Licht

Künstliches Licht stellt einen weit verbreiteten aber wenig beachteten Umweltfaktor dar, der bei großräumiger Ausdehnung auch als „Lichtverschmutzung“ oder „Lichtsmog“ bezeichnet wird.

Lichtverschmutzung bedeutet die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen, die vor allem in Ballungsräumen auftritt. Ursache für die Lichtverschmutzung ist in erster Linie der nach oben abgestrahlte oder reflektierte Anteil des Lichts, der an atmosphärischen Stäuben, den Schichten der Atmosphäre oder Wasser reflektiert und zerstreut wird, wodurch die sogenannten Lichtglocken über den Städten entstehen.

Gemäß § 3 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) zählt auch Licht zu jenen Immissionen, welche unzulässige Nachteile oder Belästigungen für die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft hervorrufen können. Lichtimmissionen gehören nach dem vom TLUBN zu vollziehenden BImSchG zu den schädlichen Umwelteinwirkungen, wenn sie nach Art, Ausmaß oder Dauer geeignet sind, Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit oder für die Nachbarschaft herbeizuführen (vgl. § 5 Abs. 1 Nr. 1. BImSchG).

Nach dem BImSchG sind Licht emittierende Anlagen so zu errichten und zu betreiben, dass schädliche Umwelteinwirkungen verhindert bzw. vermindert werden. Bundesweit gibt es keine klare Einschätzung darüber, wann Lichtimmissionen als schädliche Umwelteinwirkung gelten. Eine Bewertung der Erheblichkeit von Belästigungen durch Lichteinwirkungen kann daher nur einzelfallbezogen vorgenommen werden. Wesentliche Erkenntnisquellen dabei sind die von der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft e.V. Berlin herausgegebene Publikation: Messung und Beurteilung von Lichtimmissionen, 01.SL01/03.2011 sowie die darauf aufbauenden Hinweise der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI) vom Oktober 2012 zur Messung, Beurteilung und Minderung von Lichtimmissionen.

Um Belästigungen durch von Anlagen ausgehendes Licht zu verhindern oder auf ein erträgliches Maß zu minimieren, ist der Stand der Technik heranzuziehen. Können schädliche Umwelteinwirkungen nach dem Stand der Technik verhindert werden, so ist entsprechend zu verfahren. Können derartige Umwelteinwirkungen nach dem Stand der Technik nicht gänzlich ausgeschlossen werden, sind sie auf ein Mindestmaß zu beschränken.

Die Hinweise der LAI werden herangezogen bei der Beurteilung lichtemittierender Anlagen mit künstlichen Lichtquellen wie zum Beispiel Flutlichtanlagen von Sportstätten, Beleuchtungsanlagen von Industrie- und Gewerbebetrieben, Leuchtreklame oder angestrahlte Fassaden. Unterschieden werden dabei die zwei Bereiche Raumaufhellung und Blendung. Da es sich physikalisch um unterschiedliche Größen handelt, werden für beide unterschiedliche Beurteilungsmaßstäbe angegeben. Bei der Raumaufhellung handelt es sich um die Aufhellung eines schutzwürdigen Raumes durch eine lichtemittierende Anlage, die zu einer eingeschränkten Nutzung dieser Wohnbereiche führt. Zu einer Belästigung durch Blendung kann es wiederum kommen, wenn ein großer Unterschied der Leuchtdichte der Lichtquelle zur Umgebungsleuchtdichte besteht. Dabei kommt es zu einer ständigen und ungewollten Ablenkung der Blickrichtung zur Lichtquelle hin. Das Auge adaptiert diese Quelle dann permanent. Infolgedessen ist die Nutzung des Wohnraumes erheblich gestört.

Das TLUBN kann auf Ersuchen der zuständigen Behörde in besonders gelagerten Einzelfällen um fachliche Hilfe einschließlich der messtechnischen Beurteilung derartiger Belästigungen gebeten werden.

Die optischen Immissionen von Windenergieanlagen stellen einen Sonderfall der Lichtimmissionen dar. Dabei wird maßgeblich der periodische Schattenwurf derartiger Anlagen betrachtet. Dies wird hier näher betrachtet.

Für Anlagen zur Beleuchtung des öffentlichen Straßenraums, Beleuchtungsanlagen von Kraftfahrzeugen und dem Verkehr zuzuordnende Signalleuchten sowie Laseranlagen existieren wiederum eigene Regelungen.

Die Grundlage für den Schutz der Bevölkerung vor schädlichen Umwelteinwirkungen und zur Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen durch elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder in Deutschland ist die Sechsundzwanzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über elektromagnetische Felder - 26. BImSchV). Diese gilt für die Errichtung und den Betrieb von Hochfrequenzanlagen, Niederfrequenzanlagen und Gleichstromanlagen. In der Verordnung sind Grenzwerte für den Gesundheitsschutz festgelegt, die auf international anerkannten Empfehlungen basieren. In der aktuellen Fassung vom 14. August 2013 wurden die 2010 überarbeiteten Empfehlungen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICNIRP) berücksichtigt. Dies sind zulässige Grenzwerte, welche in Abhängigkeit der Frequenz die elektrische Feldstärke, die magnetische Feldstärke, oder die magnetische Flussdichte beschränken.

Um die Einhaltung der Grenzwerte zu kontrollieren werden auf Bundes- und Landesebene Messungen durchgeführt. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) führt diese im Rahmen des EMF-Monitorings an stark besuchten öffentlichen Plätzen im Außenbereich durch und informiert darüber auf der Webseite. Dazu stimmt sich das TLUBN, sowohl mit den Unteren Immissionsschutzbehörden, als auch mit der BNetzA ab. Gemeinsam werden die Messorte für Thüringen festgelegt. Zusätzlich führt das TLUBN ebenfalls Messungen von elektromagnetischen Feldern durch, im Gegensatz zur BNetzA auch in Innenräumen.

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