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KULAP - Vertragsnaturschutz für Landwirte

Den Ansprüchen des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings (Maculinea nausithous) wird mit einer speziellen Bewirtschaftungsvorgabe innerhalb der Maßnahme M (Mahd auf Biotop-Grünland) Rechnung getragen (Aufn. A. Lux)

Den Ansprüchen des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings (Maculinea nausithous) wird mit einer speziellen Bewirtschaftungsvorgabe innerhalb der Maßnahme M (Mahd auf Biotop-Grünland) Rechnung getragen (Aufn. A. Lux)

Steppenrasen, bspw. im NSG „Schwellenburg“ nordwestlich von Erfurt, können durch finanzielle Unterstützung über die Biotopgrünland-Maßnahmen offengehalten werden (Aufn. H. Wenzel)

Steppenrasen, bspw. im NSG „Schwellenburg“ nordwestlich von Erfurt, können durch finanzielle Unterstützung über die Biotopgrünland-Maßnahmen offengehalten werden (Aufn. H. Wenzel)

Vorkommen des Schwarzen Apollos (Parnassius mnemosyne) können mit speziellen Bewirtschaftungsvorgaben auf Biotopgrünland gefördert werden (Aufn. A. Lux)

Vorkommen des Schwarzen Apollos (Parnassius mnemosyne) können mit speziellen Bewirtschaftungsvorgaben auf Biotopgrünland gefördert werden (Aufn. A. Lux)

Die Maßnahme S (Streuobstpflege) soll einen Pflegeschnitt der Obstbäume auf Streuobstwiesen entlohnen (Aufn. H. Wenzel)

Die Maßnahme S (Streuobstpflege) soll einen Pflegeschnitt der Obstbäume auf Streuobstwiesen entlohnen (Aufn. H. Wenzel)

Die Fördermaßnahme R bietet u.a. in strukturarmen Ackerbereichen für den Rotmilan (Milvus milvus) ein verbessertes Nahrungsangebot (Aufn. A. Lux)

Die Fördermaßnahme R bietet u.a. in strukturarmen Ackerbereichen für den Rotmilan (Milvus milvus) ein verbessertes Nahrungsangebot (Aufn. A. Lux)

Diese Maßnahme zum Schutz des Rotmilans kann auf Ackerflächen in Nord-, Mittel- und Ostthüringen beantragt werden (Karte: TLUBN)

Diese Maßnahme zum Schutz des Rotmilans kann auf Ackerflächen in Nord-, Mittel- und Ostthüringen beantragt werden (Karte: TLUBN)

Zum Erhalt der Feldhamster (Cricetus cricetus)-Vorkommen in Thüringen werden drei neue Maßnahmen (F1, F2 und F3) in der neuen KULAP-Förderperiode angeboten (Aufn. S. Martens)

Zum Erhalt der Feldhamster (Cricetus cricetus)-Vorkommen in Thüringen werden drei neue Maßnahmen (F1, F2 und F3) in der neuen KULAP-Förderperiode angeboten (Aufn. S. Martens)

Mehrjähriger Blühstreifen mit gebietseigenem Saatgut werden erstmals aus KULAP-Maßnahme in Thüringen angeboten (Aufn. Dr. H. Baumbach)

Mehrjähriger Blühstreifen mit gebietseigenem Saatgut werden erstmals aus KULAP-Maßnahme in Thüringen angeboten (Aufn. Dr. H. Baumbach)

Zur Ackerbegleitflora gehört u.a. das Sommeradonisröschen (Adonis aestivalis) (Aufn. A.Lux)

Zur Ackerbegleitflora gehört u.a. das Sommeradonisröschen (Adonis aestivalis) (Aufn. A.Lux)

Ackerbegleitflora profitiert von der Maßnahme RA (extensiv genutzte Ackerrandstreifen) (Aufn. A.Lux)

Ackerbegleitflora profitiert von der Maßnahme RA (extensiv genutzte Ackerrandstreifen) (Aufn. A.Lux)

Für den Vertragsnaturschutz in Thüringen nimmt der Naturschutzteil des KULAP (Thüringer Programm zur Förderung von umwelt- und klimagerechter Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft, Naturschutz und Landschaftspflege) eine herausragende Position ein. Mit diesem EU- auch GAK-kofinanzierten Programm pflegen Landwirtschaftsbetriebe alljährlich auf mehr als 40.000 Hektar naturschutzfachlich wertvolle, oftmals landschaftsprägende Flächen.

