Allgemeines

Die Kulturlandschaft der Rhön zeichnet sich durch weiträumige, extensiv genutzte Grünlandökosysteme und Heckenlandschaften sowie naturnahe Wälder aus. Großflächige Hutungen sind über bandartige, die Bergkuppen umziehende Triebwege miteinander verbunden. Reichere Böden, klimatisch begünstigte Täler und Unter- bis Mittelhänge blieben dem Ackerbau und der Grünlandwirtschaft vorbehalten. Mitunter alte und naturnahe Wälder auf vorwiegend flachgründigen Bergkuppen oder in stark reliefierten Lagen komplettieren den für die Höhenlage so typischen Dreiklang von Wald, Hutung und Acker- und Grünland in dieser einzigartigen reizvollen und bewahrenswerten Kulturlandschaft der Thüringer Rhön. ... weiter

Mit dem Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Rhönhutungen“ wird die Errichtung und dauerhafte Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung im Bereich der Thüringischen Muschelkalkrhön bezweckt. Hauptziel des Projektes ist es, Fauna und Flora sowie deren Standorte und Lebensräume in den 8 Kerngebieten langfristig zu sichern und nach naturschutzfachlichen Zielen zu entwickeln. Der Schwerpunkt liegt auf dem Schutz, dem weiteren Verbund und der Entwicklung der charakteristischen Biotoptypen der Vorderrhön. Unter diesen spielen die großflächigen Trockenbiotope mit Trocken- und Halbtrockenrasen, Wacholderheiden, Kahlheiden (= gehölzfreie [Halb-] Trockenrasen) und Steintriften, aber auch Flachmoore und Kalkscherbenäcker als Lebensräume eine besondere Rolle. Strategisch wird die Erhaltung und Entwicklung eines bundesweit herausragenden Flächensystems von Kalkmagerrasen unter Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Pflegeschäferei angestrebt. ... weiter

Der Planungsraum des Naturschutzgroßprojektes (NSGP) „Thüringer Rhönhutungen“ liegt im Südwesten Thüringens, ca. 6 km westlich von Meiningen unweit der Landesgrenzen zu Hessen und Bayern im Biosphärenreservat Rhön.
Naturräumlich befindet sich das Projektgebiet vollständig innerhalb des Naturraumes Basaltkuppenland, Untereinheit Vorderrhön (Hiekel et al. 1994). ... weiter

Alle Kerngebiete sowie das Projektgebiet liegen im LSG „Thüringische Rhön“ sowie im BR „Rhön“ und unterliegen damit den entsprechenden Rechtsverordnungen. Darüber hinaus sind die KG 1, 2 und 3 teilweise als NSG geschützt und weitere Flächenanteile entfallen auf Totalreservate. FFH-Gebiete und SPA decken Teilflächen der KG 1, 2, 3, 5 und 6 ab. Relativ geringe Flächenanteile sind durch kleinere Schutzgebiete in der Zuständigkeit der Unteren Naturschutzbehörden gesichert. ... weiter

Eine hohe Standortheterogenität bedingte eine große Nutzungsvielfalt, wobei reichere Böden und klimatisch begünstigte Täler und flacheren Unter- bis Mittelhänge dem Ackerbau und der Grünlandwirtschaft durch Mahd und/oder Rinderbeweidung vorbehalten blieben. Durch Schafhutung wurden die Oberhänge und ärmeren Unterhänge genutzt. Großflächige Hutungen sind dabei über bandartige, die Bergkuppen umziehende Triebwege miteinander verbunden. Ungunstlagen für die Landwirtschaft, v.a. flachgründige Bergkuppen oder stark reliefierte Lagen, tragen oft alte und naturnahe Wälder. Dieser mit der Höhenlage verbundene Dreiklang von Wald, Hutungen und Acker/Grünland ist im Projektgebiet bis heute im Wesentlichen erhalten geblieben. ... weiter

Entsprechend dem Landschaftscharakter machen Arten der Trocken-, Halbtrockenrasen und thermophilen Gebüschsäume einen wesentlichen Teil des Artenspektrums aus. Hierzu gehören zahlreiche geschützte und gefährdete Arten, darunter z.B. viele Orchideen, Enzian-Arten (Gentianella spec.), die Silber-Distel (Carlina vulgaris) oder der im Projektgebiet bzw. in Südwest-Thüringen bezogen auf Ostdeutschland einen Vorkommensschwerpunkt besitzende Abbiss-Pippau (Crepis praemorsa). Von den Orchideenarten sind besonders das Ohnhorn (Aceras anthropophorum), die Violette Sommerwurz (Orobanche purpurea) und die Einknollige Honigorchis (Herminium monorchis) hervorzuheben. ... weiter

Der Pflege- und Entwicklungsplan ist nicht rein naturschutzfachlicher Art, sondern er soll durch die Berücksichtigung sozioökonomischer Belange (Ausgangssituation und Szenarien) letztendlich auch ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Landnutzungskonzept zur Absicherung der Ziele und Maßnahmen des Naturschutzes darstellen. Damit verbunden ist auch ein gewisses Maß an Realitätsbewusstsein und Kompromissbereitschaft, sowohl auf Seiten der Landnutzer als auch des Naturschutzes. Folgerichtig beschränkt sich das Leitbild nicht auf landschaftliche Idealzielvorstellungen und -arten des Naturschutzes oder „friert“ historische Zustände ein, sondern es integriert auch die aktuellen und gewünschten bzw. notwendigen sowie absehbar zielführenden Nutzungsformen dieser Landschaft. ... weiter

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