Einweihung des Chrysopraswehres Denkmalgeschütztes Erscheinungsbild blieb erhalten


Nach zwei Jahren umfangreicher Bauarbeiten wird am heutigen Freitag, der Abschluss der im Auftrag des Thüringer Landesamts für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) durchgeführten Sanierung des Chrysopraswehres mit den Einwohnern der Stadt Bad Blankenburg feierlich begangen.

Das etwa 200 Jahre alte Bauwerk, das 2006 unter Denkmalschutz gestellt wurde, wies allerdings einen derart schlechten baulichen Zustand auf, dass im Juni 2017 die wasserwirtschaftliche Anlage und der angrenzende Gewässerabschnitt für die Öffentlichkeit gesperrt werden musste, da die Gefahr des Einsturzes des Wehres bestand.

Bei ingenieurtechnischen Erkundungen im Zuge der Planung zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit des Wehres wurde festgestellt, dass die Standsicherheit nicht mehr gegeben war.

Ursache war der fehlende Verbund des Steinsatzes sowie eine unzureichende Erosions- und Suffosionssicherheit im Untergrund des Wehrkörpers.

Die damals zuständige Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) hat sich auf Grund der Bedeutung des Chrysopraswehres für die Stadt Bad Blankenburg im Mai 2018 für eine grundlegende Sanierung der Anlage entschieden.

Im Zuge des Baufortschritts sowie auch durch das im Sommer 2018 weitestgehend trocken liegende Wehr wurden weitaus umfangreichere Schäden festgestellt, als das im Zuge der Erstellung des Standsicherheitsgutachten im Jahr 2016 möglich war.

Aus diesem Grund musste die Ausführungsplanung baubegleitend fortgeschrieben und deren Umsetzung an die neuen Anforderungen angepasst werden.

Ziel war die Wiederherstellung der Tragsicherheit und Gebrauchstauglichkeit unter weitestgehendem Erhalt des Erscheinungsbilds des historischen Wehrkörpers.

Mit den im August 2020 erbrachten Restleistungen konnte das TLUBN die Bauleistungen abnehmen. Das denkmalgeschützte Erscheinungsbild und der Charakter des Wehrüberlaufs blieben erhalten. Den Einwohnern von Bad Blankenburg soll die Schwarza im Umfeld des Chrysopraswehres kurzfristig wieder für ihre Freizeitgestaltung zur Verfügung stehen.

Auf Basis der Erkundungsergebnisse, die im Rahmen der Instandsetzung gewonnen wurden, bereitet das TLUBN aktuell die Herstellung des Fischpasses auf der linken Seite des Wehres vor, um die Passierbarkeit für die Fische und Kleinstlebewesen zu ermöglichen.

 

Hintergrund

Anfang des 19. Jahrhunderts ließ der Papiermüller Johann Ephraim Stahl das Wehr durch mächtige Schieferblöcke neu ausführen und schuf damit am Eingang zum landschaftlich reizvollsten Teil des Schwarzatals einen allgemein bewunderten Wasserfall.

Im September 2018 wurden im Ergebnis einer beschränkten Auschreibung die Bauleistungen an die Firma queller Bau-GmbH, Uhlstädt-Kirchhasel vergeben.

Im Rahmen der Öffnung des Wehrkörpers durch die Baufirma erfolgten u.a. geotechnische und hydrogeologische Erkundungen und Beratungen, die zur Fortschreibung der Ausführungsplanung der Kubens Ingenieurgesellschaft mbH führten.

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