Die Antragstellung der Naturschutzmaßnahmen im KULAP erfolgt in Abstimmung zwischen dem Landwirtschaftsbetrieb und der örtlichen unteren Naturschutzbehörde. Die Naturschutzbehörde bestätigt hierbei, dass die Flächen für eine Naturschutzförderung geeignet sind. Weiterhin werden über Leistungsparameter (ehemals Leistungsprotokoll) Details zur Flächenbewirtschaftung festgelegt.

Weitere Auskunft erteilen die örtlich zuständigen unteren Naturschutzbehörden bzw. Agrarförderzentren. Die Agrarförderzentren sind auch die Bewilligungsbehörden u.a. für KULAP-Anträge.

TLUBN und TMUEN haben für die Maßnahmen jeweils Fachkulissen erstellt. Dies sind im Thüringen Viewer einsehbar.
Im Thüringen Viewer wählen Sie in der Kartenebene ‚Fachdaten‘, den Unterbereich ‚Natur und Umwelt‘ und hier das Thema ‚KULAP Fachkulisse Naturschutz ‘.

  • Detaillierte Inhalte zu den im folgenden aufgelisteten Maßnahmen finden Sie in der Datei „Maßnahmen-Inhalte auf Ackerland“ sowie im Entwurf des Förderkatalogs.

    Maßnahme R – Rotmilanschutz

    Zum Schutz des Rotmilans werden durch den Anbau von Luzerne, Klee oder Kleegras mehr Nahrungsflächen in der Agrarlandschaft geschaffen. Die Maßnahme kann auf Ackerflächen in Nord-, Mittel- und Ostthüringen beantragt werden.

    Maßnahme B - mehrjährige Blühflächen mit gebietseigenem Saatgut

    Die mehrjährigen Blühstreifen und -flächen fördern Feldvögel und Insekten durch Habitatflächen auf Ackerland. Diese Maßnahme wird ohne Kulissenbindung angeboten, ist somit thüringenweit beantragbar und empfiehlt sich besonders auf sonnigen, gerne auch mageren Standorten. Entsprechend des Standortes kann eine von fünf Saatgutmischungen verwendet werden. Wichtig ist hierbei, dass es sich um zertifiziertes gebietsheimisches Saatgut handelt (Nachweise aufheben!). Auf die bekannten Saatgut-Zertifizierungsstellen wird in der rechten Spalte verwiesen.
    Zur Pflege der mehrjährigen Blühflächen sind Schröpfschnitte vorgesehen, diese können ab dem zweiten Vertragsjahr in der Regel zwischen 01.07. und 28.02. erfolgen. Bei bekannten Brutvorkommen des Rebhuhns ist die Pflege durch Schröpfschnitt erst ab dem 15.08. zulässig.
    Tipps für eine erfolgreiche Umsetzung erhalten Sie in der Broschüre „Hinweise zur erfolgreichen Anlage und Pflege mehrjähriger Blühstreifen und Blühflächen mit gebietseigenen Wildarten“, welche durch die Hochschule Anhalt und das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt herausgegeben wurde.

    Maßnahme RA - Ackerrandstreifen / Extensiväcker

    Ackerrandstreifen und Extensiväcker dienen durch den Verzicht auf Pflanzenschutz- und Düngemittel dem Erhalt der Segetalflora (Ackerbegleitflora), der Insekten- und der Feldvogelfauna innerhalb einer etablierten Hauptkultur, wie Getreide.

    Maßnahme ST - Schonstreifen / Schonfläche

    Bei den Schonstreifen oder Schonflächen handelt es sich um Ackerbereiche, auf denen eine Selbstbegrünung zugelassen wird bzw. auf denen die bestehende Begrünung belassen wird. Bei diesen „Brachen“ können ein Pflegeschnitt oder auch eine teilweise Bodenbearbeitung festgelegt werden.

    Die Schonstreifen oder Schonflächen fördern geschützte und gefährdete Arten der Feldflur sowie der Gewässerränder, u.a. Insekten, und reduzieren Nährstoffeinträge in angrenzende Biotope und FFH-Lebensraumtypen.

    Maßnahme F – Feldhamsterschutz

    Der Feldhamster gilt sowohl nach der Roten Liste Deutschlands als auch Thüringens als „vom Aussterben bedroht“. In Thüringen liegt sein Hauptvorkommen im Thüringer Becken.

    Problematisch für den Feldhamster ist u.a. der Verlust seiner Lebensgrundlage nach der Ernte. Dann fehlen Deckung vor Feinden sowie Nahrung zum Anlegen eines Wintervorrats. Mit drei Maßnahmen sollen Habitatflächen für den Feldhamster erhalten werden.

