Thüringer Altlasteninformationssystem (THALIS)

THALIS ist die Abkürzung für „Thüringer Altlasteninformationssystem“. Es handelt sich dabei um ein elektronisches Kataster, in dem Altlasten und Altlastverdachtsflächen erfasst sind. Die Bodenschutzbehörden sind gesetzlich verpflichtet, ein solches Kataster zu führen. Es ist in erster Linie dazu bestimmt, Behörden und Planungsträger bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Die gesetzlichen Definitionen der Begriffe „Altlasten“ und „Altlastenverdachtsflächen“ finden Sie unter der Rubrik „Allgemeines“.

Vereinfacht ausgedrückt, bedeutet dies: Altlastverdachtsflächen sind Grundstücke stillgelegter Betriebe (sogenannte Altstandorte) und stillgelegter Abfalldeponien (sogenannte Altab-lagerungen), für die der Verdacht auf eine gefährliche Schadstoffverunreinigung des Bodens besteht. Als Altlasten werden derartige Grundstücke dann bezeichnet, wenn durch Untersuchungen nachgewiesen worden ist, dass gefährliche Bodenverunreinigungen vorliegen. Viele der landläufig als „Altlasten“ bezeichneten Sachverhalte, wie

  • ruinöse Gebäude,
  • verunreinigte Bausubstanz,
  • Asbestverkleidungen und -dächer,
  • auf Grundstücken zurückgelassene Abfälle (z.B. Fässer oder Gebinde mit gefährlichen Inhaltsstoffen),
  • Fundmunition,
  • Bombenblindgänger,
  • Autowracks und selbst
  • größere Ablagerungen von ungefährlichen Abfällen (wie unbelasteter Bauschutt oder Erdaushub, Autoreifen etc.)

sind also keine Altlasten im Sinne des Gesetzes und daher auch nicht im Kataster enthalten. Auch Grundstücke betriebener Anlagen, auf denen es zu Bodenverunreinigungen gekommen ist, werden demnach nicht im THALIS geführt.

Die Altlastverdachtsflächen wurden in Thüringen Mitte der 90er Jahre systematisch, flächendeckend und nahezu vollständig erfasst. Da sich der Altlastverdacht bei Untersuchungen oft nicht bestätigt, ist die Zahl der Altlastverdachtsflächen seither kontinuierlich zurückgegangen. Die folgende Grafik veranschaulicht diese Entwicklung:

Diagramm aus der Thüringer Altlastenstatistik,welche die Altlastenverdachtsflächenzahl im Verlauf von 2003-2020 abbildet, Stand: 01.01.2020
Quelle: THALIS - Thüringer Altlastenstatistik, Stand: 01.01.2020

Mit Stand vom 01.01.2020 sind im THALIS noch 11.700 Altlastverdachtsflächen und 796 Altlasten registriert.

Das Kataster enthält hauptsächlich folgende Daten über die betreffenden Flächen:

  • Bezeichnung
  • Lage
  • Größe
  • Nutzungsgeschichte
  • Vorliegende Dokumente (Untersuchungsberichte, Gutachten, etc.)
  • Nachgewiesene Schadstoffe
  • Durchgeführte Maßnahmen (Untersuchungen, Sanierungen, Monitoring etc.)
  • Behördliche Einschätzungen (Gefahrenbeurteilung, Handlungserfordernis)

Die THALIS-Benutzeroberfläche hat folgendes Aussehen:

Quelle: THALIS – Benutzeroberfläche, Stand: 01.01.2020
Quelle: THALIS – Benutzeroberfläche, Stand: 01.01.2020

Zugriff auf das THALIS haben alle Bodenschutzbehörden Thüringens. Wenn Sie eine Katasterauskunft benötigen, sollten Sie diese jedoch vornehmlich bei den unteren Bodenschutzbehörden einholen. Diese Behörden sind (von wenigen Ausnahmen abgesehen) in Thüringen für die Altlastbearbeitung zuständig und daher auch für die Auskunftserteilung prädestiniert. Zudem können Sie dort oft noch weitere sachdienliche Informationen erhalten (Schwere des Altlastverdachts, Höhe etwaiger Untersuchungs- und Sanierungskosten, Untersuchungsergebnisse etc.), über die die anderen Bodenschutzbehörden nicht verfügen. Die für Sie zuständige untere Bodenschutzbehörde finden Sie im Landratsamt Ihres Landkreises bzw. in der Stadtverwaltung Ihrer kreisfreien Stadt. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Behörden gesetzlich verpflichtet sind, für schriftliche Auskünfte Kosten zu erheben. THALIS-Auskünfte können Sie auch beim Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) beantragen. Hier erhalten Sie jedoch nur eine unkommentierte Katasterauskunft.

Zur Antragstellung verwenden Sie bitte das unter diesem Link verfügbare Formular.

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