Wasch- und Reinigungsmittel

Wasch- und Reinigungsmittel werden in vielen Bereichen des Alltags eingesetzt. Mittlerweile können wir zwischen zigtausenden Wasch- und Reinigungsmitteln auswählen.

Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 1,3 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel an private Haushalte verkauft. Diese teilen sich wie folgt auf:

  • ca. 630.000 Tonnen Waschmittel,
  • ca. 220.000 Tonnen Weichspüler,
  • ca. 480.000 Tonnen Reinigungs- und Pflegemittel; davon ca. 260.000 Tonnen Geschirrspülmittel.

Darüber hinaus wurden in diesem Jahr allein in Deutschland über 5.600 neue Wasch- und Reinigungsmittel oder neue Zusammensetzungen bereits bestehender Marken in Verkehr gebracht. Bei den meisten Produkten handelt es sich um komplexe Gemische verschiedener Substanzen. Die wichtigsten Bestandteile sind Tenside, Enthärter, Bleichmittel und Enzyme. Reinigungsmittel enthalten zudem Säuren und Alkalien, Lösemittel und Komplexbildner.

Die möglichen Gefährdungen für Gesundheit und Umwelt die von Wasch- und Reinigungsmitteln ausgehen, werden häufig immer noch unterschätzt. Die Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln gelangen in beträchtlichen Mengen ins Abwasser und sind zu einem großen Teil nur schwer biologisch abbaubar. Auch werden immer wieder Stoffe in Gewässer eingetragen und können dadurch deren Qualität beeinträchtigen. Auch gesundheitliche Belastungen wie z.B. Allergien spielen zunehmend eine Rolle.

Um die Auswirkungen für Umwelt- und Gesundheit so gering wie möglich halten zu können, wurden sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene Regelungen getroffen, deren Einhaltung regelmäßig zu überwachen ist.

Rechtliche Anforderungen

Aus diesem Grund unterliegen Wasch- und Reinigungsmittel gesetzlichen Regelungen. Das Gesetz über die Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln (Wasch- und Reinigungsmittelgesetz - WRMG), dass in seinen Vorgaben auf die Detergenzien-Verordnung verweist, trifft u.a. Festlegungen zu Höchstmengen von Phosphorverbindungen, zur Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln und deren Inhaltsstoffen und zur Abbaubarkeit zu Tensiden.

So müssen z.B. Tenside, die in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt werden, heute vollständig biologisch abbaubar sein.

Informationspflicht der Hersteller

Mit den gesetzlichen Regelungen zu Wasch- und Reinigungsmitteln werden den Herstellern aber auch vielfältige Informationspflichten auferlegt.

Dies betrifft bei Haushaltsprodukten die Angabe notwendiger Anwendungshinweise und eventuell zu beachtende Vorsichtsmaßnahmen, Dosierempfehlungen sowie Angaben zur Ergiebigkeit. Außerdem müssen bestimmte Inhaltstoffe aufgelistet werden, wie z.B. Tenside, Phosphate oder optische Aufheller, Konservierungsmittel und allergieauslösende Duftstoffkomponenten.

Nähere Informationen zur Zusammensetzung von Wasch- und Reinigungsmitteln müssen die Hersteller im Internet veröffentlichen. Der Verweis auf die Internetseite findet sich auf den Produktverpackungen.

Darüber hinaus besteht für alle Wasch- und Reinigungsmittel gemäß § 10 des WRMG eine Meldepflicht beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Medizinischem Personal (z. B. Ärzten) müssen die Hersteller auf Anfrage für medizinische Zwecke ein Datenblatt über alle Inhaltsstoffe mit Angabe des Gewichtsanteils zur Verfügung stellen.

In Deutschland nimmt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung die Datenblätter entgegen und stellt sie den Giftinformationszentren der Länder bereit. Diese beraten beispielsweise Eltern und Ärzte, wenn Kinder in Kontakt mit Wasch- oder Reinigungsmitteln gekommen sind.

Produktüberwachung

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz unterstützt im Rahmen der Fachaufsicht die Überwachungstätigkeit der Chemikaliensicherheitsbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte, hier insbesondere bei der Produktüberwachung beim Hersteller und beim Händler, einschließlich des Internethandels.

 

 

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