Invasive gebietsfremde Pflanzenarten

Die invasiven gebietsfremden Pflanzenarten der Unionsliste

Derzeit stehen 36 Gefäßpflanzen als invasive gebietsfremde Arten von unionsweiter Bedeutung auf der Unionsliste zur Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. Bei einem Auftreten von Arten, die sich in einer frühen Phase der Invasion befinden, also die in Deutschland noch nicht etabliert sind, ist deren Früherkennung an die EU zu notifizieren (Artikel 16) und sofortige Maßnahmen zur Beseitigung des Vorkommens sind einzuleiten (Artikel 17). Für in Deutschland bereits etablierte invasive Arten der Unionsliste werden im Zuge der Umsetzung der EU-Verordnung Managementmaßnahmen entwickelt und bundesweit abgestimmt, die die Ausbreitung dieser Arten vermindern oder die Beeinträchtigung gefährdeter Arten vermeiden sollen (Artikel 19).

Die folgende Übersicht gibt Informationen zur Listung und zum Status der Pflanzenarten der Unionsliste in Deutschland (Quelle: Bundesamt für Naturschutz) sowie in Thüringen. Soweit vorhanden, sind weiterführende Informationen zu einer Art verlinkt. Die Management- und Maßnahmenblätter zu den in Deutschland bereits etablierten Arten veröffentlicht das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz.

  • Unionsliste zur Verordnung (EU) Nr. 1143/2014

    Wissenschaftlicher Name
    Deutscher Name
    Listung gilt
    ab dem
    Status in
    Deutschland
    Status in
    Thüringen
    Anwendung
    EU-VO bei Fund
    Weiterführende
    Informationen
    Acacia saligna
    Weidenblatt-Akazie
    15.08.2019fehlendfehlendArt. 16 
    Ailanthus altissima
    Drüsiger Götterbaum
    15.08.2019etabliertetabliertArt. 19Artensteckbrief (PDF-Datei, 674 KB)
    Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 386 KB)
    Alternanthera philoxeroides
    Alligatorkraut
    02.08.2017fehlendfehlendArt. 16 
    Andropogon virginicus
    Blaustängel-Besengras
    15.08.2019fehlendfehlendArt. 16 
    Asclepias syriaca
    Gewöhnliche Seidenpflanze
    02.08.2017etabliertunbeständigArt. 19 
    Baccharis halimifolia
    Kreuzstrauch
    03.08.2016fehlendfehlendArt. 16 
    Cabomba caroliniana
    Karolina-Haarnixe
    03.08.2016unbeständigfehlendArt. 16 
    Cardiospermum grandiflorum
    Großblütiger Herzsame
    15.08.2019fehlendfehlendArt. 16 
    Cortaderia jubata
    Andenpampasgras
    15.08.2019fehlendfehlendArt. 16 
    Ehrharta calycina
    Purpurgras
    15.08.2019fehlendfehlendArt. 16 
    Eichhornia crassipes
    Wasserhyazinthe
    03.08.2016EinzelfundeunbeständigArt. 16 
    Elodea nuttallii
    Schmalblättrige Wasserpest
    02.08.2017etabliertetabliertArt. 19Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 299 KB)
    Gunnera tinctoria
    Chilenischer Riesenrhabarber
    02.08.2017fehlendfehlendArt. 16 
    Gymnocoronis spilanthoides
    Falscher Wasserfreund
    15.08.2019fehlendfehlendArt. 16 
    Heracleum mantegazzianum
    Riesen-Bärenklau
    02.08.2017etabliertetabliertArt. 19Artensteckbrief (PDF-Datei, 679 KB)
    Broschüre TMUEN (PDF-Datei, 4,9 MB)
    Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 474 KB)
    Heracleum persicum
    Persischer Bärenklau
    03.08.2016?fehlendArt. 16 
    Heracleum sosnowskyi
    Sosnowsky Bärenklau
    03.08.2016?fehlendArt. 16 
    Humulus scandens
    Japanischer Hopfen
    02.08.2017unbeständigfehlendArt. 16 
    Hydrocotyle ranunculoides
    Großer Wassernabel
    03.08.2016etabliertfehlendArt. 19 
    Impatiens glandulifera
    Drüsiges Springkraut
    02.08.2017etabliertetabliertArt. 19Broschüre TMUEN (PDF-Datei, 4,6 MB)
    Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 410 KB)
    Lagarosiphon major
    Wechselblatt-Wasserpest
    03.08.2016etabliertfehlendArt. 19Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 384 KB)
    Lespedeza cuneate
    Chinesischer Buschklee
    15.08.2019fehlendfehlendArt. 16 
    Ludwigia grandiflora
    Großblütiges Heusenkraut
    03.08.2016etabliertfehlendArt. 19 
    Ludwigia peploides
    Flutendes Heusenkraut
    03.08.2016?fehlendArt. 16 
    Lygodium japonicum
    Japanischer Kletterfarn
    15.08.2019fehlendfehlendArt. 16 
    Lysichiton americanus
    Gelbe Scheinkalla
    03.08.2016etabliertfehlendArt. 19 
    Microstegium vimineum
    Japanisches Stelzengras
    02.08.2017fehlendfehlendArt. 16 
    Myriophyllum aquaticum
    Brasilianisches Tausendblatt
    03.08.2016etabliertfehlendArt. 19 
    Myriophyllum heterophyllum
    Verschiedenblättriges Tausendblatt
    02.08.2017etabliertetabliertArt. 19 
    Parthenium hysterophorus
    Karottenkraut
    03.08.2016fehlendfehlendArt. 16 
    Pennisetum setaceum
    Afrikanisches Lampenputzergras
    02.08.2017fehlendfehlendArt. 16 
    Persicaria (Polygonum) perfoliata
    Durchwachsener Knöterich
    03.08.2016fehlendfehlendArt. 16 
    Prosopis juliflora
    Mesquite
    15.08.2019fehlendfehlendArt. 16 
    Pueraria lobata
    Kudzu
    03.08.2016fehlendfehlendArt. 16 
    Salvinia molesta
    Lästiger Schwimmfarn
    15.08.2019unbeständigfehlendArt. 16 
    Triadica sebifera
    Chinesischer Talgbaum
    15.08.2019fehlendfehlendArt. 16 

