Zeisswehr Saalfeld Feierliche Inbetriebnahme der ersten Gleite


Gleite am Zeisswehr der Saale

Nach dem Spatenstich im September 2019 wurde nunmehr die erste von drei Gleiten am ehemaligen Zeisswehr in Saalfeld fertig gestellt. Damit ist nicht nur ein wichtiger Schritt zur Herstellung der Durchgängigkeit, sondern auch die Anbindung zu den Nebengewässern, wie Schwarza oder Loquitz geschaffen worden, um dort vorhandene Laich- und Aufwuchshabitate zu erschließen.

„Frei passierbare Fließgewässer sind eine wesentliche Voraussetzung für den Aufbau und den Erhalt einer artenreichen, gewässertypischen Fischfauna als wichtiger Indikator für einen guten ökologischen Zustand unserer Gewässer“, sagte der Präsident des Thüringer Landesamts für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), Mario Suckert, in seinem Grußwort zur Inbetriebnahme der Gleite am ehemaligen Zeisswehr.

Die Herstellung der Durchgängigkeit an bestehenden Wanderhindernissen sei deshalb auch einer der umfangreichsten Bestandteile des Landesprogramms Gewässerschutz.

Zusammen mit den beiden weiteren, bis Mitte des nächsten Jahres fertigzustellenden Gleiten ist das Bauvorhaben für Thüringen außergewöhnlich: „Nicht nur die mittlere Gewässerbreite von 50 Metern, sondern auch die aus dem flachen Gefälle resultierende Baulänge bis 150 Metern macht die Anlagen zu den größten Sohlengleiten, die bisher in Thüringen errichtet wurden“, führte Mario Suckert weiter aus.

„Die hier entstehenden Anlagen repräsentieren nicht nur den aktuellen nationalen und auch internationalen Kenntnisstand, sie tragen auch insbesondere wegen ihrer speziellen Gestaltung und des sehr flachen Gefälles wesentlich zu dessen Weiterentwicklung bei.“

Für die Errichtung der drei Gleiten sind insgesamt 3.000 Quadratmeter Spundwandverbau, 15.000 Kubikmeter Aushub Flusskies, 8.000 Tonnen Steinsatz aus großformatigen Steinen und 21.000 Quadratmeter Wasserbausteinschüttung vorgesehen.

Die Gesamtbaukosten betragen rund 5,6 Millionen Euro und werden zu 80 % durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.

 

Als weitere Aspekte der Anlage hob der Präsident hervor, dass die Niedrigwasserrinnen der Gleiten für Kanus passierbar gestaltet wurden und an der Gleite des ehemaligen Zeisswehrs rechtseitig ein Auwaldstreifen erhalten werden konnte.

 

In seinem Grußwort dankte Mario Suckert allen an Planung und Ausführung dieses Projekts beteiligten Ingenieurbüros und Baufirmen, für die gute Zusammenarbeit mit den Kommunen, den Genehmigungsbehörden des Landratsamts sowie den in die Planung einbezogenen Kanu- und Angelvereinen sowie dem Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen e.V. Uhlstädt-Kirchhasel.

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