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Gewittersaison in Thüringen beginnt Blitzeinschläge in Thüringen in den vergangenen zehn Jahren stark rückläufig


Nach ersten kräftigen Gewittern am vergangenen Montag, setzt sich nach Informationen des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) in den kommenden Tagen in ganz Thüringen der Beginn der diesjährigen Gewittersaison fort. Die Gewitteraktivität ist in Thüringen zeitlich und räumlich sehr unterschiedlich ausgeprägt, wie aus den Gewitterdaten hervorgeht, die vom Kompetenzzentrum Klima des TLUBN erhoben und analysiert werden.

Im durchschnittlichen Verlauf der letzten Jahre treten sowohl Gewitter als auch Blitzeinschläge am häufigsten in Ostthüringen sowie im Thüringer Wald und der Rhön auf. Am geringsten ist die durchschnittliche Gewitteraktivität dagegen in Nordthüringen. Besonders viele Blitzeinschläge – bis zu drei pro Jahr und Quadratkilometer – verzeichnet der Südosten des Landkreises Weimarer Land, der nordwestliche Saale-Holzland-Kreis und die Thüringer Rhön um Kaltennordheim.

Bei den Blitzeinschlagstagen, das heißt Tagen, an denen mindestens einmal der Blitz einschlägt, nimmt mit durchschnittlich sechs Tagen pro Jahr das Altenburger Land den Spitzenplatz ein. Eine Sonderstellung haben in Thüringen jedoch der Große Inselsberg (916,5 m ü NN) und der Bleßberg (866,9 m ü NN). Beide sind einzelnstehende, exponierte Berge mit großen Antennenanlagen auf den Gipfeln. Die Auswertungen der Blitzdaten 1992–2021 weisen diese beiden Berge als die mit Abstand am stärksten blitzeinschlagsgefährdeten Orte Thüringens aus. An durchschnittlich sieben bis acht Tagen pro Jahr schlägt dort der Blitz ein – meist mehrfach am gleichen Tag. In der Jahressumme sind dabei 30 Blitzeinschläge keine Seltenheit.

Insgesamt hat die Zahl der Blitzeinschläge in der vergangenen Dekade (2012–2021) jedoch abgenommen, auch wenn es sich dabei nach Auskunft des TLUBN noch um keinen klimatologischen Trend handelt. Von durchschnittlich 30000–35000 Blitzeinschlägen pro Jahr in Thüringen im Zeitraum von 1992 bis 2011 ist die Zahl auf durchschnittlich 20000 seit 2012 gesunken. Das Rekordjahr mit knapp 60000 Blitzeinschlägen war 2007, während die niedrigste Anzahl mit nicht ganz 9000 Blitzeinschlägen 2020 verzeichnet wurde.

Die Anzahl der Blitzeinschlagstage ist in Thüringen ebenfalls zurückgegangen. Nachdem in den beiden Jahrzehnten vor 2012 durchschnittlich über 90 Tage mit Blitzeinschlägen in Thüringen gezählt wurden, waren es seitdem nur noch 70. Auch in dieser Hinsicht war 2020 mit 51 Blitzeinschlagstagen das Jahr mit der schwächsten Gewitteraktivität. Die meisten Blitzeinschlagstage gab es mit 139 Tagen im Jahr 2000, in dem im Schnitt jeden dritten Tag mindestens ein Blitz in Thüringen einschlug.

Hintergrund:

Gewitter gehören zu den Naturgewalten, die Menschen seit jeher gleichermaßen faszinieren wie fürchten. Um sich vor unmittelbaren körperlichen Schäden durch Gewitter zu schützen empfiehlt das TLUBN eine Reihe von Verhaltensregeln. Die Nähe zu Bäumen und metallischen Gegenständen, wie Regenschirmen, sollte bei Gewitter unbedingt vermieden werden. Das Gleiche gilt für der Aufenthalt auf natürlichen Anhöhen oder Dächern von Gebäuden. Einzelbäume im Freien sind gefährlicher als Wald, wobei die Baumart keine Rolle spielt. Ebenfalls besonders gefährlich ist der Aufenthalt im und am Wasser, weshalb Unterführungen und Senken gemieden werden sollten, da sie sich bei gleichzeitigem Starkregen schnell mit Wasser füllen können. Wer von einem Gewitter überrascht wird, sollte sich hinhocken, die Beine und Füße so eng wie möglich zusammenstellen und den Boden nur mit einer möglichst kleinen Fläche berühren. Sichere Orte sind hingegen das Innere von mit Blitzableitern versehenen Gebäuden sowie Autos mit geschlossenen Fenstern.

Das Kompetenzzentrum Klima des TLUBN erfasst die Gefahren durch Blitzeinschläge in Thüringen systematisch. Aus diesem Grund werden jährlich die Blitzdaten des Blitzinformationsdienstes der Firma Siemens (BLIDS) ausgewertet. Betrachtet werden dabei nur die Wolke-Erde Blitze – das heißt, nur die Blitze, die auch wirklich eine Gefahr darstellen. Wolke-Wolke Blitze, die den Großteil der Entladungen eines Gewitters ausmachen, bleiben dabei unberücksichtigt.

Weitere Informationen zum Thema Blitze und Gewitter finden Sie unter: https://tlubn.thueringen.de/klima/extrem/blitzschlag

Kontakt für Presse / Journalisten

Nils Fröhlich
Pressereferent

Göschwitzer Str. 41
07749 Jena

Tel.:
+49 361 573942502

E-Mail:
nils.froehlich@tlubn.thueringen.de

 

Über das Landesamt

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) ist die obere Landesbehörde im nachgeordneten Bereich des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz. Wir sind für Bürger:innen, Unternehmen, Institutionen und die Politik des Freistaates die zentrale Behörde in allen Umweltbelangen. Wir übernehmen ressortintern Fach- und Vollzugsaufgaben insbesondere in den Bereichen Wasserwirtschaft, Bergbau und Geologie, Chemikaliensicherheit, Strahlenschutz, Immissionsschutz, Klimaschutz, Bodenschutz, Abfallwirtschaft, Marktüberwachung, Gentechnik sowie Naturschutz und Landschaftspflege.

Unsere circa 670 Mitarbeiter:innen arbeiten in der Behördenzentrale in Jena und weiteren Außenstandorten in Weimar, Gera, Suhl, Sondershausen, Bad Salzungen und Niederpöllnitz sowie in der Staatlichen Vogelschutzwarte in Seebach.

Nach Inkrafttreten des Thüringer Verwaltungsreformgesetzes wurde das TLUBN am 1. Januar 2019 durch Zusammenführung der ehemaligen Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in Jena, der Abteilung Umwelt des Landesverwaltungsamtes in Weimar und des Thüringer Landesbergamtes (TLBA) in Gera gegründet. Für weitere Informationen zum TLUBN besuchen Sie unsere Website unter https://tlubn.thueringen.de.

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