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Hochwasserschutz

Hochwasser

Hochwasser ist ein regelmäßig wiederkehrendes, natürliches Ereignis. In natürlichen Auen hat es einen positiven Effekt. Es gestaltet diese um, wodurch immer neue Lebensräume entstehen. Und es reinigt die Gewässersohle durch Umlagerung von Sedimenten und Ausspülen von Feinstmaterial.

Zu einer Gefahr wird Hochwasser, wenn wir Menschen in den Überschwemmungsgebieten siedeln oder auf den fruchtbaren Auensedimenten Ackerbau betreiben.

Die Hochwassergefahr wird für Unterlieger verschärft, wenn Gewässer ausgebaut und begradigt werden. Dann kann das Wasser nicht mehr in den Auen zurückgehalten werden und konzentriert sich schnell zu großen Hochwasserereignissen.

Nur noch 1/3 der natürlichen Auen stehen in Deutschland dem Hochwasserabfluss zur Verfügung, weniger als 10 % befinden sich in einem gering veränderten Zustand. Das wurde im Auenzustandsbericht des Bundesamtes für Naturschutz ermittelt.

Ziel des Hochwasserschutzes

Ziel ist es, Auen wieder als natürliche Rückhalteflächen zu entwickeln. Die Menschen in den Auen sollen alle erforderlichen Informationen zum Hochwasserrisiko erhalten, um sich schützen zu können. Gleichzeitig soll die bestehende, hochwertige Infrastruktur besser vor Hochwasser geschützt werden.

Hochwasserschutz, ein Kreislauf

Hochwasserschutz ist ein Kreislauf.  Nur wer gut auf ein Hochwasser vorbereitet ist, kann die Schäden klein halten und sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Hauptaktivitäten des Hochwasserschutzes finden deshalb in der Zeit statt, in der gerade kein Hochwasser ist.

Während des Hochwassers können die Gefahren abgewehrt, Menschen und Sachgüter in Sicherheit gebracht und Informationen gesammelt werden.

Nach dem Hochwasser ist neben der Hilfe für Betroffenen das weitere Zusammentragen und Auswerten der Informationen wichtig. Es wird kritisch überprüft, was besser gemacht werden kann, um sich dann erneut auf ein Hochwasser vorzubereiten.

Weiterführende Informationen zum Hochwasserkreislauf befinden sich auf der Hochwasserseite der "Aktion Fluss".

Unser Beitrag

Vor dem Hochwasser

Das TLUBN betreibt Pegel. An diesen werden Wasserstände gemessen und in Durchflüsse umgerechnet. Dies seit mehreren Jahrzehnten, so dass über statistische Auswertungen ermittelt werden kann, welche Wassermengen, wie oft, in welchem Gewässer und an welcher Stelle erwartet werden können. Diese Informationen werden in den Längsschnitten zur Verfügung gestellt. Sie dienen dazu Hochwasserschutzanlagen zu bemessen, Durchlassgrößen unter Brücken zu bestimmen und vieles mehr.

Die Daten werden in hydraulische Programme eingegeben und es werden Überflutungsflächen ausgerechnet. Für diese werden Hochwasserrisiko- und Gefahrenkarten erstellt und Überschwemmungsgebiete ausgewiesen. Anhand der Risiko- und Gefahrenkarten kann sich jeder Bürger informieren, ob er in einem Hochwasserrisikogebiet wohnt. Die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten ist eine wichtige Grundlage für die Flächenvorsorge, mit der verhindert wird, dass immer neue Werte in den Gefahrengebieten errichtet werden.

Letztendlich dienen die Berechnungen dazu, an den Gewässern erster Ordnung integrale Hochwasserschutzkonzepte zu erarbeiten. In diesen wird aufgezeigt, was getan werden kann, um den Hochwasserschutz in allen Belangen zu verbessern. Gegenstand der integralen Hochwasserschutzkonzepte sind auch Maßnahmen zur Verbesserung des Rückhaltevermögens der Auen und zum technischen Hochwasserschutz.

Technischer Hochwasserschutz wird dort geplant, wo besonders große Schäden entstehen. Auch die Größe der Schäden wird über die Wasserstände und die Nutzung von Gebäuden und Flächen überschlägig ermittelt.

Die Maßnahmen, die innerhalb einer 6 Jahresfrist für den Hochwasserschutz in Thüringen bearbeitet werden sollen, werden in den Landesprogrammen Hochwasserschutz beschrieben. Diese Landesprogramme werden im TLUBN erstellt und auch für Maßnahmen der Landkreise und Kommunen zusammengetragen.

Vom Freistaat Thüringen, dem Bund und der EU wird viel Geld zur Verfügung gestellt, um das Hochwasserrisiko über bauliche Maßnahmen zu mindern. Diese Maßnahmen werden an den Gewässern erster Ordnung durch das TLUBN umgesetzt. Eine Liste der mit EU Mitteln geförderten Vorhaben wird geführt.

Bestehende Hochwasserschutzanlagen müssen unterhalten und Gewässer entwickelt werden. Das TLUBN ist hierfür an den Gewässern erster Ordnung in Thüringen zuständig. Eine gute Kenntnis der Hochwasserschutzanlagen und ein guter Zustand sind erforderlich für ihren sicheren Betrieb.
Einige Talsperren haben eine wichtige Funktion für den Hochwasserschutz. Alle Talsperren sollten sich in einem so guten Zustand befinden, dass sie im Hochwasserfall nicht zur Gefahr werden. Den Zustand der Talsperren überwacht die Stauanlagenaufsicht im TLUBN.

Für die Bürger und Kommunen gibt es eine Vielzahl von Informationen zum Hochwasserschutz, die ihnen helfen sich auf ein Hochwasser richtig vorzubereiten. Für Thüringen zu benennen sind für Thüringen die Hochwasserschutzseite der Aktion Fluss, für die Bundesländer die Handlungseinleitung zur Hochwasservorsorge und zum Hochwasserschutz der Bauministerkonferenz samt Anlage und auf Bundesebene die Hochwasserschutzfibel des Bundesministerium des Inneren.

Im Hochwasserfall

Im Hochwasserfall informiert die Hochwassernachrichtenzentrale im TLUBN über aktuelle und zu erwartende Hochwasserabflüsse. Dies in Abstimmung mit den Hochwassernachrichtenzentralen anderer Bundesländer.

Die Hochwasserschutzanlagen werden überwacht und betrieben. Es erfolgen Steueranweisungen für Talsperren.

Bereits während des Hochwassers wird der Hochwasserverlauf beobachtet und es werden Luftbilder beauftragt. Diese dienen nach dem Hochwasser als wichtige Datengrundlage zur Ermittlung der tatsächlichen Abflüsse und zur Eichung von Modellen.

nach dem Hochwasser

Noch während des Hochwassers und unmittelbar danach werden Wasserstände markiert und vermessen. Dies anhand der sichtbaren Wasserstandslinien an Gebäuden oder an Geschwemmsellinien im Gelände. Bilder der Hochwassersituation, auf denen Wasserstände nachvollzogen werden können, sind wichtige Informationen, sofern Datum und Uhrzeit der Aufnahme bekannt sind.

Das TLUBN bringt neue Hochwassermarken an und kartiert bestehende. Nähere Informationen zu bekannten Hochwassermarken werden im Kartendienst bereitgestellt.

Die Handlungen während des Hochwassers und die gesammelten Informationen werden zusammengestellt, mit dem Ziel zu lernen und beim nächsten Hochwasser noch besser reagieren zu können.

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