Abfallvermeidung und Ressourcenschonung

Die Europäische Union hat im Jahr 2008 den Mitgliedstaaten eine Abfallrahmenrichtlinie vorgegeben, die der Abfallvermeidung die höchste Priorität in der fünfstufigen Hierarchie  zuweist. Die Abfallentstehung soll vermieden bzw. verringert werden.  Lediglich die nicht vermeidbaren Abfälle sind -soweit möglich-  als wichtige Rohstoffe in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen.

 

Das deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz  greift diese Maßgabe mit folgenden Zielsetzungen auf:

  • die anlageninterne Kreislaufführung von Stoffen,
  • die abfallarme Produktgestaltung,
  • die Wiederverwendung von Erzeugnissen oder die Verlängerung ihrer Lebensdauer  sowie
  • ein Konsumverhalten, das auf den Erwerb von abfall- und schadstoffarmen Produkten sowie die Nutzung von Mehrwegverpackungen gerichtet ist.

Artikel 29 der Abfallrahmenrichtlinie fordert von den Mitgliedsstaaten die Aufstellung von nationalen Abfallvermeidungsprogrammen, die regelmäßig überprüft und ggf. fortzuschreiben sind. Im Jahr  2013 wurde das vom Bundesumweltministerium unter Mitwirkung der Länder erarbeitete erste deutsche Abfallvermeidungsprogramm verabschiedet. Das Abfallvermeidungsprogramm richtet sich an staatliche Akteure und enthält Empfehlungen für Maßnahmen zur Abfallvermeidung mit folgenden Schwerpunkten:

  • Forschung & Entwicklung zu abfallvermeidenden Technologien und Nutzungskonzepten
  • Information und Sensibilisierung zum Thema
  • Abfallvermeidung in Form von zielgerichteten Kampagnen
  • Maßnahmen zur Produktgestaltung und Wiederverwendung von Produkten (z.B. Förderung oder Festlegung von Kriterien für ein ressourcen-  und abfallsparendes Produktdesign, Förderung von Strukturen zur Wiederverwendung/Weiternutzung von Produkten und Reparaturnetzwerken)
  • Abfallvermeidung beim Betrieb von industriellen Anlagen (Aktualisierung von Musterverwaltungsvorschriften um abfallvermeidende Gesichtspunkte)
  • Förderung von Umweltmanagementsystemen und ggf. Erweiterung derselben um abfallvermeidende Komponenten

Bei einer schnell wachsenden Weltbevölkerung steigt der Rohstoff- und Energieverbrauch ständig. Der Welterschöpfungstag ist der Tag im Jahr, ab dem mehr Ressourcen bereits verbraucht werden, als die Erde produzieren kann. Dieser rückt seit Jahren im Jahreslauf immer weiter nach vorn und war 2018 bereits am 01. August erreicht.

 

In jedem Jahr gibt es eine Woche der Abfallvermeidung mit besonderen öffentlichkeitswirksamen Aktionen.

Das am 1. November 2017 vom Landtag beschlossene “Thüringer Ausführungsgesetz zum  Kreislaufwirtschaftsgesetz“ soll die Vorbildwirkung der öffentlichen Hand stärken.

Nachhaltige öffentliche Beschaffung – das Land Thüringen als Auftraggeber:

Öffentliche Aufträge haben in Thüringen - wie auch in den anderen Bundesländern - ein hohes Volumen und sind für viele Unternehmen interessant. Damit hat das Land bei der Vergabe von Aufträgen die Chance, Einfluss auf das Einhalten von nachhaltigen Kriterien bei der Produktion zu nehmen. Die Vergabe der Aufträge soll so gestaltet werden, dass ein sparsamer Umgang mit den Ressourcen (Langlebigkeit, Reparaturfreundlichkeit, abfallarme Produktionsverfahren) sowie die Wiederverwendung gefördert wird.

Beispielsweise wird durch den Einsatz von Recyclingpapier in der öffentlichen Verwaltung (Idealfall: 100 %) Einfluss auf die Art der Herstellung des Papiers ausgeübt. Bei ent-sprechender Nachfrage nach Recyclingpapier können bei der Papierproduktion Frischfasern aus Holz durch Altpapierfasern ersetzt werden. Zudem kommt es zur Einsparung von Wasser und Energie. 

Projekt: “Thüringer Beschaffungsallianz – fair und nachhaltig“

Der Verein “Zukunftsfähiges Thüringen“ wird als Nachhaltigkeitszentrum Thüringen vom Land gefördert. Ein im April 2016 gestartetes Projekt ist die “Thüringer Beschaffungsallianz“.

Neben Veranstaltungen zu ausgewählten Themen werden vielfältige Informationen zum Thema gebündelt, z. B. auch gute Beispiele bei der Umsetzung von Projekten der nachhaltigen Beschaffung zur Nachnutzung.

Thüringer Arbeitskreis: “Faire und nachhaltige Beschaffung“

Der Arbeitskreis als Bestandteil der “Thüringer Beschaffungsallianz“ mit VertreterInnen aus Kommunen und der Zivilgesellschaft sowie aus Thüringer Ministerien und Behörden hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil nachhaltig erzeugter Produkte in der öffentlichen und auch privaten Beschaffung in Thüringen deutlich zu erhöhen.

Umweltbildung in Thüringen – Projekte mit Bezug zur Abfallvermeidung

Thüringer Nachhaltigkeitsschule

Der Bildungsplan des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport  (TMBJS) enthält unter Kap. 3.7 Ausführungen zur  “Thüringer Nachhaltigkeitsschule“. Es geht dabei darum, den Schülern durch aktive Beteiligung an einem Umweltprojekt ein Gefühl für nachhaltige Lebensweise zu vermitteln. Möglich ist eine Auszeichnung durch Verleihung des Titels “Umweltschule in Europa – Thüringer Nachhaltigkeitsschule“.

Die “Umweltschule in Europa-Thüringer Nachhaltigkeitsschule“ ist ein Kooperationsprojekt des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN), des TMBJS und des Naturschutzbundes (NABU) Thüringen. Das Programm ermöglicht allen Schulen, die erstmals ein Projekt zum Thema Nachhaltigkeit durchführen wollen, die Teilnahme. Aus dem Bereich Umwelt werden u.a. als mögliche Handlungsfelder für ein Projekt 

  • die Nutzung natürlicher Ressourcen und Energiegewinnung,
  • Mülltrennung und
  • Abfallvermeidung

genannt.

Theaterstück des DNT für Schulen

Das Deutsche Nationaltheater Weimar (DNT) organisiert regelmäßig sogenannte Klassenzimmerstücke. Diese Theaterstücke werden direkt in den Schulen aufgeführt und setzen sich mit aktuellen gesellschaftlichen Themen auseinander. Das neue Klassenzimmer-stück mit dem Titel “Petty Einweg-die fantastische Reise einer Flasche ans Ende der Welt“ setzt sich mit dem brisanten Thema der Verbreitung des Plastikmülls auf der ganzen Welt auseinander. Das Projekt wurde durch das Thüringer Umweltministerium gefördert. Das Monologstück des Autors Jens Raschke richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 6 und kann von Schulen in Weimar und Umgebung gebucht werden. Wie aus der gemeinsamen Medieninformation des TMUEN und des DNT hervorgeht, ist die Uraufführung des Stückes am 26. November 2019.

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