Naturschutzgroßprojekte - Bundesförderung Naturschutz mit dem Förderprogramm „chance.natur“

Ziele des seit 1979 bestehenden Förderprogramms des Bundes  zur „Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ (kurz: „Naturschutzgroßprojekte“ – NSGP)  sind der Schutz und die langfristige Sicherung national bedeutsamer und repräsentativer Naturräume mit gesamtstaatlicher Bedeutung. 2008 wurde das Programm in  „chance.natur - Bundesförderung Naturschutz“ unbenannt, der Kurzbegriff „Naturschutzgroßprojekte“ wurde beibehalten.

Deutschland leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt des nationalen Naturerbes und zur Erfüllung internationaler Naturschutzverpflichtungen. Über „chance.natur“ können nur Gebiete gefördert werden, die im nationalen und internationalen Interesse für den Naturschutz außerordentlich wertvoll und für den betreffenden Lebensraumtyp in Deutschland besonders charakteristisch und repräsentativ sind. Das Förderprogramm soll zum dauerhaften Erhalt von Naturlandschaften sowie zur Sicherung und Entwicklung von Kulturlandschaften mit herausragenden Lebensräumen zu schützender Tier- und Pflanzenarten beitragen.

Weitere, aktuelle  Informationen zu diesem Förderprogramm des Bundes finden Sie auf den Webseiten des Bundesamtes für Naturschutz. Dort findet sich auch eine nach Bundesländern gegliederte Übersicht aller noch laufenden und abgeschlossenen Projekte.

Naturschutzgroßprojekte in Thüringen

In Thüringen wurden bisher die folgenden Naturschutzgroßprojekte durchgeführt bzw. laufen noch: (in chronologischer Reihenfolge des Projektbeginns)

NSG_TH_20171011

Naturschutzgroßprojekt „Orchideenregion Jena - Muschelkalkhänge im Mittleren Saaletal“

Schon seit mehr als einem Jahrhundert sind die Muschelkalkhänge des Mittleren Saaletals berühmt für ihre reiche Natur, vor allem durch eine Vielzahl von Orchideen, die die Wiesen und lichten Wälder im Umfeld der Kalkfelsen schmücken. Zur Blütezeit im Juni sind Großes Zweiblatt, Braunrote Sitter, Große Händelwurz und Fliegen-Ragwurz regelmäßig anzutreffen, aber auch Bocks-Riemenzunge, Frauenschuh, Blasses Knabenkraut, Brand-Knabenkraut, Spinnen-Ragwurz und Dreizähniges Knabenkraut, um nur einige seltenere der 32 nachgewiesenen Orchideenarten zu nennen, sind hier heimisch. Es ist nicht nur das weit über die Grenzen Thüringens hinaus bekannt gewordene Naturschutzgebiet "Leutratal", das mit diesen Kleinoden aufwarten kann. An den Hängen des Saaletales und seiner Nebentäler wie auf den angrenzenden Höhen wiederholt sich vielfach ein Biotopmosaik, das den unterschiedlichen Lebensraumansprüchen der verschiedenen Orchideen und anderer bemerkenswerter Arten entgegenkommt.


Naturschutzgroßprojekt „Kyffhäuser“ (Nordthüringen)


Mit dem Naturschutzgroßprojekt wird die „Errichtung und dauerhafte Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ im Bereich der Thüringischen Muschelkalkrhön bezweckt. Hauptziel des Projektes ist es, Fauna und Flora sowie deren Standorte und Lebensräume in den acht Kerngebieten der Thüringischen Rhön langfristig zu sichern und nach weiteren Verbund und der Entwicklung der charakteristischen Biotoptypen der Vorderrhön. Unter diesen spielen die großflächigen Trockenbiotope mit Trocken- und Halbtrockenrasen, Wacholderheiden, Kahlheiden (=gehölzfreie (Halb-)Trockenrasen) und Steintriften, aber auch Flachmoore und Kalkscherbenäcker als Lebensräume eine besondere Rolle. Strategisch wird die Erhaltung und Entwicklung eines bundesweit herausragenden Flächensystems von Kalk-Magerrasen unter Verbesserung der mittel- und langfristigen Rahmenbedingungen für die Pflegeschäferei angestrebt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den großflächigen zentralen Trockenlebensräumen, die im wesentlichen durch die Kerngebiete erfasst werden, sowie deren Verbund.


Naturschutzgroßprojekt „Hohe Schrecke – Alter Wald mit Zukunft“


Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld – Hainich – Werratal“


Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Rodachtal - Lange Berge – Steinachtal“

Weitere Informationen

Diese Seite teilen:

Das Thüringer Umweltministerium in den sozialen Netzwerken: