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Klimatische Entwicklung in Thüringen 2021: Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz zieht Bilanz


Nach Einschätzung der Experten des Kompetenzzentrums Klima im Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz war 2021 ein eher durchschnittliches Jahr und hebt sich damit von den drei außergewöhnlich warmen und trockenen Vorjahren ab.

Foto:TLUBN

Während die Jahre 2014 und 2018 bis 2020 die vier wärmsten Jahre in Thüringen seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881 waren, sei das Jahr 2021 leicht zu niederschlagsreich und im Vergleich zum Mittelwert der letzten 30 Jahre (1991 ‑ 2020) etwas zu kühl gewesen. Verglichen mit der Referenzperiode für langfristige Klimaveränderungen (1961 ‑ 1990) war 2021 aber immer noch zu warm. Ähnlich wie bereits in den Jahren zuvor wurde Thüringen im Juni von einer Hitzewelle mit bis zu 35 °C erfasst. Auch gewitterige Starkregen wie Ende September mit bis zu 60 Litern Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden gab es schon in den Jahren zuvor.

Daneben waren aber auch ungewöhnlichere Ereignisse zu verzeichnen. So war der Februar 2021 von eisigem Winter und frühsommerlichen Temperaturen gleichermaßen geprägt. Am 10.02.2021 wurden in Mühlhausen/Thüringen-Görmar -26,7 °C gemessen. Zwei Wochen später kletterte das Thermometer in Jena am 25.02.2021 auf +21,6 °C. Beide Temperaturextreme seien für sich betrachtet keine neuen Rekorde für einen Februar. Jedoch stellten zusammengenommen beinahe 50 Grad Temperaturunterschied binnen 14 Tagen für unsere Breiten eine absolute Ausnahme dar. Dazu kam mit 48 cm Schneehöhe ein neuer Allzeitrekord in Jena, der fast ausschließlich auf den Schneefall einer einzigen Nacht zurückzuführen war. Nach dem frühsommerlichen Februarausklang und über 25 °C Ende März blieben hingegen der April und der Mai deutlich unterkühlt. In Thüringen war es der kühlste April seit 40 Jahren und der kühlste Mai der letzten elf Jahre.

Auch die Vegetationsperiode April ‑ Oktober 2021 war für sich betrachtet insgesamt leicht zu warm und im Vergleich deutlich niederschlagsreicher als in den Vorjahren. Das hatte positive Effekte für die oberen Bodenschichten, wo sich die Bodenfeuchte nach der Trockenheit der vergangenen Jahre leicht erholen konnte.

Insgesamt geht das Kompetenzzentrum Klima davon aus, dass durch klimatische Veränderungen auch in Thüringen in Zukunft mit mehr und vor allem intensiveren Wetterextremen gerechnet werden muss. Das betrifft Hitze und Trockenheit genauso wie Starkregen und Überschwemmungen.

 

Hintergrund:

Weiterführende Informationen sind in den Klimaberichten (https://tlubn.thueringen.de/klima/aktuelles/klimabericht) und auf der Internetseite (https://tlubn.thueringen.de/klima/) des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz, Kompetenzzentrum Klima, zu finden.

 

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