    Stoppelruhe (F1):  Ohne weitere Bodenbearbeitung verbleiben die mind. 25 cm hohen Stoppeln nach der Ernte bis zum 30.09., alternativ ist die Schwadablage des Strohs möglich. Ein finanzieller Zuschlag ist für das Stehenlassen der Ackerkultur auf 5 % der Maßnahmenfläche ebenso bis zum 30.09. möglich. Bei Wintergerste als Folgefrucht kann zeitlich abgewichen werden.

    Feldhamsterparzelle (F2): Auf einer mindestens 1 ha großen Parzelle werden 4 oder mehr Streifen unterschiedlicher Kulturgruppen angebaut. Zulässige Kulturgruppen sind: Sommergetreide, Rüben, Erbse oder Ackerbohne, Sonnenblume, Luzerne, Wintergetreide sowie Blühstreifen aus einer hamsterfreundlicher Blühmischung (Stand 2021). Für die drei letztgenannten Kulturgruppen sind Mindestanteile festgelegt. Die Bedingungen zur Stoppelruhe entsprechend F1 gelten auch hier.


     Beispiel für eine Feldhamsterparzelle

    Hamsterblühstreifen (F3): Diese Maßnahme behinhaltet einen zwischen 10 und 110 m breiten, mehrjährigen Streifen, der mit einer hamsterfreundlicher Blühmischung begrünt wurde. Die Aussaat der Blühmischung erfolgt im ersten Jahr bis zum 20.04. auf dem gesamten Streifen. In den darauffolgenden vier Jahren wird jährlich abwechselnd jeweils die Hälfte des Streifens umgebrochen und neu angesät. Es ist eine Bewirtschaftungsruhe vom 21.04. bis 31.01. zu beachten.

    Maßnahme U - dauerhafte Umwandlung von Ackerland in Dauergrünland

    Die schon 2017 eingeführte KULAP-Fördermaßnahme „dauerhafte Umwandlung von Ackerland in Dauergrünland“ wird auch in der neuen Förderperiode fortgeführt. Die Maßnahme U dient dem verbesserten Schutz von Auen, Wiesenbrüterarten sowie der Entwicklung von Schutzgebieten. Dazu wird unter Verzicht auf Pflanzenschutzmittel die dauerhafte Umwandlung von Ackerflächen in Grünland gefördert.

    Die Neuanlage des Grünlandes ist möglich über:

    • eine Ansaat mit einer standortgeeigneten Saatgutmischung oder
    • eine Ansaat durch Mahdgut-, Heu- oder Heudruschübertragung von geeigneten Spenderflächen.

    Eine Begrünung durch Mahdgutübertragung soll Kosten reduzieren und den regionalen Bezug des Saatgutes verbessern, wodurch die Entwicklung artenreicher, den herrschenden Standortbedingungen angepasste Grünlandbestände gefördert werden.

    Das Spenderflächenkataster ist eine Datenbank, die potenziell geeignete Spenderflächen für die Gewinnung von gebietsheimischem (autochthonem) Begrünungsmaterial enthält. Sie beinhaltet Informationen zur Einschätzung der Eignung einer Fläche als Spenderfläche, sowohl unter naturschutzfachlichen wie auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Die Spender- und Empfängerflächen sollten sich vorrangig innerhalb von einem der Ursprungsgebiete befinden.

    Die Bestätigung der Spenderflächen durch die UNB erfolgt in einem Formblatt, welches über die Agrarförderzentren bereitgestellt werden wird.
    Die Nutzung einer Grünlandfläche als Spenderfläche bedarf auf jeden Fall der Genehmigung des Eigentümers und/oder Nutzers. Diese ist vor der KULAP-Antragstellung einzuholen.

    Eine Hilfestellung für die Mahdgutübertragung (Stand 2022) befindet sich hier.


  • Detaillierte Inhalte zu den im folgenden aufgelisteten Maßnahmen finden Sie in der Datei „Maßnahmen-Inhalte auf Grünland“ sowie im sowie im Entwurf des Förderkatalogs.

    Maßnahme K -  Artenreiches Grünland – Kennarten

    Wie in der Förderperiode seit 2014 werden weiterhin Kennarten-Maßnahmen angeboten. Hier sind weniger Vorgaben zur Nutzungsart, sondern der Nachweis der Kennarten Bedingungen für eine Förderung.
    Bei der Maßnahme K1 müssen 6 Kennarten nach einem vorgegebenen System nachgewiesen werden (Details wird TMIL/TLLLR anbieten). Wie bisher (bei Maßnahme G1 im KULAP 2014) wird mit der Antragstellung dieser Maßnahme von der UNB eine Einschätzung zur Auswirkung auf ggf. vorhandene Schutzgüter geprüft.