     


Invasive gebietsfremde Pflanzenarten in Thüringen

In der Flora von Thüringen (Zündorf et al. 2006) werden 2.473 Arten der Farn- und Blütenpflanzen aufgeführt. Darunter befinden sich 170 eingebürgerte und 92 nur lokal eingebürgerte gebietsfremde Pflanzenarten (Neophyten; insgesamt 13,1%). Weitere 472 Arten wurden als nicht eingebürgerte Neophyten eingestuft.

Die 262 eingebürgerten Neophyten wurden erstmals im Jahr 2006 überprüft und 12 Arten selektiert (Fachbeirat für Arten- und Biotopschutz 2006), die sich in Thüringen invasiv verhalten. 2016 erfolgte eine erneute Überprüfung durch den Fachbeirat für Arten- und Biotopschutz der TLUG, in deren Ergebnis 17 Blütenpflanzen als invasiv bewertet wurden (Westhus et al. 2016) und von denen drei Arten (Drüsiges Springkraut, Riesen-Bärenklau und Verschiedenblättriges Tausendblatt) ebenfalls auf der Unionsliste stehen. Bei Westhus et al. (2016) sind auch ausführliche Beschreibungen zu Herkunft und Ausbreitung der Arten, zur Gefährdung der heimatlichen Natur und mögliche Maßnahmen zur Bekämpfung zu finden.


Acer negundo, Eschen-Ahorn

Wissenswertes
Aufgrund seiner Unempfindlichkeit gegenüber Umweltbelastungen wird der Eschen-Ahorn sowohl an Straßenrändern als auch in der freien Landschaft viel gepflanzt. Vor allem in den größeren Flusstälern dringt er aber auch in die sowieso schon stark gefährdete naturnahe Vegetation der Auen ein und führt bei dieser zu erheblichen Veränderungen.

Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 341 KB)

Maßnahmen
Als vorbeugende Maßnahme kommt dem Verzicht auf Pflanzung vor allem in Auen und deren Umfeld eine besondere Bedeutung zu. Da der Eschen-Ahorn bisher noch nicht flächendeckend verwildert ist, besteht die Chance durch gezielte Bekämpfungsmaßnahmen eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Die Bekämpfung erfolgt durch Fällen der Altbäume. Es ist eine mehrjährige Nacharbeit einzuplanen, da nach dem Absägen oft Stockausschläge entstehen. Um den Stockausschlag zu verringern, kann (am besten im Sommer) die Methode des vollständigen Ringelns angewandt werden.


6_Bunias_orientalis_Stedtlingen größere Ansicht verfügbar
Bunias orientalis, Orientalische Zackenschote (Aufn. H. Korsch)

Bunias orientalis, Orientalische Zackenschote

Wissenswertes
Die Orientalische Zackenschote dringt als invasiver Neophyt vor allem in Muschelkalk-Gebieten in Halbtrockenrasen vor und verdrängt hier schutzwürdige Pflanzenarten.

Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 1,5 MB)
Faltblatt des Phyletischen Museums Jena (PDF-Datei, 1,8 MB)

Maßnahmen
Die Orientalische Zackenschote besitzt eine gute Regenerationsfähigkeit. Aufmerksamkeit verdient besonders das Vorbeugen einer weiteren Verbreitung (Sorgfalt beim Transport von Mahdgut, Reinigung der Mähgeräte, Dämpfen von Erdmaterial mit Samen und Wurzelfragmenten). Bei Bedarf sollte eine Bekämpfung erfolgen, die auf eine Verhinderung der Samenbildung abzielen muss (mehr als zweimalige jährliche Mahd über einen längeren Zeitraum hinweg; Erstmahd mit Abschluss der Blüte vor Beginn der Samenreife, Folgemahd in der ersten Julihälfte). Einzelpflanzen oder kleinere Bestände können am effektivsten durch tiefes Ausstechen mit einem Unkrautstecher bekämpft werden, wobei eine Nachbearbeitung über mehrere Jahre erforderlich ist. Beweidung hat sich zur Bekämpfung nicht bewährt.


Echinops sphaerocephalus, Drüsige Kugeldistel

Wissenswertes
Die früher als Zier- und Bienenpflanze genutzte Drüsige Kugeldistel bildet in den wärmsten und trockensten Landesteilen Thüringens mancherorts große Bestände im Halbtrockenrasen.

Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 1,8 MB)

Maßnahmen
Der Schwerpunkt im Umgang mit der Art sollte auf Vorbeugungsmaßnahmen, d. h. auf der Verhinderung einer weiteren Ausbreitung liegen (insbesondere Verhinderung absichtlicher Ausbringung). Eine mindestens zweimalige Mahd während der Vegetationsperiode zur Verhinderung der Samenbildung soll die Art zurückdrängen. Möglich ist auch ein gezieltes Ausreißen der Pflanzen vor der Blüte.


Elodea canadensis, Kanadische Wasserpest

Wissenswertes
Den deutschen Namen Wasserpest verdankt die Art ihrer massiven Ausbreitung kurz nach der Einführung nach Europa im 19. Jahrhundert. Auch wenn die Auswirkungen heute nicht mehr ganz so stark sind, neigt sie noch immer zur Bildung von Dominanzbeständen, die kaum noch Raum für die heimischen Wasserpflanzen lassen.

Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 299 KB)

Maßnahmen
Die Verbreitung der Kanadischen Wasserpest erfolgt vor allem über Wasservögel und das Abschwemmen von Pflanzenteilen. Eine Einschleppung ist aus diesem Grund fast nicht zu verhindern. Die Pflanzen können wegen ihrer großen Regenerationsfähigkeit oft nur mit erheblichem Aufwand bekämpft werden. Es ist deshalb genau zu prüfen, ob eine Bekämpfung überhaupt Erfolgsaussichten hat und ob im Einzelfall das Ziel den Aufwand rechtfertigt. Mechanische Bekämpfungen wie Abmähen haben nur eine begrenzte Wirkung. Selbst Herbizideinsatz bringt meist keinen Erfolg. Eine Beschattung des Gewässers durch angepflanzte Gehölze drängt die Wasserpest zwar zurück, hat aber auch erhebliche negative Auswirkungen auf die einheimischen Wasserpflanzen. Bei Vorkommen in Teichen lässt sich die Art durch ein winterliches Ablassen zurückdrängen.


