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Durchgängigkeit

Vernetzung aquatischer Lebensräume

Durchgängigkeit vergrößerte Ansicht
Durchgängigkeit am Gewässer, Aufn. K. Menge / TLUBN
Enten vergrößerte Ansicht
Durchgängigkeit am Gewässer, Aufn. K. Menge / TLUBN
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Durchgängigkeit am Gewässer, Aufn. K. Menge / TLUBN

Die Gewässer sind durch Querbauwerke in Abschnitte eingeteilt, die für viele im Wasser lebende Tiere nicht überwindbar sind. Rückstau und der damit verbundene Einfluss auf Sedimente verändern die natürlichen Lebensräume. Deshalb ist es insbesondere für die natürlich in unseren Gewässern vorkommenden Fischarten nicht mehr möglich, stabile Populationen aufzubauen.   

Pilotprojekt

Karte Des Realisierungsraumes vergrößerte Ansicht
Übersicht Bearbeitungsgebiet

Strukturreiche, für Fische und Kleinlebewesen durchwanderbare Fließgewässer sind wichtige Voraussetzungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in unseren Bächen und Flüssen. In den letzten Jahrhunderten wurde die natürliche Vernetzung der Fließgewässer durch die Errichtung einer großen Anzahl von unpassierbaren Querbauwerken stark beeinträchtigt. Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme gemäß EU-WRRL verdeutlichen, dass der gute ökologische Zustand von Oberflächenwasserkörpern wegen dem Fehlen der gewässertypischen Fischfauna aufgrund mangelnder Durchgängigkeit an vielen Gewässerabschnitten nicht erreicht wird.

Zur Erreichung des guten ökologischen Zustandes gemäß EU-WRRL sowie zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Gewässer und Verbesserung ihrer Ufer- und Sohlstrukturen und der damit verbundenen ökologischen Aufwertung unserer Fließgewässer als Lebensraum führte das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLNU) ab dem Jahr 2004 das Projekt "Verbesserung und Vernetzung aquatischer Lebensräume" durch.

Schwerpunkte des Projektes sind der Rückbau nicht mehr genutzter Wehranlagen, der Umbau von Sohlabstürzen zu Sohlgleiten, die Herstellung der Durchgängigkeit an genutzten Wasserkraftanlagen (z. B. Einbau von Fischaufstiegsanlagen oder Umgehungsgerinnen), die Wiederherstellung des naturnahen Zustandes stark veränderter Gewässerabschnitte sowie die Verbesserung der Gewässerstruktur, um gute Laichbedingungen für heimische, gewässertypische Fische zu schaffen.

In enger Zusammenarbeit und mit finanzieller Unterstützung der Hegegemeinschaften und Angelverbände Thüringens werden Initialbesatzmaßnahmen für heimische Fischarten durchgeführt. Auch andere Interessengruppen, z. B. Wasserkraftbetreiber und Naturschutzverbände werden intensiv in die Umsetzung des Programms einbezogen.

In der ersten Programmphase 2004 - 2006 wird das Projekt im Werra-Gebiet durchgeführt, da im Rahmen eines länderübergreifenden Projektes der Flussgebietsgemeinschaft Weser bereits umfangreiche Vorarbeiten für die gesamte Weser stattgefunden haben. Mittelfristig soll das Programm auch auf die anderen Thüringer Flussgebiete ausgeweitet werden. Das TMLNU finanziert, gestützt durch Fördermittel der Europäischen Union, die Durchführung des Projektes. Insgesamt stehen für die erste Programmphase ca. 4,7 Mio. EUR zur Verfügung.

Durch die im federführenden Staatlichen Umweltamt Suhl unter Leitung des Referates Flussgebietsmanagement eingerichtete AG Fischerei / WRRL Werra, in der neben Mitarbeitern der Wasserwirtschafts-, Naturschutz- und Fischereiverwaltung des Freistaates Thüringen auch die lokal ansässigen Hegegemeinschaften, die Arbeitsgemeinschaft Thüringer Wasserkraftwerke e. V. sowie das Naturschutzprojekt "Lebendige Werra" vertreten sind, wurde der vordringliche Realisierungsraum auf die Werra bis zum Hochwasserrückhaltebecken Grimmelshausen, die Ulster (jeweils Priorität 1), die Felda bis zur Gemeinde Dermbach, die Schleuse bis zum Hochwasserrückhaltebecken Ratscher (jeweils Priorität 2) und die Hasel bis zur Gemeinde Rohr (Priorität 3) festgelegt.

Die Reihenfolge der Umsetzung soll unter Berücksichtigung der Priorität und Realisierbarkeit erfolgen. Ziel ist es, möglichst große Gewässerabschnitte zu vernetzen, wobei möglichst von der Mündung zur Quelle vorgegangen werden soll.

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