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Wasch- und Reinigungsmittel

Wasch- und Reinigungsmittel werden in vielen Bereichen des Alltags eingesetzt. Mittlerweile können wir zwischen zigtausenden Wasch- und Reinigungsmitteln auswählen.

Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 1,5 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel an private Haushalte verkauft. Diese teilen sich wie folgt auf:

  • ca. 664.000 Tonnen Waschmittel davon ca. 60.000Tonnen Waschadditive, z.B. Fleckentferner, Wasserenthärter)
  • ca. 251.000 Tonnen Weichspüler
  • ca. 631.000 Tonnen Reinigungs- und Pflegemittel; davon ca. 312.000 Tonnen Geschirrspülmittel (Hand- und Maschine).

Hinzu kommen unbekannte Mengen gewerblicher und industrieller Reinigungsmittel.

Darüber hinaus werden jährlich neue Wasch- und Reinigungsmittel oder neue Zusammensetzungen bereits bestehender Marken in Verkehr gebracht. Bei den meisten Produkten handelt es sich um komplexe Gemische verschiedener Substanzen. Die wichtigsten Bestandteile sind Tenside, Enthärter, Bleichmittel und Enzyme. Reinigungsmittel enthalten zudem Säuren und Alkalien, Lösemittel und Komplexbildner.

Die möglichen Gefährdungen für Gesundheit und Umwelt die von Wasch- und Reinigungsmitteln ausgehen, werden häufig immer noch unterschätzt. Die Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln gelangen in beträchtlichen Mengen ins Abwasser und sind zu einem großen Teil nur schwer biologisch abbaubar. Auch werden immer wieder gefährliche Stoffe in Gewässer eingetragen und können dadurch deren Qualität beeinträchtigen. (Der aus Wasch- und Reinigungsmitteln von privaten Haushalten resultierende Chemikalieneintrag in das Abwasser beträgt ca. 564.554 (Bezugsjahr 2017) Tonnen). Gesundheitliche Belastungen wie z.B. durch allergene Duftstoffe spielen zunehmend eine Rolle.

Um die Auswirkungen für Umwelt und Gesundheit so gering wie möglich halten zu können, wurden sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene Regelungen getroffen, deren Einhaltung regelmäßig zu überwachen ist

Rechtliche Anforderungen

Das Gesetz über die Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln (Wasch- und Reinigungsmittelgesetz - WRMG), dass in seinen Vorgaben auf die Detergenzienverordnung verweist, trifft u.a. Festlegungen zu Höchstmengen von Phosphorverbindungen, zur Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln und deren Inhaltsstoffen und zur Abbaubarkeit zu Tensiden.

So müssen z.B. Tenside, die in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt werden, heute vollständig biologisch abbaubar sein.

Informationspflichten und Meldepflichten der Hersteller

Mit den gesetzlichen Regelungen zu Wasch- und Reinigungsmitteln werden den Herstellern vielfältige Informationspflichten auferlegt.

Dies betrifft bei Haushaltsprodukten die Angabe notwendiger Anwendungshinweise und eventuell zu beachtende Vorsichtsmaßnahmen, Dosierempfehlungen sowie Angaben zur Ergiebigkeit. Außerdem müssen bestimmte Inhaltstoffe aufgelistet werden wie z.B. Tenside, Phosphate oder optische Aufheller, Konservierungsmittel und allergieauslösende Duftstoffkomponenten. Wasch- und Reinigungsmittel sind hinsichtlich ihrer gefährliche Eigenschaften nach der CLP-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1272/2008) zu kennzeichnen.

Nähere Informationen zur Zusammensetzung von Wasch- und Reinigungsmitteln müssen die Hersteller im Internet veröffentlichen. Der Verweis auf die Internetseite findet sich auf den Produktverpackungen.

Darüber hinaus besteht für alle Wasch- und Reinigungsmittel gemäß § 10 des WRMG eine Meldepflicht beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Für als gefährlich eingestufte chemische Produktgemische, also auch Wasch- und Reinigungsmittel, gilt seit dem 01.02.2021 ein europäisches Mitteilungsverfahren, das s.g. PCN-Verfahren. Über diese Mitteilungsverfahren werden u. a. Datenblätter für medizinische Notbetreuung generiert und bereitgestellt.

Die entsprechenden Datenblätter mit Angaben über alle Inhaltsstoffe und deren Gewichtsanteile müssen die Hersteller medizinischem Personal (z.B. Ärzten) auf Anfrage zur Verfügung stellen.

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung nimmt in Deutschland die Datenblätter entgegen und stellt sie den Giftinformationszentren der Länder bereit. Diese beraten beispielsweise Eltern und Ärzte, wenn Kinder in Kontakt mit Wasch- oder Reinigungsmitteln gekommen sind.

Bis Ende 2021 waren in Thüringen 56 Hersteller mit insgesamt 1583 Produkten gemeldet.

Neben den gesetzlichen Regelungen tragen auch Selbstverpflichtungen der Industrieverbände (z.B. der IKW) dazu bei, problematische Stoffe in Waschmitteln zu reduzieren bzw. zu ersetzen.

Produktüberwachung

In Thüringen sind die Chemikaliensicherheitsbehörden der Landratsämter und kreisfreien Städte für den Vollzug des WRMG zuständig. Sie werden fachlich unterstützt durch das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz, hier insbesondere bei der Produktüberwachung beim Hersteller und beim Händler, einschließlich des Internethandels und der Pflichtdurchsetzung zu Herstellerpflichten.

Wesentliche Schritte bei den Überwachungen sind:

  • Betriebsbegehung (Produktionsstätte, Lager)
  • Kontrolle der vollständigen Kennzeichnung auf den Produktverpackungen und in sonstigen zur Verfügung stehenden Produktunterlagen (zum Beispiel in Technischen Anweisungen, Sicherheitsdatenblätter)
  • Überprüfung der Meldepflichten
  • Einblick in Unterlagen zur Bestätigung der vollständig biologischen Abbaubarkeit von Tensiden oder vorliegende Ausnahmegenehmigungen
  • Überprüfung der Verbraucherinformationen auf Internetseiten auf Vollständigkeit
  • Fachberatung und Information der Firmen

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