Fallopia japonica, Japanischer Staudenknöterich

Wissenswertes
Wenn sich der aus Ostasien stammende Japanische Staudenknöterich erst einmal etabliert hat, bildet er große und dichte Bestände aus, die fast keine anderen Pflanzen mehr zur Entwicklung kommen lassen.

Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 149 KB)

Maßnahmen
Auf jede Anpflanzung der ostasiatischen Knöterich-Arten sollte verzichtet werden. Dies gilt vor allem für Flächen, die in der Nähe von Gewässern liegen. Große Aufmerksamkeit sollte auf die Vermeidung unbeabsichtigter Ausbringung gerichtet werden, weil die Arten häufig mit kontaminierter Erde, Baumaterial und -maschinen, Gartenabfällen usw. verbreitet werden. Da die Pflanzen wegen ihrer großen Regenerationsfähigkeit nur mit erheblichem Aufwand bekämpft werden können, ist genau zu prüfen, ob eine Bekämpfung Erfolgsaussichten hat und ob im Einzelfall das Ziel den Aufwand rechtfertigt. Zur Vorbeugung einer weiteren Ausbreitung sollten vorrangig Einzelbestände an Fließgewässersystemen, die ansonsten frei von Staudenknöterich sind, bekämpft werden. Der Energievorrat der Pflanze steckt vor allem in den bis zu zwei Metern tief liegenden Rhizomen. Deshalb kann die bloße Vernichtung oberirdischer Pflanzenteile nur langfristig zum Zurückdrängen führen (Mahd in den ersten zwei Jahren bis zu 12mal pro Jahr, ab dem dritten Jahr 4–6mal oder regelmäßige Beweidung; mit mehrjährigen Nacharbeiten muss gerechnet werden). Bei kleineren Beständen ist auch ein regelmäßiges Ausreißen der Sprosse über mehrere Jahre möglich.


Fallopia sachalinensis, Sachalin-Staudenknöterich

Wissenswertes
Auch der Sachalin-Staudenknöterich entwickelt dichte Bestände, die aber im Gegensatz zum Japanischen Staudenknöterich bisher stärker auf die Gebirgslagen beschränkt bleiben.

Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 149 KB)

Maßnahmen
Auf jede Anpflanzung der ostasiatischen Knöterich-Arten sollte verzichtet werden. Dies gilt vor allem für Flächen, die in der Nähe von Gewässern liegen. Große Aufmerksamkeit sollte auf die Vermeidung unbeabsichtigter Ausbringung gerichtet werden, weil die Arten häufig mit kontaminierter Erde, Baumaterial und -maschinen, Gartenabfällen usw. verbreitet werden. Da die Pflanzen wegen ihrer großen Regenerationsfähigkeit nur mit erheblichem Aufwand bekämpft werden können, ist genau zu prüfen, ob eine Bekämpfung Erfolgsaussichten hat und ob im Einzelfall das Ziel den Aufwand rechtfertigt. Zur Vorbeugung einer weiteren Ausbreitung sollten vorrangig Einzelbestände an Fließgewässersystemen, die ansonsten frei von Staudenknöterich sind, bekämpft werden. Der Energievorrat der Pflanze steckt vor allem in den bis zu zwei Metern tief liegenden Rhizomen. Deshalb kann die bloße Vernichtung oberirdischer Pflanzenteile nur langfristig zum Zurückdrängen führen (Mahd in den ersten zwei Jahren bis zu 12mal pro Jahr, ab dem dritten Jahr 4–6mal oder regelmäßige Beweidung; mit mehrjährigen Nacharbeiten muss gerechnet werden). Bei kleineren Beständen ist auch ein regelmäßiges Ausreißen der Sprosse über mehrere Jahre möglich.