    Die Maßnahme K2 mit 8 Kennarten kann dagegen nur in der Fachkulisse (bzw. bei Bestätigung durch die UNB auch außerhalb) beantragt werden. Diese Kulisse beschränkt sich auf Mähwiesen des Flach- und Hügellandes.
    Die Vorgaben zur Nutzung beschränken sich auf eine jährliche Mindestnutzung durch Mahd, Beweidung oder Mähweide, wobei Pflegemaßnahmen wie Walzen, Schleppen oder Nachmahd erlaubt sind, weitere Bodenbearbeitungsmethoden sind jedoch verboten. Der jährliche Nachweis von mindestens 8 Kennarten aus dem Thüringer Kennartenkatalog auf der Verpflichtungsfläche soll zukünftig per App erfolgen können.

    Maßnahmen M, W, H – Mahd, Weide und Hüteschafhaltung auf Biotopgrünland
    Innerhalb der Biotopgrünland- Fachkulisse können Anträge auf eine extensive Nutzung durch Mahd, Beweidung oder Hüteschafhaltung gestellt werden. Eine Neuerung ist die Anerkennung der Hangneigung, welche sich positiv auf die Fördersätze auswirkt. Hierbei wird die Fläche im Antragsportal des TMIL automatisch einer der Hangneigungsklassen (bis 15%, 15 – 25% und über 25% Hangneigung) zugeordnet. Es können des Weiteren Managementzuschläge finanziert werden, wenn durch Vorgaben zum Arten- oder Biotopschutz ein spezielles Pflegemanagement gefordert wird. Einzelheiten hierzu erfahren Sie bei der UNB.

    Eine zusätzliche Maßnahme, die nur in Kombination mit den Maßnahmen M, W und H beantragt werden kann, ist die Maßnahme BE (Erschwerniszuschlag). Sie kann zum Tragen kommen bei erschwerten Wirtschaften durch einen Streuobstbestand oder auf Flächen, die nach ersteinrichtenden Maßnahmen neu im Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystem (InVeKoS) aufgenommen wurden.

    Maßnahme S -  Streuobstpflege

    Zum Erhalt von ‚Streuobstwiesen‘ (gesetzlich geschützte Biotope) wird mit Maßnahme S die Pflege von Obstbäumen auf Streuobstwiesen gefördert. Hierbei sind Mindest- und Maximalangaben bzgl. der förderfähigen Baumanzahl zu beachten sowie, dass die Person, die den Baumschnitt durchführt, eine entsprechende Qualifikation nachweisen muss.
    Als Nachweis der Qualifikation werden Ausbildungen als Baumwart, Streuobstfachwirt/in oder eine gleichwertige qualifizierte Ausbildung für den hochstämmigen Obstbau und mit ausreichend Praxisbezug (Schnittübungen) anerkannt. Zu beachten ist, dass Ausbildungen, die bis 2021 abgeschlossen wurden, mindestens 90 Stunden (à 60 min) umfassen müssen. Ausbildungen ab 2022 haben einen Mindeststundenumfang von 120 Stunden. Laut TMUEN kann für langjährige Aktive die Qualifikation durch die Naturschutzverwaltung bestätigt werden, wenn Referenzen zu der Person bekannt sind.

    Die Maßnahme S kann in Kombination mit anderen KULAP-Maßnahmen zusätzlich beantragt werden.

    Maßnahme G - Ganzjahresbeweidung

    Die naturnahe Ganzjahresbeweidung mit Rindern oder Pferden und einer an den Aufwuchs angepassten Besatzstärke (zwischen 0,1 bis 0,8 GVE/ha) ist eine neue KULAP-Maßnahme. Anträge für mindestens 5 ha große Grünlandflächen können unter anderem in Wiesenbrütergebieten, Überschwemmungsgebieten sowie entlang des Nationalen Naturmonuments „Grünes Band“ gestellt werden.

    Auch bei dieser Maßnahme kann ein Managementzuschlag finanziert werden, wenn durch Vorgaben zum Arten- oder Biotopschutz ein spezielles Pflegemanagement, bspw. durch Auszäunen von Teilflächen, notwendig wird.

    Um die Entwicklung koprophager (Kot essender) Insekten zu ermöglich, wird der Einsatz von Präparaten zur Bekämpfung von Parasiten eingeschränkt. Die Behandlung von Einzeltieren ist nach tierärztlicher Diagnose erlaubt, der prophylaktischer Einsatz dagegen ist nicht zulässig.

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