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Erdfall in Nordhausen Geologische Strukturerkundung des TLUBN


Nach mehreren Erdfallaktivitäten seit 2010 werden Ursachen untersucht und Sicherungsmaßnahmen vorbereitet

Luftbild Erdfall Nordhausen mit beschädigten Gebäuden
Luftbild vom Erdfall in Nordhausen

Nach mehrfachen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Erdfall auf dem Gelände der Service-Gesellschaft des Landkreises Nordhausen (zuletzt im März 2021), beabsichtigt das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) eine Untersuchung der geologischen Beschaffenheit des dortigen Untergrundes. Dafür soll es zunächst eine Kernbohrung durch die gesamte Zechstein-Formation bis in eine Tiefe von 600 m geben. Ergänzend sind seismische Messungen entlang von sechs Bodenprofilen mit einer Gesamtlänge von ca. 20 km geplant. Unterstützt werden die Maßnahmen durch die Stadt Nordhausen und das Landratsamt Nordhausen.

Mit Hilfe der Bohrung erhofft sich das TLUBN Erkenntnisse, ob und in welcher Tiefe unterirdische Auslaugungsprozesse (Wegspülung von Sulfaten oder Salzen) stattfinden, die wiederum Rückschlüsse auf mögliche Gefährdungssituationen an der Erdoberfläche zulassen. Auf Grundlage der mit dem gesamten Projekt gewonnenen Daten und Erkenntnisse soll ein geologisches Strukturmodell entwickelt werden, also ein dreidimensionales Bild von der Beschaffenheit der geologischen Strukturen und Formationen im Untergrund. Das wiederum ist die Voraussetzung für die mögliche Sicherung und Sanierung des vom Erdfall unmittelbar betroffenen Areals in Nordhausen.

Im Zuge einer Ausschreibung wurde das Bohrunternehmen PRUY KG, Schönheide in Sachsen mit der Ausführung der Bohrung beauftragt. Die Bohrarbeiten auf dem vom Erdfall betroffenen Gebiet werden in der 42. Kalenderwoche beginnen. Zuvor erfolgt die Baustelleneinrichtung. Ein Betreten des Geländes am Erdfall und eine Besichtigung der Bohrstelle ist zu keinem Zeitpunkt möglich. Die Arbeiten werden voraussichtlich rund um die Uhr laufen. Um Lärmbelästigungen zu minimieren, wurde für den Bohransatz ein möglichst siedlungsferner Punkt gewählt. Das TLUBN beabsichtigt je nach Bohrfortschritt zum Projektstand zu informieren und wenn möglich im Dezember 2022 einen Informationstag im temporären Kernlager durchzuführen.

Hintergrund:

2010 ereignete sich auf dem Gelände der Service-Gesellschaft am Salzgraben in Nordhausen ein Erdfall mit einem Durchmesser von 6 m und einer Tiefe von 15 m, bei dem auch Gebäude in Mitleidenschaft gezogen wurden. Der Erdfall konnte verfüllt, die betroffen Gebäude instandgesetzt und wieder in Betrieb genommen werden. Am 19.02.2016 zerstörte ein sogenannter Nachbruch zu diesem Erdfall mit einem Druchmesser von 20 m und einer Tiefe von 13 m Teile eines Verwaltungsgebäudes und einer Fahrzeughalle. Der Erdfall ist seitdem nicht verfüllt worden und die beschädigten Gebäude wurden aus der Nutzung genommen. Bei einem weiteren Nachbruch im März 2021 wurde der Erdfall nochmals seitlich erweitert, wodurch die verbleibenden Gebäude teilweise beschädigt worden und in das Loch nachgestürzt sind. Die Stadt Nordhausen hatte als betroffene Gebietskörperschaft und mit Blick auf die sich abzeichnende dauerhafte Gefahrenlage um Priorisierung der Gefahrenabwehr bei den zuständigen Behörden gedrängt.

Kontakt für Presse / Journalisten

Nils Fröhlich
Pressereferent

Göschwitzer Str. 41
07749 Jena

Tel.:
+49 361 573942502

E-Mail:
nils.froehlich@tlubn.thueringen.de

 

Über das Landesamt

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) ist die obere Landesbehörde im nachgeordneten Bereich des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz. Wir sind für Bürger:innen, Unternehmen, Institutionen und die Politik des Freistaates die zentrale Behörde in allen Umweltbelangen. Wir übernehmen ressortintern Fach- und Vollzugsaufgaben insbesondere in den Bereichen Wasserwirtschaft, Bergbau und Geologie, Chemikaliensicherheit, Strahlenschutz, Immissionsschutz, Klimaschutz, Bodenschutz, Abfallwirtschaft, Marktüberwachung, Gentechnik sowie Naturschutz und Landschaftspflege.

Unsere circa 670 Mitarbeiter:innen arbeiten in der Behördenzentrale in Jena und weiteren Außenstandorten in Weimar, Gera, Suhl, Sondershausen, Bad Salzungen und Niederpöllnitz sowie in der Staatlichen Vogelschutzwarte in Seebach.

Nach Inkrafttreten des Thüringer Verwaltungsreformgesetzes wurde das TLUBN am 1. Januar 2019 durch Zusammenführung der ehemaligen Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in Jena, der Abteilung Umwelt des Landesverwaltungsamtes in Weimar und des Thüringer Landesbergamtes (TLBA) in Gera gegründet. Für weitere Informationen zum TLUBN besuchen Sie unsere Website unter https://tlubn.thueringen.de.

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