Heracleum mantegazzianum, Riesen-Bärenklau

Wissenswertes
Neben der Verdrängung heimischer Pflanzen kommt beim Riesen-Bärenklau auch noch die Gefährdung der Gesundheit des Menschen hinzu. Seine Bekämpfung ist deshalb sehr aufwendig und bedarf eines langen Atems, weil die tausenden von Samen, die jedes Exemplar bildet, noch jahrelang keimfähig bleiben.

Der Riesen-Bärenklau steht seit 2017 auf der Unionsliste zur Verordnung (EU) Nr. 1143/2014.

Artensteckbrief (PDF-Datei, 679 KB)
Broschüre TMUEN (PDF-Datei, 4,9 MB)
Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 474 KB)

Maßnahmen
Vorsorglich sollte eine Information der Öffentlichkeit erfolgen, weil der Riesen-Bärenklau immer noch in Gärten gepflanzt und auch in der freien Natur ausgebracht wird. Weiterhin sollte die Verbreitung von Diasporen durch verseuchten Boden vermieden werden. Ziel der Bekämpfung muss es sein, das Blühen und Fruchten der Pflanzen zu verhindern. Außerdem ist unbedingt eine Nachbearbeitung bzw. Kontrolle nach der Maßnahme sicherzustellen, und zwar so lange, bis keine neuen Keimlinge mehr auflaufen. Einzelpflanzen oder kleine Bestände können im Frühjahr (spätestens Mitte April) oder im Herbst (Oktober bis Anfang November) durch Abstechen der Wurzel etwa 15 cm unterhalb der Erdoberfläche abgetötet werden. Bei gründlichem Arbeiten sind zur Verhinderung der Samenbildung das Abschneiden der Samenstände vor der Samenreife und ihre Entsorgung sehr effektiv. Bei einer Nachkontrolle müssen die Notblüten entfernt werden. Größere Dominanzbestände können mit Fräsen oder Pflügen im Frühjahr und dem Herausziehen der gelockerten Pflanzen bekämpft werden. Häufige Mahd (zu Beginn oder während der Blüte), aber auch Beweidung, die früh im Jahr, wenn die Pflanzen noch klein sind, beginnt, kann die Art so schwächen, dass sie im Lauf der Zeit verschwindet.


Impatiens glandulifera, Drüsiges Springkraut

Wissenswertes
Die hübschen Blüten dieser auch Bauernorchidee genannten Pflanzen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Massenbestände vor allem entlang der Flüsse die heimische Pflanzenwelt verdrängen und auch zu einer erhöhten Erosionsanfälligkeit der Ufer führen.

Das Drüsige Springkraut steht seit 2017 auf der Unionsliste zur Verordnung (EU) Nr. 1143/2014.

Broschüre TMUEN (PDF-Datei, 4,6 MB)
Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 410 KB)

Maßnahmen
Der Schwerpunkt im Umgang mit der Art sollte auf Vorbeugungsmaßnahmen liegen (Verhinderung der absichtlichen Ausbringung, insbesondere in gewässernahen Gärten, Vorsicht bei Erdtransporten). Vor der Ergreifung von Bekämpfungsmaßnahmen sind gründliche Abwägungen erforderlich, da das Verdrängungspotential der Art überschätzt wird. Erste, noch kleine Bestände am Oberlauf von Gewässern sollten unbedingt entfernt werden, bevor das Springkraut durch den Samentransport flussabwärts ein ganzes Tal besiedelt. Als erfolgversprechende Bekämpfungsmaßnahme hat sich bodennahes Mähen (unterhalb des ersten Knotens) vor der Blüte oder zwischen Blüte und Samenreife (Ende Juli bis Anfang August) erwiesen (über zwei Jahre). Bei kleinen Beständen ist manuelles Ausreißen möglich.


Lupinus polyphyllus, Vielblättrige Lupine

Wissenswertes
Die blauen Blüten der Vielblättrigen Lupine bereichern durchaus die Farbenpracht unserer Bergwiesen. Durch die Symbiose mit stickstoffbindenden Bakterien trägt die im 19. Jahrhundert aus Nordamerika eingeführte Pflanze jedoch zur Eutrophierung ihres Standortes und damit zum Verschwinden konkurrenzschwacher Arten bei.

Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 356 KB)

Maßnahmen
Der Schwerpunkt im Umgang mit der Art sollte auf der Verhinderung einer weiteren Ausbreitung (Unterlassen der Ausbringung) liegen. Da Bekämpfungsmaßnahmen aufwändig sind, sollten sie auf besonders schutzwürdige Bereiche konzentriert werden, in denen der Bestandsanteil der Lupine noch unter 50 % liegt. Die Zurückdrängung der Art sollte bevorzugt durch mindestens zweimalige Mahd (vor der Blüte und acht Wochen später) über 3–5 Jahre oder mehrmalige Beweidung deutlich vor der Zeit des Fruchtens Mitte Juli erfolgen. Die Lupine geht aber oft nur sehr langsam zurück, so dass zusätzlich ein gezieltes Ausstechen empfehlenswert sein kann.


Lycium barbarum, Gewöhnlicher Bocksdorn

Wissenswertes
Vor allem an felsigen Steilhängen warmer Lagen mit ihrer besonderen Pflanzenwelt stellt der Bocksdorn ein Problem dar. Die Art bildet über Wurzelsprosse dichte Bestände, in welchen sich nur wenige andere Pflanzen halten können.

Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 711 KB)

Maßnahmen
Wichtigste Vorbeugungsmaßnahme ist ein Verzicht auf Pflanzung im Umfeld schutzwürdiger Felsen und Trockenrasen. Da sich der Strauch sehr kräftig über Wurzelbrut vermehrt, ist nach einem Rückschnitt oder dem Abbrennen oberirdischer Biomasse mit einem verstärkten Ausschlagen zu rechnen. Selbst eine Bekämpfung durch mehrmaligen Rückschnitt und nachfolgende Herbizid-Behandlung mit Garlon 4 hat keinen dauerhaften Erfolg gebracht.


Myriophyllum heterophyllum, Verschiedenblättriges Tausendblatt

Wissenswertes
In Thüringen ist das Verschiedenblättrige Tausendblatt bisher nur an wenigen Stellen vorhanden. Die von ihm besiedelten Gewässer werden allerdings weitgehend ausgefüllt, so dass es zu einer massiven Verdrängung anderer Arten kommt.

Das Verschiedenblättrige Tausendblatt steht seit 2017 auf der Unionsliste zur Verordnung (EU) Nr. 1143/2014.

Maßnahmen
Die Verbreitung des Verschiedenblättrigen Tausendblattes erfolgt wohl vor allem durch Einbringung der Pflanzen durch den Menschen. Wichtigste Maßnahme ist deshalb die vorbeugende Aufklärung. Es gilt ein Besitz- und Vermarktungsverbot gemäß den Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. Die Beschattung des Gewässers durch angepflanzte Gehölze drängt das Tausendblatt zwar zurück, hat aber auch erhebliche negative Auswirkungen auf die einheimischen Wasserpflanzen. Die Art kann wegen ihrer großen Regenerationsfähigkeit im Wasser nur mit erheblichem Aufwand bekämpft werden. Mechanische Maßnahmen wie Abmähen haben nur eine begrenzte Wirkung. Da sich die Vorkommen meist in Teichen befinden, wäre zu prüfen, ob sich die Art durch ein sommerliches Ablassen und anschließende Bodenbearbeitung zurückdrängen lässt. Die bisher sehr geringe Zahl an besiedelten Gewässern rechtfertigt auch einen größeren Aufwand zur Beseitigung der Vorkommen.
 


Pinus nigra, Schwarz-Kiefer

Wissenswertes
Die aus Südosteuropa stammende Schwarz-Kiefer wurde vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den steilen, damals weitgehend gehölzfreien Muschelkalkhängen angepflanzt. Durch die Absonderung von wachstumshemmenden Substanzen führt die dicke Schicht abgefallener Nadeln zur Unterdrückung von Arten der Krautschicht.

