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Vogelschutzwarte Seebach zieht Bilanz 2022 kein gutes Jahr für Wildvögel in Thüringen


Die Auffang- und Pflegestation der Staatlichen Vogelschutzwarte Seebach im Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) hat im vergangenen Jahr 289 Tiere aufgenommen. Die Zahl der aufgenommenen Tiere sank damit nach dem bisherigen Höchststand von 378 Tieren im Jahr 2021 wieder etwa auf den Stand des Jahres 2020. Nach Auffassung des TLUBN könnte der Rückgang mit dem insgesamt eher schlechten Vogeljahr 2022 zusammenhängen. Die überdurchschnittlich hohen Temperaturen und die Trockenheit in den Frühjahrs- und Sommermonaten führten zu Nahrungs- und Wassermangel. Dadurch blieben Zweitbruten aus, was zur deutlich verringerten Reproduktion und damit Anzahl der Jungvögel beitrug.

Unter den 289 aufgenommenen Tieren befanden sich 258 Wildvögel aus 42 Arten. Aufgrund der großen Anzahl nestjunger Turmfalken wurde die Statistik mit 27 Individuen wie schon im Vorjahr wieder vom Turmfalken angeführt. Am zahlenmäßig stärksten vertreten waren darüber hinaus Mehlschwalben (ebenfalls 27), Mäusebussarde (24), Haussperlinge (22), Rabenkrähen (14), Mauersegler (13), Ringeltauben (13), Hausrotschwänze (11) und Amseln (10). Zu den selteneren Wildvögeln gehörten hingegen ein Bleßhuhn, eine Graugans, eine Kanadagans, ein Haubentaucher, ein Silberreiher und eine Waldschnepfe. Auch eine Reihe ungewöhnlicherer Tiere fand seinen Weg in die Vogelschutzwarte, darunter ein Senegalpapagei, vier Wasserschildkröten, elf Landschildkröten, eine Bartagame und 14 Säugetiere. Weitestgehend ausgeblieben sind 2022 die Funde unterernährter Greifvögel in den Wintermonaten. Am häufigsten wurden hilflose Jungvögel und durch Katzen oder im Straßenverkehr verletzte Vögel abgegeben.

135 Einzeltiere konnten wieder ausgewildert werden. Dies waren mit 46 Prozent der Gesamtaufnahmen fast die Hälfte aller Pfleglinge. Bei 123 Tieren waren die Verletzungen so schwerwiegend oder der Gesundheitszustand so schlecht, dass sie verstarben oder eingeschläfert werden mussten. Die übrigen Tiere befinden sich weiterhin in der Pflegestation oder wurden vermittelt. Die Vermittlung erfolgt in der Regel an Privatleute, die über eine entsprechende Haltungsgenehmigung verfügen.

Für die bessere Unterbringung der Vögel wurde in der Vogelschutzwarte Seebach im vergangenen Jahr viel getan. So konnten zum Jahresende der Neubau von Volieren und die Sanierung eines vorhandenen Volierenkomplexes fertig gestellt werden. Sie dienen vorrangig dazu, Greifvögel aufzunehmen und auf die Auswilderung vorzubereiten. Sie lassen sich aber abhängig von den gerade benötigten Unterbringungsmöglichkeiten auch für andere Wildvogelarten nutzen. Zwei Volieren wurden speziell für die Auswilderung von kleinen Singvögeln errichtet.

Hintergrund:

Zu den Aufgaben der Staatlichen Vogelschutzwarte Seebach als Teil der Naturschutzfachbehörde gehört die Unterbringung beschlagnahmter und eingezogener sowie kranker oder verletzter Tiere, soweit sie fachgerecht gewährleistet werden kann. Die heutige Vogelschutzwarte Seebach ist in der ehemaligen Wasserburg Seebach bei Mühlhausen aus dem 12. Jahrhundert beherbergt, in der 1857 Hans Freiherr von Berlepsch – der sogenannte Vogelbaron – geboren wurde. 1908 wurde dessen bis dahin privat geführte Einrichtung staatlich anerkannt und gilt damit als älteste Vogelschutzwarte Deutschlands. Durch den Umbau zwischen 1911 bis 1913 wurde sie zu ihrem heute noch bestehenden Zustand umgebaut. Nähere Informationen zur Vogelschutzwarte Seebach finden Sie auf den Seiten des TLUBN unter https://tlubn.thueringen.de/vogelschutzwarte-seebach.

Kontakt für Presse / Journalist:innen

Nils Fröhlich
Pressereferent

Göschwitzer Str. 41
07749 Jena

Tel.:
+49 361 573942502

E-Mail:
nils.froehlich@tlubn.thueringen.de

 

Über das Landesamt

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) ist die obere Landesbehörde im nachgeordneten Bereich des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz. Wir sind für Bürger:innen, Unternehmen, Institutionen und die Politik des Freistaates die zentrale Behörde in allen Umweltbelangen. Wir übernehmen ressortintern Fach- und Vollzugsaufgaben insbesondere in den Bereichen Wasserwirtschaft, Bergbau und Geologie, Chemikaliensicherheit, Strahlenschutz, Immissionsschutz, Klimaschutz, Bodenschutz, Abfallwirtschaft, Marktüberwachung, Gentechnik sowie Naturschutz und Landschaftspflege.

Unsere circa 670 Mitarbeiter:innen arbeiten in der Behördenzentrale in Jena und weiteren Außenstandorten in Weimar, Gera, Suhl, Sondershausen, Bad Salzungen und Niederpöllnitz sowie in der Staatlichen Vogelschutzwarte in Seebach.

Nach Inkrafttreten des Thüringer Verwaltungsreformgesetzes wurde das TLUBN am 1. Januar 2019 durch Zusammenführung der ehemaligen Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in Jena, der Abteilung Umwelt des Landesverwaltungsamtes in Weimar und des Thüringer Landesbergamtes (TLBA) in Gera gegründet. Für weitere Informationen zum TLUBN besuchen Sie unsere Website unter https://tlubn.thueringen.de.

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