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Natürliche Radioaktivität

Natürliche Radioaktivität besteht aus kosmischer und terrestrischer Strahlung.

Die hochenergetische kosmische Strahlung (Höhenstrahlung) erzeugt kontinuierlich durch die Wechselwirkung mit der Atmosphäre natürliche Radionuklide.

Radionuklide in Böden oder Gesteinen erzeugen terrestrische Strahlung. Verursacht wird diese durch Radionuklide, die bei der Entstehung des Sonnensystems durch komplexe Prozesse gebildet und in unseren Planeten eingebunden wurden.

Das neue Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzgesetz - StrlSchG) vom 27. Juni 2017 und die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) vom 31. Dezember 2018 beinhalten Regelungen zum Schutz der Bevölkerung vor Radon. Die Bundesländer sind verpflichtet, Radonvorsorgegebiete bis zum 31. Dezember 2020 durch Allgemeinverfügungen auszuweisen. Die in der Allgemeinverfügung ausgewiesenen Gebiete wurden nach einer wissenschaftlichen Methode ermittelt. In Thüringen wurde das vom BfS zur Verfügung gestellte Berechnungsmodell als Grundlage für die Festlegung  der betroffenen Gebiete genutzt. Die Berechnung des Radonpotenzials wurde in Thüringen auf Gemeindeebene durchgeführt. Um den besonderen Gegebenheiten der Thüringer Geologie Rechnung zu tragen, wurde dazu das Modell spezifiziert und mit einer deutlich höheren Kartenauflösung gearbeitet. Dadurch kann es auch zu Unterschieden hinsichtlich des Radonpotenzials im Vergleich zu den Radonkarten des BfS kommen.

Grundlage für die Berechnung der Radonvorsorgegebiete in Thüringen sind:

  • vorliegende Daten zur Geologie,
  • Radonmessungen der Bodenluft,
  • Messungen der Gaspermeabilität des Bodens,
  • Aero-Gammamessungen,
  • Messungen der Radoninnenraumkonzentrationen

Die jetzt ausgewiesenen Gebiete stellen eine Erstausweisung der Radonvorsorgegebiete dar. Zur Überprüfung der Festlegung der Radonvorsorgegebiete plant das TLUBN im Verlauf der nächsten Jahre weitere Messungen der Radonbodenluftaktivitätskonzentration und der Innenraumluft gemäß Radonmaßnahmenplan.

Eine ausführliche Begründung der Ausweisung der Gebiete wird in der Allgemeinverfügung  aufgeführt.

Nach §123 Abs. 1 Satz 1 StrlSchG in Verbindung mit §154 StrlSchV muss bei Errichtung von Neubauten in diesen Gebieten der Zutritt von Radon aus dem Baugrund durch geeignete bauliche Maßnahmen verhindert oder erheblich erschwert werden.

Für Arbeitsplätze, die in Radonvorsorgegebieten in Innenräumen im Keller- und Erdgeschoß liegen, ergibt sich nach den §§126 bis 131 StrlSchG in Verbindung mit den §§155 bis 158 StrlSchV eine Messpflicht der Radon–222-Aktivitätskonzentration an Arbeitsplätzen. Die Messung muss innerhalb von 18 Monaten nach Festlegung der Gebiete entsprechend §121 StrlSchG erfolgt sein. Die zuständige Behörde für den Vollzug dieser Vorschriften ist das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz.

Eine Liste mit Adressen qualitätsgeprüfter Anbieter von Radon - Innenraummessungen (sogenannte „anerkannte Stellen“ gemäß § 155 Abs. 3 StrlSchV) wird auf der Homepage des BfS zur Verfügung gestellt.

Auch außerhalb von Radonvorsorgegebieten besteht die Möglichkeit erhöhter Radonkonzentrationen in Innenräumen. Eine freiwillige Messung der Radon-222-Aktivitätskonzentration außerhalb der festgelegten Gebiete ist deshalb im Sinne der Gesundheitsvorsorge zu empfehlen.

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