Wolfsmonitoring

Verpflichtung zum Monitoring des Wolfes

Der Wolf ist nach nationalem und internationalem Recht streng geschützt. Gemäß Artikel 11 der Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH-RL) ergibt sich eine Verpflichtung zum Monitoring für diese prioritäre Anhang II Art.

Um Aussagen über den Erhaltungszustand des Wolfes treffen zu können, werden mit Hilfe des Monitorings Daten über Größe und Trend der Population, ihrer Verbreitung und Gefährdung erhoben und bewertet. Einmal im Jahr treffen sich die Monitoring-Beauftragten der Bundesländer und tragen die jährlich erhobenen Daten über Populationsgröße und Vorkommensgebiete zusammen. Darauf basierend wird die Mindestgröße der Population ermittelt und eine deutschlandweite Karte über die Wolfsterritorien erstellt. Auch Hinweise aus der Bevölkerung und dem aktiven Fotofallen-Monitoring fließen in die Ergebnisdarstellung ein.

Im Monitoring werden zudem Spuren gesammelt und dokumentiert. Es gibt zahlreiche Hinweise, die auf die Präsenz von Wölfen hindeuten, wie beispielsweise Kot, Fell, Fährten, Sichtung eines Tieres oder Urin.

Im Passiven Monitoring werden Anwesenheitshinweise gesammelt, die zufällig durch Dritte gemeldet und/oder gefunden werden, z. B. finden Sie auf Ihrem Spaziergang eine Wolfslosung oder beobachten während Ihrer Autofahrt einen Wolf. Das Melden solcher Hinweise ist sehr wichtig und leistet einen großen Beitrag zum landesweiten Monitoring!

Im Aktiven Monitoring wird gezielt nach Anwesenheitshinweisen gesucht, beispielsweise durch systematisches Fotofallenmonitoring, Telemetrie oder Ausfährten.

Hinweise auf den Wolf (Aufn. E. Jeß)
Hinweise auf den Wolf (Aufn. E. Jeß)

Bewertungskriterien für Hinweise von Wolf und Luchs (SCALP-Kriterien)

An das Monitoring sind bundesweit einheitliche Anforderungen geknüpft, so dass eine Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern möglich wird. Das Bundesamt für Naturschutz hat 2015 Standards, die sogenannten SCALP-Kriterien (Status and Conservation of the Alpine Lynx Population) für das Monitoring definiert und festgelegt. Die ursprünglich für den Luchs formulierten Kriterien wurden um Wolf und Bär erweitert.

  • SCALP ordnet Hinweise hinsichtlich ihrer Überprüfbarkeit in die Kategorien C1, C2 und C3 ein:

    Das C steht für Category (Kategorie) und die Zahlen 1 bis 3 für die Überprüfbarkeit.

    C1: eindeutiger Nachweis = harte Fakten, die die Anwesenheit der entsprechenden Tierart eindeutig bestätigen (Lebendfang, Totfund, genetischer Nachweis, Foto, Telemetrieortung).

    C2: bestätigter Hinweis = von erfahrener Person überprüfter Hinweis (z.B. Spur oder Riss), bei dem ein Wolf, Luchs oder Bär als Verursacher bestätigt werden konnte. Die erfahrene Person kann den Hinweis selber im Feld oder anhand einer aussagekräftigen Dokumentation von einer dritten Person überprüfen und bestätigen.

    C3: unbestätigter Hinweis = Alle Hinweise, bei denen ein Wolf, Luchs oder Bär als Verursacher auf Grund der mangelnden Indizienlage von einer erfahrenen Person weder bestätigt noch ausgeschlossen werden konnte. Dazu zählen alle Sichtbeobachtungen ohne Fotobeleg, auch von erfahrenen Personen; ferner alle Hinweise, die zu alt, unzureichend oder unvollständig dokumentiert sind, zu wenige Informationen für ein klares Bild enthalten (z.B. bei Spuren) oder aus anderen Gründen für eine Bestätigung nicht ausreichen. Die Kategorie C3 kann in Unterkategorien, wie „wahrscheinlich“ und „unwahrscheinlich“ unterteilt werden.

    Falsch: Falschmeldung = Hinweis, bei der die entsprechende Tierart als Verursacher ausgeschlossen werden kann.

    k.B.: keine Bewertung möglich = Hinweise, zu denen auf Grund fehlender Mindestinformationen keine Einschätzung möglich ist. Zum Beispiel Sichtmeldungen von Rissen oder Spuren.

    Quelle: DBBW – Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf

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