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Tag des Geotops 2022 in Thüringen TLUBN organisiert landesweit Veranstaltungen und macht Thüringens Schatz an Geotopen erlebbar


Schwerpunkt: Gipsstein als Gestein des Jahres 2022

Bleßberghöhle

Am Sonntag, dem 18. September 2022 wird in Thüringen zum 21. Mal der Tag des Geotops begangen. Wie jedes Jahr am dritten Sonntag im September werden dann bundesweit Geotope, aber auch andere geologische Objekte und Einrichtungen rund um das Thema Geologie in ihrer ganzen Vielfalt der Öffentlichkeit präsentiert. Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) ist federführend bei der Organisation des Tages für den Freistaat, der in diesem Jahr mit insgesamt zwölf Veranstaltungen in den vier Thüringer Geoparken ein vielseitiges Programm bietet. Den thematischen Mittelpunkt bildet dabei der Gips als Geistein des Jahres 2022.

Das TLUBN selbst veranstaltet aus diesem Anlass Exkursionen zur Gipshöhle Kelle in der Nähe von Appenrode. Sie ist das älteste Naturdenkmal des Landkreises Nordhausen. Die sogenannte verbrochene Karsthöhle mit einem Höhlensee wurde bereits 1591 erstmals erwähnt, war später Wallfahrtsort und galt lange Zeit als eine der schönsten Höhlen der Harzregion. Seit dem 18. Jahrhundert gaben sowohl künstliche Eingriffen als auch natürliche Einstürze der Höhle ihre heutige Gestalt. Ausgangspunkt der Exkursionen ist ab 11 Uhr der Stand des TLUBN auf dem Firmengelände der Casea GmbH in Ellrich, Landkreis Nordhausen (Pontelstraße 3), wo das Unternehmen gemeinsam mit regionalen Vereinen und Akteuren einen Tag der offenen Tür veranstaltet und einen Einblick in die Gewinnung und Weiterverarbeitung von Gips und Anhydrit gibt.

Da Gipsstein wasserlöslich ist, kommt es durch den damit verbundenen Volumenverlust immer wieder zu Senkungen und Erdfällen. Die Kelle ist daher sowohl Naturdenkmal und Geotop als auch ein Resultat solcher natürlichen Prozesse, die als Subrosion bezeichnet werden. Das TLUBN kartiert und erfasst landesweit solche Subrosionsstrukturen und bestimmt auf dieser Grundlage systematisch die damit verbundenen Georisiken.

Hintergrund:

Einschließlich der Veranstaltung des TLUBN werden in den beiden bundeslandübergreifenden Geoparks „UNESCO Global Geopark Harz Braunschweiger Land Ostfalen“ und „Nationalen Geopark Schieferland“ zwei bzw. vier Veranstaltungen angeboten, im „UNESCO Global Geopark Thüringen Inselsberg – Drei Gleichen“ eine sowie im „Nationalen Geopark Kyffhäuser“ vier Veranstaltungen. Nähere Informationen dazu sind unter https://tlubn.thueringen.de/geologie-bergbau/angewandte-geologie/geotopschutz-geoparke-geofoerderung zu finden. Wer sich bundesweit orientieren möchte, kann sich auf der Homepage der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung (DGGV e.V.) unter http://www.tag-des-geotops.de/ informieren. Hier stehen 137 Veranstaltungen zur Auswahl.

Die Geoparks präsentieren sich das ganze Jahr als Wissensvermittler und Lernort sowie als Orte erfolgreicher Verbindung von Geologie und aktivem Naturschutz. Sie werden vom Freistaat gefördert. In den Geoparks wird das geologische, bergbauliche, kulturgeschichtliche und industrielle Erbe der jeweiligen Region und seine Bedeutung für die Öffentlichkeit vermittelt. Insgesamt spannende Themen, die nachhaltig wirkende Ansätze für die Umweltbildung liefern. Sie beziehen die belebte und unbelebte Natur ein und schaffen Erlebnis und Abenteuer.

Der Freistaat Thüringen ist gut ausgestattet sowohl mit Geotopen, von denen über 900 im Geotopkataster des TLUBN dokumentiert sind, darunter auch 12 Nationale Geotope, als auch mit aktiven Geoparks, in denen Umweltbildung der besonderen Art angeboten wird. Sie nutzen insbesondere den Tag des Geotops, mit interessanten Veranstaltungen auf sich aufmerksam zu machen.

Speziell im Südharz beherbergen Gebiete mit Gips- und Anhydritstein bedingt durch die Wasserlöslichkeit des Gipssteins eine Fülle an Landschaftsformen. So existiert im Ausstrichbereich des Zechsteins am Südrand des Harzes und Kyffhäusers eine vielgestaltige Karstlandschaft mit Höhlen (z.B. Kelle bei Appenrode, Barbarossahöhle am Kyffhäuser, Einhornhöhle bei Herzberg, Heimkehle bei Uftrungen), Dolinen/Erdfällen, Spalten, Quellen (Rhumespring), Gipskarstseen sowie Quellhebungen (Zwergenlöcher bei Bad Sachsa). Diese reich gegliederte Landschaft wird durch erlebnisreiche Karstwanderwege erschlossen.

Die Karstlandschaft beherbergt auf einem bewegten Relief sowie einem Untergrund aus Gips, Dolomit und Kalk eine bemerkenswerte Flora und Fauna mit naturnahen Kalkbuchenwäldern, Magerrasen, anmoorigen Bereichen in Karsthohlformen und bedeutenden Ufergesellschaften in anstehenden Karstgewässern mit schwankenden Wasserständen. Auf den unterschiedlichsten Standorten gedeihen besonders schutzwürdige Arten wie Aronstab, Seidelbast, Türkenbundlilie, Hirschzunge, Orchideen, Enzian, Erdsterne, Diptam u.a. Im Ausstrichbereich des Kupferschiefers gedeiht zudem eine seltene Schwermetallflora.

Kontakt für Presse / Journalisten

Nils Fröhlich
Pressereferent

Göschwitzer Str. 41
07749 Jena

Tel.:
+49 361 573942502

E-Mail:
nils.froehlich@tlubn.thueringen.de

 

Über das Landesamt

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) ist die obere Landesbehörde im nachgeordneten Bereich des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz. Wir sind für Bürger:innen, Unternehmen, Institutionen und die Politik des Freistaates die zentrale Behörde in allen Umweltbelangen. Wir übernehmen ressortintern Fach- und Vollzugsaufgaben insbesondere in den Bereichen Wasserwirtschaft, Bergbau und Geologie, Chemikaliensicherheit, Strahlenschutz, Immissionsschutz, Klimaschutz, Bodenschutz, Abfallwirtschaft, Marktüberwachung, Gentechnik sowie Naturschutz und Landschaftspflege.

Unsere circa 670 Mitarbeiter:innen arbeiten in der Behördenzentrale in Jena und weiteren Außenstandorten in Weimar, Gera, Suhl, Sondershausen, Bad Salzungen und Niederpöllnitz sowie in der Staatlichen Vogelschutzwarte in Seebach.

Nach Inkrafttreten des Thüringer Verwaltungsreformgesetzes wurde das TLUBN am 1. Januar 2019 durch Zusammenführung der ehemaligen Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in Jena, der Abteilung Umwelt des Landesverwaltungsamtes in Weimar und des Thüringer Landesbergamtes (TLBA) in Gera gegründet. Für weitere Informationen zum TLUBN besuchen Sie unsere Website unter https://tlubn.thueringen.de.

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