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Fluorierte Treibhausgase

Fluorierte Treibhausgase, auch F-Gase genannt, sind fast ausschließlich teil- oder vollfluorierte Kohlenwasserstoffe. Sie tragen wesentlich zur Klimaerwärmung bei, weshalb ihre Reduktion einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Im Gegensatz zu natürlich vorkommenden Treibhausgasen (z. B. CO2, Methan) kommen F-Gase weder in der Natur vor, noch werden sie bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe als unerwünschte Nebenprodukte freigesetzt. F-Gase werden weitgehend anthropogen hergestellt und sind in verschiedensten Produkten enthalten, z. B. als Kältemittel in Kälte-Klimatechnik, als Feuerlöschmittel oder als Treibmittel in Schäumen und Dämmstoffen.

Durch die Verordnung (EU) 517/2014 („F-Gase-Verordnung“) werden F-Gase sowie Erzeugnisse und Einrichtungen, welche F-Gase enthalten oder zum Funktionieren benötigen, reglementiert.

Ziel der Verordnung ist die Minderung der Emissionen von F-Gasen unter anderem durch

  • die Festlegung von Betreiberpflichten bei Einrichtungen, die F-Gase enthalten wie zum Beispiel Wärmepumpen,
  • die Zertifizierung von Unternehmen und deren Mitarbeitern, welche entsprechende Einrichtungen installieren oder warten,
  • das Verbot des Inverkehrbringens bestimmter Erzeugnisse wie zum Beispiel nicht wieder auffüllbare Behälter für F-Gase,
  • das Verbot bestimmter Verwendungen von F-Gasen wie die Wartung oder Instandhaltung bestehender Kälteanlagen mit besonders klimaschädlichen Treibhausgasen und
  • Mengenbegrenzung für das Inverkehrbringen von teilfluorierten Kohlenwasserstoffen durch Einführung eines Quotensystems.

Durch nationale Vorschriften wie Abschnitt IIb (§§ 12i, 12j) des Chemikaliengesetzes und die Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV) werden die Bestimmungen der F-Gase-Verordnung präzisiert und teilweise ergänzt.

Betreiberpflichten bei Einsatz von F-Gasen in der Kälte-Klimatechnik

Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen enthalten als Kältemittel häufig F-Gase in Form von teilfluorierten Kohlenwasserstoffe (HFKW). Der Betrieb dieser Anlagen unterliegt den rechtlichen Regelungen der Verordnung  (EG) 517/2014 (F-Gase-Verordnung) und der Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV).

Zur Ermittlung, welchen Regelungen die installierten Anlagen unterliegen, ist zunächst das CO2-Äqivalent des eingesetzten Kältemittels zu bestimmen:

Kältemittel in t   x   Treibhauspotential (GWP des Kältemittels nach Anhang I der F-Gase-VO)  =  CO2 - Äquivalent in t

Als Betreiber einer ortsfesten Kälte-, Klimaanlage oder Wärmepumpe ist sicherzustellen,

  • dass Anlagen, die F-Gase in einer Menge von 5 Tonnen CO2-Äquivalent (10 t bei speziell gekennzeichneten hermetisch dichten Anlagen) oder mehr enthalten gemäß Art. 4 der F-Gase-Verordnung auf Dichtheit kontrolliert werden,
  • dass Anlagen, die F-Gase in einer Menge von 500 Tonne CO2-Äquivalent enthalten über ein Leckage-Erkennungssystem nach Art. 5 der F-Gase-Verordnung verfügen,
  • dass Aufzeichnungen zu den o. g. Anlagen nach Art. 6 der F-Gase-Verordnung zu führen sind,
  • dass o.g. Anlagen den Grenzwert für den spezifischen Kältemittelverlust im Normalbetrieb nach § 3 ChemKlimaschutzV nicht überschreiten und
  • dass bei o. g. Anlagen der Zugang zu allen lösbaren Verbindungsstellen sichergestellt ist, sofern technisch möglich und zumutbar.

Soweit Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen andere Unternehmen mit der

  • Installation, Wartung, Instandsetzung oder Stilllegung von stationären Anlagen beauftragen, ist unabhängig von der Füllmenge ein nach § 6 Chemikalien-Klimaschutzverordnung zertifiziertes Unternehmen zu beauftragen.
  • Wartung von Kfz-Klimaanlagen im Fuhrpark beauftragen ist sicherzustellen, dass die Wartungsarbeiten von Personen mit einer Ausbildungsbescheinigung nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 Chemikalien-Klimaschutzverordnung durchgeführt werden.

Die o.g. Anforderungen nach § 8 ChemKlimaschutzV sind auch bei öffentlichen Ausschreibungen zu berücksichtigen.

Die Überwachung der o. g. rechtlichen Regelungen erfolgt grundsätzlich durch die unteren Chemikaliensicherheitsbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte. Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz, Referat Marktüberwachung, Chemikaliensicherheit ist für die Überwachung der Kälte-Klimatechnik zuständig, soweit diese durch die Landkreise und kreisfreien Städte oder Unternehmen mit entsprechender kommunaler Beteiligung betrieben werden.  

 

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