Neues Naturschutzgebiet im Südharzer Gipskarst zwischen Niedersachswerfen und Woffleben Siegesmund: „Ein Schatz, den wir bewahren wollen“


Skadi Thiel, TLUBN
Skadi Thiel, TLUBN
Skadi Thiel, TLUBN

Der „Bromberg–Mühlberg bei Woffleben“ im Landkreis Nordhausen mit einer Fläche von ca. 150 ha ist ab morgen (26.1.) Naturschutzgebiet. So entsteht eine Verbindung zwischen den bereits bestehenden Naturschutzgebieten „Mühlberg“ bei Niedersachswerfen und „Himmelsberg“ bei Woffleben. Umweltministerin Anja Siegesmund erklärt dazu:

„Ich habe mich bei vielen Besuchen und Wanderungen vor Ort überzeugen können, wie wertvoll und einzigartig diese Region ist. Viele Menschen vor Ort haben sich jahrelang für das neue Naturschutzgebiet engagiert. Dafür bin ich sehr dankbar – ihr Einsatz hat sich gelohnt. Der Südharzer Gipskarstlandschaft ist ein enorm wichtiger Lebensraum für viele Arten. Hier sind der Neuntöter, Schwarzspecht und Uhu sowie die Bechsteinfledermaus, Mopsfledermaus und Wildkatze zu Hause. Auch besonders seltene Blütenpflanzen wie die Türkenbundlilie sowie zahlreiche Moose und Flechten kommen hier vor. Darum geht es bei den Naturschutzgebieten: Die wertvollen Schätze, die direkt vor unserer Haustür liegen, zu bewahren.“

Gipskarstgebiete sind bundes- und sogar europaweit selten und im Landkreis Nordhausen liegt wegen seiner Größe und  besonders hervorragenden Ausprägung eines der bedeutsamsten Gipskarstgebiete Mitteleuropas. Die Abgrenzungskarten und die Rechtsverordnung für das neue Naturschutzgebiet können im Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) in Weimar und im Landratsamt des Landkreises Nordhausen eingesehen werden. TLUBN Präsident Mario Suckert erklärt: „Das Naturschutzgebiet liegt damit auch in einem der bundesweit 30 sogenannten Hotspots der biologischen Vielfalt, dem Gebiet Nr. 18 „Südharzer Zechsteingürtel, Kyffhäuser und Hainleite“.

Das landschaftlich abwechslungsreiche Naturschutzgebiet wird durch artenreiches Grünland, naturnahe Laubmischwälder und zahlreiche Hecken geprägt. Darin eingestreut sind die typischen geomorphologischen Besonderheiten des Karstes, wie Erdfälle und Gesteinskuppen, sowie die markanten weißen Felsen eines kleinflächigen und strukturreichen, seit den 1950er Jahren stillgelegten Gips-Steinbruchs .

Hintergrund:
Hotspots der biologischen Vielfalt sind Regionen in Deutschland mit einer besonders hohen Dichte und Vielfalt an charakteristischen Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten. Das neue Naturschutzgebiet ist auch Teil eines Kerngebietes des aktuell laufenden Förderprojekts “Gipskarst Südharz – Artenvielfalt erhalten und erleben“. Für das neue Naturschutzgebiet gilt: Die bestehende, land- und forstwirtschaftliche Bodennutzung sowie die Jagd bleibt bleiben auch weiterhin zulässig und  werden fortgeführt, sie tragen zum schützenswerten Zustand des Gebietes bei. Die vorhandenen Wege und Ruhebänke werden weiterhin durch Erholungssuchende genutzt - Hunde müssen jedoch, außer bei der Jagd und der Hütehaltung von Schafen, an der Leine geführt werden. Seit 1994 wurden  in Thüringen 136 Naturschutzgebiete ausgewiesen.

 

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