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Wassermenge, quantitative Hydrologie

Pegelmessnetz

Karte der Pegel der Fließ- und Standgewässer in Thüringen, Stand 2013 vergrößerte Ansicht
Pegelkarte des Freistaates Thüringen

Die Kenntnis der Wasserstände und der daraus ermittelten Durchflüsse in den Gewässern ist Voraussetzung für die hydrologische Arbeit und deren Umsetzung in die wasserwirtschaftliche Praxis. Die Beobachtung der Wasserstände erfolgt an den Pegeln, deren Grundform der Lattenpegel darstellt. Diese einfache Bauart ist in Thüringen nur noch bei einem geringen Prozentsatz aller Pegel anzutreffen. Standard ist die Ergänzung des Lattenpegels durch einen Schreibpegel zur kontinuierlichen Aufzeichnung der Wasserstände. Seit 1990 wurde die Mehrzahl der Thüringer Pegel zusätzlich mit Einrichtungen zur digitalen Erfassung der Wasserstände ausgerüstet, die eine wesentliche Rationalisierung bei der Weiterverarbeitung dieser Daten (hydrologische Statistik) bedeuten. Hierzu gehören Datensammler (DS) und Einrichtungen zur Datenfernübertragung (DFÜ). Mit DFÜ ist neben der Sammlung der Wasserstandsdaten zusätzlich eine Übertragung bzw. Abfrage aktueller Wasserstände möglich.

Die Ermittlung der Durchflüsse an den Pegeln erfolgt in der Regel durch hydrometrische Messungen mittels Messflügeln. Die bei verschiedenen Wasserständen ermittelten Durchflüsse werden zu einer Wasserstands-Durchfluss-Beziehung zusammengefasst (Durchflusskurve, Durchflusstafel). Zur Erfüllung der wasserwirtschaftlichen Aufgaben muss ein ausreichend dichtes Pegelnetz vorhanden sein. In Thüringen gibt es insgesamt 201 Pegel an Fließgewässern. Einen optischen Eindruck zur Struktur des Pegelnetzes vermittelt die Karte "Pegel an Fließ- und Standgewässern".

Gewässerlängsschnitte

Beispiel eines hydrologischen Längsschnittes der Ilm, Teil 1 vom Freibach bis zum Pegel Kranichfeld vergrößerte Ansicht
Beispiel eines hydrologischen Längsschnittes

Für Planungen, Bau- und Ausbaumaßnahmen am und im Gewässer wie beispielsweise für den Brückenbau oder für den Betrieb von Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken oder auch für die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten werden hydrologische Bemessungswerte benötigt. Dabei handelt es sich in der Regel um Hochwasserscheitelabflüsse mit Wahrscheinlichkeitsaussage HQ(T), wobei T das Wiederkehrintervall (Jährlichkeit) des Hochwasserabflusses HQ angibt. Die Bemessungsgrößen werden i. d. R. über eine extremwertstatistische Auswertung von Pegeldaten gewonnen. Für unbeobachtete Fließgewässerquerschnitte erfolgt eine Regionalisierung bzw. Übertragung der statistischen Werte. In Thüringen liegen für wichtige Gewässer hydrologische Längsschnitte vor [als HQ(T)-Längsschnitte]. An unbeobachteten Gewässerprofilen ist die Aufstellung hydrologischer Einzelgutachten erforderlich.

Statistik im Jahrbuchformat

Beispiel einer Seite des Deutschen Gewässerkundlichen Jahrbuchs vergrößerte Ansicht
Beispiel einer Seite des DGJ

Die statistischen Auswertungen der an den Pegeln ermittelten Durchflüsse werden im Format der Jahrbuchseiten (analog der Veröffentlichung im Deutschen Gewässerkundlichen Jahrbuch (DGJ) über das Internetangebot der Hochwassernachrichtenzentrale (HNZ) dargestellt. Dazu gehören Tages-, Haupt- und Extremwerte sowie Dauerzahlen. Diese Angaben liegen für die meisten im Internet dargestellten Pegel vor, teils über die Veröffentlichung im DGJ hinausgehend. Nach der Wahl des Pegels kann unter der Rubrik der Stammdaten in der angezeigten Liste "Jahrbuchseiten Durchfluss" das gewünschte Jahr ausgewählt werden. Es erscheint die Jahrbuchseite mit den Werten für das Jahr und den entsprechenden Auswertungen.

Gewässerkundliche Monats- und Jahresberichte

Beispiel eines Gewässerkundlichen Monatsberichtes für Juli 2018 vergrößerte Ansicht
Beispiel eines Gewässerkundlichen Monatsberichts

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) erarbeitet regelmäßig einen Bericht, in dem die meteorologisch-hydrologische Situation in Thüringen mit Daten zu Menge und Güte von Fließ- und Standgewässern sowie zum Grundwasser veröffentlicht werden.

Durch das TLUBN (Referat: Hydrologischer Landesdienst, Hochwassernachrichtenzentrale) wird ausgehend von den regelmäßig erscheinenden Gewässerkundlichen Monatsberichten ein Jahresbericht zur quantitativen Beschreibung der oberirdischen Gewässer erarbeitet. Darin ist das Abfluss- und Hochwassergeschehen unter Auswertung repräsentativer Pegel sowie die Mengenbewirtschaftung der Talsperren bezogen auf ein Kalenderjahr zusammenfassend dargestellt.

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