Weltwassertag am 22. März Niedrigwasser und Trockenheit – Eine Auswirkung des Klimawandels


Trockenheit und Niedrigwasser sind im gemäßigten Klima Thüringens natürlich und regelmäßig auftretende Phänomene im Wetter- und Wasserkreislauf.

Ausgetrockneter Teich
Ausgetrockneter Teich und massive Trockenschäden im angrenzenden Waldbestand im Landkreis Greiz im August 2020. Foto: TLUBN/Dr. Kai Pfannschmidt

Die Umwelt ist in bestimmtem Maß darauf eingestellt, solche (Extrem-)Situationen ohne bleibende Schäden zu überstehen. Jedoch kann ein über längere Zeit aufwachsendes Wasserdefizit ohne Regenerationsphasen diese Toleranzgrenze überschreiten. Deutliche Auswirkungen auf die Ökosysteme sind dann unvermeidlich.


Publikation „Niedrigwasser und Trockenheit in Thüringen“

Im extremen Trockenjahr 2018 deutete sich ein derartiges Wasserdefizit bereits an. Im Folgejahr 2019, welches hinsichtlich Hitze und Niederschlagsmangel kaum weniger extrem ausfiel, manifestierten sich die Dürreprobleme flächendeckend und es wurde offensichtlich, dass der Zeitraum 2018-2019 hinsichtlich des Wassermangels eine Ausnahmestellung einnimmt und damit eine genauere wasserwirtschaftliche Analyse und Einordnung geboten war.

Das Ergebnis dieser wissenschaftlichen Analyse ist im Buch „Niedrigwasser und Trockenheit in Thüringen“ des Thüringer Landesamts für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) zusammengefasst.

Der grundlegenden Auswertung

  • der Niedrigwasserabflüsse an den Pegeln,
  • deren flächendeckende Übertragung auf Gesamtthüringen sowie
  • der Grundlagen der Talsperrenbewirtschaftung in Niedrigwasserzeiten

schließt sich eine Analyse der Trockenperiode 2018/2019 und deren Einordnung in die Beobachtungsreihen meteorologischer und hydrologischer Größen an.

Ein Rückblick auf maßgebliche Trockenjahre und Niedrigwasserereignisse in Thüringen im Zeitraum von 1500 bis 1950 rundet mit einer Prognose möglicher zukünftiger Ereignisse vor dem Hintergrund der klimatischen Entwicklung die Publikation ab: Hitzesommer wie 2018 und 2019 werden demnach in naher Zukunft die Durchschnitts-Sommer darstellen. Mit dem Temperaturanstieg geht auch eine Verschiebung des Niederschlagsregimes einher, was sich bereits jetzt schon beobachten lässt. Zukünftig ist in den Frühjahrs- und Sommermonaten mit häufigeren und länger anhaltenden Dürreperioden zu rechnen.

An der Veröffentlichung, die als Schriftenreihe Nr. 120 herausgeben wird, haben 13 Autoren mitgewirkt. Das Buch umfasst 292 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und kann ab sofort zum Preis von 15 Euro unter https://tlubn.thueringen.de/service/publikationen/schriftenreihe bestellt werden.


Information der Öffentlichkeit: das Niedrigwasserportal auf der TLUBN-Homepage

Zur besseren Information von Behörden, Verbänden, Entscheidungsträgern aber auch Bürgerinnen und Bürgern hat das TLUBN ein Niedrigwasserportal aufgebaut, das seit vergangener Woche freigeschaltet ist. Dort werden Daten zur aktuelle Situation in Thüringer Fließgewässern, ausgesuchten Talsperren sowie dem Grundwasserbereich angeboten und in Bezug auf Niedrigwasserführung eingeordnet.

Das Angebot wird durch flächenhafte Auswertungen der Niederschlagsituation sowie der aktuellen und prognostizierten Bodenfeuchte abgerundet. Das TLUBN wird das Informationsangebot auf dem Niedrigwasserportal kontinuierlich erweitern und verbessern, um eine bestmögliche Informationsplattform zu bieten. Das Portal ist unter

https://www.tlubn.thueringen.de/nw

erreichbar.


Wassertrend.TH - Expertenwissen für nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen

Im Zuge des sich vollziehenden Klimawandels ist bereits in naher Zukunft von einer Verstetigung der Entwicklung hin zu trockneren, heißeren Sommern auszugehen.

Aus diesem Grund wurde im TLUBN zur Bündelung der vorhandenen fachübergreifenden Kompetenz das Expertenteam „Wassertrend.TH“ eingerichtet. In diesem Team wird Expertenwissen aus den Bereichen Hydrologischer Landesdienst, Flussgebietsmanagement, Hydrogeologie, Bodenkunde, Artenschutz und Klimawandelfolgen gebündelt.

Das Team befasst sich mit der Beobachtung und Erfassung, der Analyse sowie der Bewertung von Trockenperioden, der daraus resultierenden Dürre und dem damit verbundenen Wasserstress in den Bereichen des Oberflächenwassers, des Bodenwasserhaushalts sowie des Grundwassers. Dabei berät es andere Akteure aus unterschiedlichen Bereichen (z. B. Forst, Landwirtschaft).


Grundwasserbilanzierungsmodul als Arbeitsinstrument für die unteren Wasserbehörden in Erlaubnisverfahren

Das bereits vorhandene Modul zur flächenhaften Ermittlung der Grundwasserdargebote als Entscheidungshilfe für die Unteren Wasserbehörden bei der Grundwasserbewirtschaftung wurde auf Grund der klimatischen Veränderungen der vergangenen Jahre aktualisiert. Die zunächst auf der Basis der hydrogeologischen Erkundungen der Jahre 1963 bis 1993 zusammengestellten Daten wurden mit aktueller Methodik nochmals erhoben und dabei die aktuelle Niederschlagsreihe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) von 1971 bis 2010 verwendet.

In den letzten drei Jahren waren die Niederschläge und demzufolge auch die Grundwasserneubildung stark zurückgegangen, was sich auch in den Grundwasserständen und Quellschüttungen des Landesmessnetzes zeigt. Durch eine Neuberechnung der Grundwasserneubildung liegen dem TLUBN jetzt neue Ergebnisse vor und können ab dem Jahr 2015 bis 2019 erstmals sowohl als Monatswerte als auch als Jahressummen ausgewertet werden. Damit steht für die Grundwasserbewirtschaftung ein aktualisierter, zeitlich hochaufgelöster Datenbestand zur verbesserten Ermittlung des Grundwasserdargebotes zur Verfügung.

 

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