zufließende Grundwasser. Die Schutzbestimmungen sollen vor allem chemische Beeinträchtigungen verhindern, denn diese können sich sehr langfristig auf die Wasserqualität auswirken.

    Bei Talsperren dient die Schutzzone III ebenfalls dem Schutz vor weitreichenden, insbesondere vor nicht oder nur schwer abbaubaren chemischen Verunreinigungen und soll außerdem eine mögliche Eutrophierung verhindern.

    Je nach Schutzgebietscharakteristik, Geländemorphologie oder hydrogeologischer Situation können die Schutzzonen II und III nochmals in Zonen IIA/IIB und/oder IIIA/IIIB unter­gliedert werden.

    Bei der Festlegung der Grenzen der oben genannten Schutzzonen sowie den hierin geltenden Schutzmaßnahmen werden insbesondere die naturräumliche und die geologische Situation im Einzugsgebiet einer Wassergewinnungsanlage berücksichtigt.

  • Übersichtskarte eines Wasserschutzgebietes für ein Grundwasserdargebot
  • Übersichtskarte eines Wasserschutzgebietes einer Trinkwassertalsperre

Heilquellenschutzgebiete

Aus einer Heilquelle wird natürliches Heilwasser gewonnen. Es ist auf Grund seiner chemischen und physikalisch-chemischen Beschaffenheit geeignet, der Vorbeugung, Linderung und Heilung von Krankheiten zu dienen. Zum Erhalt der Heilwirkung ist Heilwasser in seiner natürlichen Beschaffenheit nicht zu verändern und darf daher nicht aufbereitet werden. Es ist aus diesem Grund gegen Veränderungen besonders empfindlich und vorbeugend zu schützen.

Bei entsprechendem Schutzerfordernis können für staatlich anerkannte Heilquellen Heilquellenschutzgebiete festgesetzt werden.

Notwendig sind ein quantitativer und ein qualitativer Schutz. Der quantitative Schutz richtet sich gegen eine mengenmäßige Überbeanspruchung der Heilquelle und die damit unter Umständen verbundene, nicht vertretbare Schwankung der Inhaltsstoffe, die bis hin zu einer Veränderung des Heilquellentyps führen kann. Gegen hygienische oder andere qualitative Gefährdungen sollen die qualitativen Zonen schützen

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