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SDG 11 - Nachhaltige Städte und Gemeinden

Ziel: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Beschreibung:

Das SDG 11 repräsentiert das „Stadtziel“, denn es betont die große Bedeutung der Kommunen als Akteure im Prozess der nachhaltigen Entwicklung. Bevor aber genauer auf die Relevanz des „Stadtziels“ für deutsche Kommunen eingegangen wird, ist es ratsam, wie bei den anderen SDGs die Teilziele zusammenzufassen. Einerseits soll allen Menschen bis 2030 Zugang zu sicherem, erschwinglichem und geeignetem Wohnraum sowie zur Grundversorgung gewährt werden. Andererseits verlangt man die Schaffung von sicheren wie allgemein zugänglichen Verkehrssystemen mit optimierter Straßenverkehrssicherheit (u. a. durch einen ausgebauten öffentlichen Verkehr), Grünflächen und/oder sonstigen öffentlichen Räumen. Gleichzeitig besteht ein weiteres Anliegen darin, die Zahl der Katastrophenopfer und die dadurch entstandenen ökonomischen Verluste im Vergleich zum globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) erheblich zu senken. Bei all diesen Vorhaben werden insbesondere sozial benachteiligte Personen, Menschen mit Einschränkungen, Ältere sowie Frauen und Kinder mitbedacht. Ziel ist es, in allen Ländern eine auf Inklusion sowie Nachhaltigkeit angelegte Urbanisierung zu verwirklichen. An dieser Stelle wäre außerdem der angedachte Kapazitätsausbau zugunsten einer partizipatorischen und integrierten Siedlungsplanung und -steuerung zu nennen.

Neben diesen Bestrebungen konzentriert man sich zudem auf die Reduzierung der durch die Städte verursachten Umweltbelastung pro Kopf. In den Fokus der Aufmerksamkeit rücken dabei die Luftqualität und die kommunale Abfallbehandlung. Generell ist man auch entschlossen, zusätzliche Anstrengung zu unternehmen, um das Weltkultur- und Weltnaturerbe zu bewahren.

Im ökologischen, sozialen und ökonomischen Bereich existieren enge Verbindungen zwischen urbanen, suburbanen und ländlichen Gegenden. Folglich ist es auf Basis einer intensiveren nationalen wie regionalen Entwicklungsplanung erforderlich, diese Verbindungen zu fördern. Ansonsten soll die Anzahl derjenigen Städte und Siedlungen wesentlich steigen, welche die Inklusion unterstützen, sich durch Ressourceneffizienz auszeichnen, den Klimawandel abschwächen und gegenüber Katastrophen resilient sind. Für unterentwickelte Länder hat man schließlich den Plan entwickelt, ihnen bei der Errichtung von resilienten Gebäuden aus einheimischen Materialien in finanzieller und technischer Hinsicht behilflich zu sein.

Relevanz für Kommunen:

Kommunen unterhalten und pflegen Grünanlagen. Sie sind in Deutschland außerdem der größte Eigentümer öffentlicher Gebäude. Die Trägerschaft der Bauleitplanung erlaubt es ihnen, energetische Standards festzulegen und z. B. öffentliche Gebäude energieeffizienter zu gestalten (siehe SDG 7). Sogar das Baugesetzbuch (BauGB) sieht bei der Aufstellung der Bauleitplanung die Mitberücksichtigung verschiedener Umweltbelange vor. In Bezug auf öffentliche Flächen ist darüber hinaus zu beachten, dass eine Versiegelung möglichst vermieden wird.

Um die Partizipation bezogen auf die gesamte Gesellschaft zu stärken, wäre es potenziell denkbar, mehr Jugendbegegnungsstätten, Spielplätze oder Kindergärten bereitzustellen und mehr Begegnungsstätten, Seniorenheime oder Sportstätten einzurichten. Bürgerbeteiligungsformen sowie eine interkommunale Kooperation gelten zudem als bedeutende Faktoren für das Gelingen einer nachhaltigen, inklusiven Stadtentwicklung.

Im Rahmen der Förderung des Wohnbaus können Kommunen auch den Hausbau von Familien unterstützen oder Sozialwohnungen anbieten. Ihre Trägerschaft der Straßenbaulast (einschließlich der Verkehrssicherungspflicht) für Kreis- und Gemeindestraßen sowie die Zuständigkeit für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ermöglichen es den Kommunen, für eine funktionsfähige wie sichere Verkehrsinfrastruktur zu sorgen, indem sie beispielsweise Reinigungsarbeiten leisten oder Kontrollen (u. a. der Baumbestände) durchführen. Dazu bietet es sich zur Steigerung der Verkehrseffizienz und der Umweltverträglichkeit des Verkehrs an, speziell im ländlichen Raum Park&Ride-Plätze in der Nähe von Bahnhöfen zu schaffen, Wander- und Fahrradwege sowie den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, kommunale Fuhrparks mit verbrauchsarmen Fahrzeugen auszustatten, Kreisverkehrlösungen zu bevorzugen und bei der Straßenplanung ökologische Aspekte miteinzubeziehen. Schließlich sollten sowohl öffentliche Gebäude als auch Straßenübergänge senioren- wie behindertengerecht sein.

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