FAQ Radon

Was ist Radon ?

Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, welches durch radioaktive Zerfallsprozesse (Uranzerfall) entsteht. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos. Bestimmte Gesteine oder geologische Formationen können einen erhöhten natürlichen Urangehalt aufweisen. Deshalb gibt es Regionen, in denen ein erhöhter Gehalt an Radon in der Bodenluft vorhanden ist. Über Risse oder Undichtheiten im Kellerboden oder in den Kellerwänden kann das Gas in Gebäude eindringen und sich dort ausbreiten.

Ist Radon gesundheitsschädlich ?

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass erhöhte Radonkonzentrationen in Gebäuden langfristig Lungenkrebs auslösen können. Die eigentliche Gefahr geht dabei von den radioaktiven festen Zerfallsprodukten des Radongases aus, die sich in der Lunge festsetzen und anreichern können und das Gewebe dort durch Strahlung schädigen können. Nach Rauchen gilt Radon als die zweitgrößte Gefahr für die Entstehung von Lungenkrebs. Rauchen und Radon können sich gegenseitig in ihrer krebserregenden Wirkung verstärken.

Wie kann Radon gemessen werden ?

Radon kann am besten mittels sogenannter Exposimeter gemessen werden, die an bestimmten Stellen im Haus positioniert werden und dort üblicherweise ein Jahr verbleiben. Danach werden die Exposimeter an dafür zugelassene Auswertestellen gesandt, welche die über das Jahr gemittelte Radonbelastung bestimmen. Daneben gibt es noch sogenannte zeitaufgelöste Messungen mittels spezieller elektronischer Messgeräte. Aus Radonkarten lassen sich keine Schlussfolgerungen für die Radonbelastung eines bestimmten Gebäudes ziehen. Eine verlässliche Aussage lässt sich nur durch Messungen ermitteln.

Gibt es gesetzliche Regelungen zu Radon ?

Gesetzliche Regelungen zu Radon sind im Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) §§ 121-132 und in der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) §§ 153-158 zu finden. Nach dem Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) gilt für Aufenthaltsräume und Arbeitsräume ein über das Jahr gemittelter Referenzwert von 300 Bq/m³. Mit der Ausweisung von sogenannten Radonvorsorgegebieten ergeben sich für Arbeitgeber Messpflichten für Arbeitsplätze im Keller- und Erdgeschoss. Außerdem ergeben sich Konsequenzen für die Errichtung von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen. Hier müssen geeignete bauliche Maßnahmen umgesetzt werden, um den Eintrag von Radon in das Gebäude aus dem Baugrund zu verhindern oder erheblich zu erschweren.

Was ist ein Referenzwert ? Ist das ein Grenzwert ?

Ein Referenzwert ist kein Grenzwert. Der Referenzwert für Radon ist ein Maßstab für die Prüfung der Angemessenheit von Maßnahmen zum Schutz vor Radon.

Gibt es Referenzwerte oder Grenzwerte für Radon in der Bodenluft ?

Der Referenzwert von 300 Bq/m³ bezieht sich auf die Innenraumaktivitätskonzentration von Radon in Aufenthalts- und Arbeitsräumen in Gebäuden. Einen Referenz- oder Grenzwert für Radon im Boden oder Untergrund gibt es nicht.

Was sind Radonvorsorgegebiete ?

Radonvorsorgegebiete sind Gebiete bei denen ein erhöhtes Radonpotenzial zu verzeichnen ist und wo davon ausgegangen werden kann, dass bei einem erhöhten Bestand an Gebäuden der über ein Jahr gemittelte Referenzwert von 300 Bq/m³ in Aufenthaltsräumen oder an Arbeitsplätzen überschritten wird. Die Gebiete werden bis 31.12.2020 durch die Länder formell bekannt gegeben. Dies bedeutet aber nicht, dass in Gebäuden außerhalb von Radonvorsorgegebieten keine erhöhten Radonkonzentrationen auftreten können. Die Radonkonzentrationen in Gebäuden hängen vom vorhandenen Radonpotenzial im Boden, von der Bauart der Gebäude, von deren baulichem Zustand sowie vom persönlichen Lüftungsverhalten ab.

Wie kann man sich vor Radon schützen ?

Die einfachste Methode, sich vor den negativen Auswirkungen von Radon zu schützen, ist das regelmäßige Lüften. Bei Bestandsgebäuden sollte geprüft werden, ob Undichtheiten an Kellerboden oder –wänden wie Risse oder undichte Rohrdurchführungen vorhanden sind, die einen Zustrom von Radon und dessen Anreicherung im Gebäude ermöglichen können. Bei Neubauten sind für zu errichtende Gebäude in sogenannten Radonvorsorgegebieten spezielle Maßnahmen gemäß § 154 StrlSchV umzusetzen. Einen guten Überblick für Maßnahmen an Bestandsgebäuden und Neubauten vermittelt z.B. das Radonhandbuch des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS).

Es gibt doch Radonheilbäder und Radonheilstollen - ist das nicht ein Widerspruch ?

Es gibt medizinische Behandlungen mit Radon. Dazu gehören Radon-Heilbäder, Radon-Heilstollen und Radon-Trinkkuren. Der behandelnde Arzt muss genau zwischen Nutzen der Anwendung (Schmerzlinderung bei bestimmten Erkrankungen) und dem Krebsrisiko abwägen.

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