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Slider-Oberflächengewässer

Oberflächengewässer

Thüringen hat ein dichtes Gewässernetz. Auch wenn durch Thüringen selbst keine großen Ströme wie die Elbe fließen, so sind die Thüringer Gewässer anteilig Bestandteil der drei Strom- bzw. Einzugsgebiete von Elbe, Weser und Rhein. Der größte Teil, ca. zwei Drittel der Landesfläche, ist dem Einzugsgebiet der Elbe zuzurechnen. Der westlichste Teil Thüringens speist das Stromgebiet der Weser. In Südthüringen geben eine Reihe kleinerer Fließgewässer ihr Wasser in das Maineinzugsgebiet ab und gehören somit zum Stromgebiet des Rheins. Am so genannten "Dreistromstein" bei Siegmundsburg treffen die drei Stromgebiete aneinander.

Entsprechend der Festlegungen im § 3 des Thüringer Wassergesetzes (ThürWG) werden die Gewässer mit Ausnahme des Grundwassers, des aus Quellen wild abfließenden Wassers und der Heilquellen nach ihrer wasserwirtschaftlichen Bedeutung in Gewässer erster und zweiter Ordnung unterteilt. Die Gewässer erster Ordnung sind im Anhang 1 des Gesetzes abschließend genannt.  Dazu gehören u. a. im Einzugsgebiet der Elbe die Flüsse Saale, Unstrut, Ilm, Weiße Elster und Pleiße, im Wesergebiet die Werra, Hörsel und Leine und im Rheingebiet die Steinach.

Wassermenge, quantitative Hydrologie

Eine zentrale Aufgabe des Hydrologischen Landesdienstes am TLUBN ist die Erfassung, Aufarbeitung und Bereitstellung von quantitativen hydrologischen Daten oberirdischer Fließgewässer sowie abgeleiteter statistischer Größen und Bemessungswerte.

Grundlage bildet ein flächendeckend betriebenes Pegelmessnetz, an dem landesweit kontinuierlich Wasserstände und die sich daraus ergebenden Durchflüsse registriert werden. Die erhobenen Messwerte fließen in vielfältige Auswertungen ein, so zum Beispiel in die jährlich erarbeiteten Pegelstatistiken (Statistik im Jahrbuchformat) und in die anhand vieljähriger Beobachtungsreihen erstellten hydrologischen Gewässerlängsschnitte mit Wahrscheinlichkeitsaussagen zu Hochwasserscheitelabflüssen sowie in das regelmäßige gewässerkundliche Berichtswesen.

Gewässergüte

Seit Inkrafttreten der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ab 2001 wird die Qualität unserer Oberflächengewässer anhand der Bewertungskategorien Biologie, Chemie und Hydromorphologie beurteilt. Zur Ermittlung des "Ökologischen Zustandes" werden an geeigneten Probenahmestellen bzw. Flussabschnitten die biologischen Komponenten untersucht. Zur Interpretation der Ergebnisse werden außerdem chemisch/physikalische Parameter und Ergebnisse der Gewässerstrukturkartierung herangezogen. Für die Einstufung des chemischen Zustandes werden europaweit 46 Schadstoffe untersucht.

Gewässerüberwachung

Der Zustand der Fließgewässer wird durch die Einwirkung menschlicher Aktivitäten geprägt. Industrie, Siedlungsgebiete und Landwirtschaft tragen zur Gewässerbelastung bei. Die Untersuchung von Flüssen und Seen ist eine grundlegende Aufgabe des TLUBN. In verschiedenen Messnetzen werden chemische und ökologische Gewässerdaten ermittelt. Sie dienen der Bewertung des Gewässerzustandes und bilden die Grundlage für die Maßnahmen zur weiteren Verbesserung und Erfolgskontrolle. Langfristige Datenreihen bieten die Möglichkeit, die stetige Entwicklung der Gewässer nachzuverfolgen. Die Daten zahlreicher Messprogramme werden für bundesweite oder internationale Berichterstattungen erforderlich.

Gewässerstruktur und Durchgängigkeit

Es ist ein europaweites, im deutschen Wassergesetz verankertes Ziel, dass bis 2027 die Flüsse und Bäche in einem guten Zustand sein sollen - mit der natürlichen Vielfalt der Pflanzen und Tiere, einer guten Wasserqualität und einem möglichst naturnahen Gewässerverlauf. In den Maßnahmenprogrammen des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz sind die Maßnahmen enthalten, die für das Ziel, einen guten Gewässerzustand zu erreichen, erforderlich sind. Das Herstellen der Durchgängigkeit ist darin ein wesentlicher Bestandteil.

Talsperren und Anlagen

Derzeit werden durch die Stauanlagenaufsicht 214 Stauanlagen überwacht. Die Stauanlagenaufsicht ist eine Sonderform der Gewässeraufsicht und umfasst die Überwachung der Anlagen und die Gefahrenabwehr, die Bauüberwachung und Bauabnahme. Kernaufgabe ist dabei die Überwachung der Zuverlässigkeit, der Hochwassersicherheit und die Einhaltung des erforderlichen Freibords an allen Stauanlagen im Zuständigkeitsbereich.

Zulassungsverfahren

Das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes und das Thüringer Wassergesetz sehen für bestimmte Benutzungen aber auch bauliche Aktivitäten im oder in der Nähe von oberirdischen Gewässern und des Grundwassers behördliche Zulassungen vor. Für einen Teil dieser Zulassungen ist das TLUBN als obere Wasserbehörde zuständig.

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