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Radon in Gebäuden

Thüringen hat entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zum 31.12.20 sogenannte Radonvorsorgegebiete ausgewiesen. Dies sind Gebiete, wo erwartet wird, dass dort die über das Jahr gemittelte Radon-222 Aktivitätskonzentration der Innenraumluft in einer erhöhten Anzahl von Gebäuden mit Aufenthalts- oder Arbeitsräumen den Referenzwert von 300 Bq/m³ überschreitet.

Radon gelangt aus dem Boden nicht nur in die Außenluft, wo es schnell verdünnt wird, sondern kann auch in Gebäude gelangen. Dort kann es sich in den Innenräumen ansammeln, im Gebäude ausbreiten und dabei Konzentrationen erreichen, die weit über denen der Außenluft liegen. Radon reichert sich nicht in jedem Gebäude gleich an, sondern wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

  • Geologie und Bodenbeschaffenheit
  • Gebäudebauweise
  • Gebäudezustand
  • Nutzungsverhalten
  • Baumaterial (Der Anteil des aus Baumaterialien austretenden Radons an der Innenraumkonzentration ist vergleichsweise sehr klein.)

Über erdberührte Gebäudeteile kann Radon über undichte Stellen in das Gebäudeinnere gelangen. Insbesondere nicht abgedichtete Kabel- und Rohrdurchführungen sowie undichte Bodenplatten und Kellerwände stellen dabei einen Eintragspfad für Radon dar. Vor allem in der Heizperiode sind erhöhte Radonkonzentrationen in Gebäuden zu beobachten. Das hängt einerseits damit zusammen, dass in der Heizperiode meist weniger gelüftet wird und andererseits die im Gebäude aufsteigende erwärmte Luft im Kellerbereich einen Unterdruck hervorruft, der dann zum verstärkten Nachströmen von Radon aus dem Baugrund führt. Die Gebäudebauweise und der Gebäudezustand sowie das Lüftungs- und Nutzungsverhalten bestimmen damit neben dem Radonpotenzial in der Bodenluft hauptsächlich die Radonkonzentration in Innenräumen. Der Austritt von Radon aus Baumaterialien oder aus dem Wasser in die Raumluft ist in der Regel vernachlässigbar. Weiterführende Informationen zur Radioaktivität in Bauprodukten stellt das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt)zur Verfügung.

Für bereits bestehende Wohngebäude können Eigentümer und Bewohner freiwillig Maßnahmen ergreifen, um die Radon - Konzentration im Gebäude zu senken. Das Strahlenschutzgesetz sieht für sie keine Pflicht zum Handeln vor.

Bei Neubauten besteht für Bauherren die Pflicht, durch bauliche Maßnahmen weitgehend den Eintrag von Radon aus dem Baugrund in das Gebäude zu verhindern oder erheblich zu erschweren.

Welche baulichen Maßnahmen das sein können, wird im § 123 des Gesetzes zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzgesetz -StrlSchG) und § 154 der Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzverordnung – StrlSchV) festgelegt.

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