Klimabewertungen mit Satellitendaten für die Stadt- und Regionalplanung


Mittlere Oberflächentemperatur aus Sentinel 3 Daten, Juli 2020

Nach zwei Jahren Bearbeitungszeit neigt sich das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) geförderte Projekt „COKAP – Verwendung von Copernicus- und weiteren Satellitendaten für Klimabewertungen in Regional- und Stadtplanungen Thüringens“ dem Ende zu. Am Mittwoch, den 2. September 2020, findet im Rathaussaal der Stadt Gera die Abschlussveranstaltung mit Vorstellung der Ergebnisse statt. Die Stadt Gera fungierte während der Projektlaufzeit als kommunaler Partner für die Klimaagentur des TLUBN. Alle Projektbeteiligten werden gemeinsam ihre Erfahrungen vorstellen und insbesondere, wofür die Ergebnisse schon in der Stadtverwaltung genutzt werden.

Aufgrund von langjährigen flächendeckenden Temperaturmessungen können Klimaveränderungen abgeleitet werden. Die Wissenschaft ist sich dabei einig, dass der Mensch den Klimawandel verursacht und dass es auch in Zukunft deutlich wärmer werden wird. Es ist zurzeit nicht mehr ausreichend nur Klimaschutzmaßnahmen durchzuführen. Anpassungen an die Folgen des Klimawandels werden in den kommenden Jahren immer wichtiger werden. Die klimabewusste Entwicklung der Stadt- und Regionalplanung wird dabei einen wichtigen Stellenwert einnehmen.

Durch das Copernicus-Programm stehen mit dem Sentinel-3 Satelliten, zusätzlich zu Lufttemperaturmessungen des Deutschen Wetterdienstes, tägliche und flächendeckende Oberflächentemperaturdaten für den gesamten Freistaat Thüringen zur Verfügung. Die Oberflächentemperaturdaten werden von der Klimaagentur räumlich sowie zeitlich ausgewertet (vgl. Abbildung). Mithilfe dieser Temperaturdaten und dessen Ableitungen kann die Stadt- und Regionalplanung aktiv unterstützt werden. Durch die unterschiedlich starke Erwärmung verschiedener Oberflächen (z.B. versiegelte Flächen oder Wald), kann durch gute Planung Hitzebelastung verringert werden. Neben einer Ableitung der Wahrscheinlichkeit der Hitzebelastung wird unter Zuhilfenahme weiterer Datensätze die Hitzebetroffenheit verschiedener Standorte bewertet.

Anhand von sogenannten Impact-Indikatoren erfolgt die Darstellung und Bewertung der Folgen des Klimawandels. Um den Klimawandel aufzuzeigen, werden die Indikatoren über Jahre fortgeführt und weiterentwickelt. Die Indikatoren „Sommerlicher Wärmeinseleffekt“ und „Wärmebelastung in Städten“ wurden bisher nur für einige Beispielstädte in Thüringen abgeleitet. Mithilfe der flächendeckenden Oberflächentemperaturdaten kann potentiell für jede Thüringer Stadt der Wärmeinseleffekt berechnet und ausgewertet werden.

Neben diesen Ergebnissen wird eine Klimabewertungskarte für den Freistaat Thüringen vorgestellt. Diese Karte legt einen besonderen Fokus auf Kaltluftbahnen und in wie weit diese nachts Städte abkühlen können.

Weitere Informationen zum Projekt „COKAP“ sind auf der Projektwebsite: https://tlubn.thueringen.de/klima/klimaagentur/projekte/cokap zu finden.

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