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Verkehrslärm

Als Verkehrslärm wird der durch die verschiedenen Verkehrsmittel verursachte Lärm bezeichnet. Neben dem Straßenverkehr sind dies vor allem der Schienen- und der Flugverkehr. Vom Verkehrslärm werden viele Menschen beeinträchtigt. 76 Prozent der deutschen Bevölkerung geben an, sich vom Straßenverkehrslärm gestört oder belästigt zu fühlen. Beim Flugverkehrslärm sagen das 44 Prozent, beim Schienenverkehrslärm 38 Prozent der Bevölkerung. Das ist das Ergebnis einer deutschlandweiten repräsentativen Umfrage mit etwa 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem Jahr 2016.

Im den Regelungen zum Verkehrslärmschutz wird stark zwischen den Lärmquellen unterschieden. Sowohl die rechtlichen Grundlagen wie auch die Programme zur Lärmbekämpfung sind quellenspezifisch. Auch gelten beim Straßenverkehrslärm für Neubauvorhaben andere, strengere Maßstäbe, als für bestehende Straßen. Auch die Berechnungs- und Beurteilungsverfahren unterscheiden sich.

Immissionsgrenzwerte, also Werte am Ort des Einwirkens, werden im Hinblick auf ein bestimmtes Schutzziel – z.B. die Vermeidung von Belästigungen oder Störung der Nachtruhe - festgelegt. Um den Bürger vor Straßenverkehrslärm zu schützen, hat der Gesetzgeber im Falle des Neubaus oder einer sog. wesentlichen Änderung von Verkehrswegen in der 16. BImSchV (16. Bundes-Immissionsschutzverordnung – Verkehrslärmschutzverordnung) Grenzwerte zur Lärmvorsorge bestimmt. Für die Verkehrsplanung bedeutet dies, dass bereits im Vorfeld bei der Planung berücksichtigt werden muss, wie sich die Geräuschbelastung für die Anwohner nach erfolgter Baumaßnahme darstellen wird. Bei Überschreitung der Immissionsgrenzwerte sind bereits in der Planungsphase entsprechende bauliche Lärmschutzmaßnahmen vorzusehen.  Diese können z. B. in der Errichtung von Lärmschutzwällen bzw. –wänden oder in der Verwendung emissionsarmer Straßenbeläge, sog. „Flüsterasphalt“, bestehen.

Eine wesentliche Voraussetzung für Maßnahmen an bestehenden Straßen (Lärmsanierung, im Unterschied zur Lärmvorsorge) ist, dass die sog. Lärmsanierungswerte überschritten sind. Danach kommen Lärmschutzmaßnahmen insbesondere in Betracht, wenn der vom Straßenverkehr herrührende Beurteilungspegel einen der Richtwerte überschreitet, die in den „Richtlinien für straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Lärm“ (Lärmschutz-Richtlinien-StV vom 23.11.2007) festgelegt sind. Diese liegen wesentlich über den für die Lärmvorsorge geltenden Werten.

Zur Ermittlung des Maßnahmenbedarfs wird bei Lärmvorsorge und Lärmsanierung das Berechnungsverfahren der „Richtlinien für den Verkehrslärmschutz an Straßen“ (RLS-90) verwendet.

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