Immissionsmessungen in Thüringen

Die messtechnische Erfassung der Immissionssituation ist unverzichtbar für die erforderliche sachgerechte Beurteilung der Luftqualität und die Realisierung von Maßnahmen auf der Basis qualifizierter Luftreinhaltepläne.

Die Immissionsüberwachung erfolgte in den letzten Jahren auf der Grundlage der EU-Rahmenrichtlinie (EU-RRL) über die Beurteilung und Kontrolle der Luftqualität aus dem Jahre 1996 und der nachfolgenden 4 Tochterrichtlinien.

Mit dem 21.05.08 wurde die Richtlinie 2008/50/EG über Luftqualität und saubere Luft für Europa im Amtsblatt der EU veröffentlicht. In Umsetzung dieser Richtlinie trat die 39. BImSchV (Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen) 2010 in Kraft.

Mit dieser Verordnung sind u. a. geregelt:

  • Immissionswerte (Zielwerte, Immissionsgrenzwerte, Alarmschwellen),
  • Beurteilung und Kontrolle der Luftqualität,
  • Unterrichtung der Öffentlichkeit und Berichtspflichten

Anfang der 90er Jahre empfanden die Menschen die Luftqualität als belastend. Oft war sie so schlecht, dass man dies auch sehen und „schmecken“ konnte. Gesundheitliche Probleme waren die Folge.

Verursacht wurden diese hohen Schadstoffgehalte durch die Verbrennung schwefelreicher Kohle im Haushalt, Gewerbe und Industrie sowie durch unzureichende Umweltschutztechnik in den Betrieben, oft in Kombination mit den ungünstigen orographischen Lagen der meisten Thüringer Städte in Tälern, wo ein Luftaustausch und damit eine Verdünnung und ein Abtransport der entstandenen Luftschadstoffe oft eingeschränkt war. Das Ergebnis waren dann z. T. länger andauernde Smog-Wetterlagen mit hohen Schadstoffgehalten.

Bis Mitte der 90er Jahre trat eine deutliche Verbesserung der Luftqualität ein. Der letzte Smogalarm wurde in Thüringen am 26.11.1993 für Greiz ausgelöst, die Smog-Verordnung in 2000 aufgehoben.

Wesentliche Gründe für diese deutliche Reduzierung von Luftschadstoffen waren neben dem verstärkten Einsatz von technischen Maßnahmen im Emittentenbereich auch das Wegbrechen emissionsrelevanter Gewerbe- und Industriebetriebe sowie die Umstellung der Energieträger von Kohle auf Gas und Öl.

Heute zählen zu den Hauptquellen von Luftschadstoffen die Energieerzeugung, im zunehmenden Maße der Straßenverkehr, die Landwirtschaft und die Produktion von Gütern. Für die Gesundheit des Menschen sind unter anderen Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon bedeutsam. Erhöhte Ozonkonzentrationen können auch Ökosysteme schädigen. Ebenso wirken sich versauernde und eutrophierende (nährstoffanreichernde) Luftverunreinigungen – vor allem Stickstoffoxide und Ammoniak, aber auch Schwefeldioxid – nachteilig auf empfindliche Ökosysteme und die Artenvielfalt aus.

Mit fortschreitender Verminderung der Luftschadstoffbelastung richtet sich die Luftreinhalteplanung heutzutage zunehmend auf die Vorsorge.

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