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SDG 8 - Menschenwürdige Arbeit und wirtschaftliches Wachstum

Ziel: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Beschreibung:

Obwohl das Bruttoinlandsprodukt (BIP) allein keinen genauen Aufschluss darüber gibt, ob eine ökonomische Entwicklung als nachhaltig bezeichnet werden kann oder die Frage gestellt wird, ob reales BIP-Wachstum mit einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung vereinbar ist, geht das Wachstum des realen BIP oft mit einer Verbesserung der Lebensumstände einher. Hohe Priorität hat folglich beim SDG 8 die Aufrechterhaltung des Pro-Kopf-Wirtschaftswachstums im Hinblick auf die jeweiligen nationalen Bedingungen und eines mindestens 7-prozentigen BIP-Wachstums jährlich in den am wenigsten entwickelten Ländern.

Weitere Teilziele in diesem Kontext sind: Steigerung der auf Diversifizierung, Innovation sowie technologischer Modernisierung basierenden wirtschaftlichen Produktivität, auf Entwicklung ausgerichtete Politik, Kreativität und Unternehmertum, Wachstumshilfen für Klein- oder Mittelunternehmen, Förderung der jeweiligen nationalen Finanzinstitutionen, Schaffung eines sicheren Arbeitsumfeldes sowie humaner Arbeitsplätze und Schutz der Arbeitsrechte. Abgesehen davon sollen durch effektive Maßnahmen Menschenhandel, Zwangsarbeit, moderne Sklaverei sowie bis 2025 Kinderarbeit in all ihren Ausprägungen beseitigt werden, während bis 2020 darauf abgezielt wird, die Zahl junger Menschen ohne jede Form der Ausbildung zu minimieren.

Damit man eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung umsetzen kann, muss aber zum einen bis 2030 beim Konsum und bei der Produktion weltweit die Ressourceneffizienz optimiert werden. Zum anderen ist es entscheidend, Schritte zu unternehmen, um das Wirtschaftswachstum von der Umweltzerstörung zu entkoppeln. Passenderweise gehen Bestrebungen dahin, entworfene politische Konzepte zugunsten eines nachhaltigen Tourismus zu implementieren, der nicht nur Arbeitsplätze entstehen lässt, sondern auch die Attraktivität der lokalen Kultur und ihrer Produkte steigert. Ein anderes Teilziel besteht in der Verwirklichung einer Vollbeschäftigung sowie menschenwürdiger Arbeitsbedingungen für alle Menschen mit und ohne Einschränkungen bis 2030. Insgesamt hält man es für erstrebenswert, die durch Handelshilfen bewilligte Unterstützung der Entwicklungsländer zu intensivieren. Dazu wird der Entschluss gefasst, bis 2020 eine global angelegte Strategie für Jugendbeschäftigung aufzustellen.

Relevanz für Kommunen:

Trotz der hohen Nachhaltigkeitsrelevanz dieses SDG für Kommunen sind bezüglich Wirtschaftswachstum, Arbeitsaussichten oder humaner Arbeitsbedingungen nur eingeschränkte Steuerungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene vorhanden, auch wenn kooperative Wirtschaftsformen (z. B. Repair-Cafés, Tauschläden oder Leihsysteme) zumeist durch ehrenamtliches Engagement existieren, die Gewerbesteuer sowie ein Teil der Einkommenssteuer wichtige Einnahmequellen sind und Kommunen Wirtschaftsförderung betreiben können. Im Rahmen der Wirtschaftsförderung ist es beispielsweise möglich, Gewerbeflächen auszuweisen, Anreize für auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmen zu bieten und die Attraktivität der jeweiligen Kommune als Wirtschaftsstandort für moderne, effiziente und umweltgerechte Unternehmen,für Auszubildende oder auch für Hochqualifizierte zu steigern.

Daneben sollten vonseiten des Konzerns Kommune ökologische wie soziale Aspekte beim Beschaffungsprozess beachtet sowie ein naturnaher Tourismus, lokale Einkaufsmöglichkeiten und Recycling unterstützt werden.

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