Maßnahmen
Vorbeugend sollte eine Anpflanzung der Schwarz-Kiefer auf und in der Nähe von schutzwürdigen Xerothermstandorten unterbleiben. Eine Bekämpfung alter Schwarz-Kiefern-Bestände sollte nur erfolgen, wenn noch Aussicht auf eine Regeneration des Xerothermrasens besteht oder wenn durch Samenanflug von älteren Bäumen eine Ausbreitung in wertvolle angrenzende Lebensräume zu erwarten ist (z. B. an Oberhangkanten). Dagegen ist die Entfernung von Schwarz-Kiefern-Anflug aus schutzwürdigen Magerrasen sehr sinnvoll (Jungpflanzen: Ausreißen oder Freischneider, Bäume: Fällung vorzugsweise in Herbst / Winter oder Ringelung in Brusthöhe).


Populus x canadensis, Kanadische Pappel

Wissenswertes
Als schnell wachsendes Gehölz erfreute sich die Kanadische Pappel vor allem im Rahmen des Flurholzanbaues zu DDR-Zeiten einer großen Beliebtheit. Dadurch sind ihre flugfähigen Samen jetzt in unserer Landschaft fast allgegenwärtig und die daraus keimenden Pflanzen besetzen die ökologische Nische der heimischen Schwarz-Pappel und einiger Weiden-Arten.

Maßnahmen
Vorbeugend sollte besonders in der Umgebung natürlicher Vorkommen der Schwarz-Pappel auf den Anbau der Kanadischen Pappel verzichtet und bestehende Pappelforste entfernt werden. Mittel- bis langfristig ist eine behutsame Umwandlung von Pappelforsten in naturnahe Wälder anzustreben. Zur Bekämpfung wird eine Fällung mit regelmäßigem Rückschnitt der Stockausschläge empfohlen.


Prunus mahaleb, Stein-Weichsel

Wissenswertes
Die Stein-Weichsel wird im Obstbau häufig als Veredlungsunterlage für Steinobst verwendet. In den wärmeren Lagen wie dem Thüringer Becken verwildert sie aber auch ganz leicht. Die kleinen Kirschen werden von Vögeln gefressen und ihre Kerne auf diese Weise weit verbreitet.

Maßnahmen
Vorbeugend sollte auf die Anpflanzung der Stein-Weichsel in Flurgehölzen verzichtet werden, in deren Umfeld sich Xerothermrasen befinden. Zur Bekämpfung liegen nur wenige Erfahrungen vor. Wirksam ist wahrscheinlich eine Fällung mit anschließendem häufigem Rückschnitt der Stockausschläge.


Robinia pseudoacacia, Robinie

Wissenswertes
Zwar sind die Bestände der Robinie relativ locker, doch führt die Stickstofffixierung dieses Schmetterlingsblütengewächses zu einer Nährstoffanreicherung im Boden und dadurch zu einer erheblichen Veränderung des Artenbestandes.

Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 361 KB)

Maßnahmen
Als vorbeugende Maßnahme kommt dem Verzicht auf Pflanzung in der näheren Umgebung schutzwürdiger Trockenrasen eine besondere Bedeutung zu (Sicherheitsabstand von mindestens 500 m). Nur selten ist es sinnvoll, alte und dichte Robinienbestände zu entfernen. Vielmehr sollten Bekämpfungsmaßnahmen erfolgen, wenn noch weitgehend intakte schutzwürdige Trockenrasen durch beginnende Robinienbesiedlung bedroht sind oder in direkter Nähe von Robinien liegen. Mittel für eine mehrjährige Nacharbeit sind einzuplanen, da die Stockausschläge, die nach dem Absägen der Bäume entstehen, oft dichter sind als die ursprünglichen Bestände. Um den Stockausschlag zu unterdrücken, kann im Winter die Methode des unvollständigen Ringelns angewandt werden (mit der Motorsäge wird die Rinde etwa in Brusthöhe bis auf einen kleinen Steg von einem Zehntel des Umfangs entfernt). Im Folgejahr wird Mitte Juni die Restbrücke inklusiv Kallus entfernt. Eine Wiederholung erfolgt bis zum vollständigen Absterben, dann werden die Stämme entnommen. Zielführend kann des Weiteren das Abholzen der Stämme mit anschließender Abdeckung mit schwarzer PVC-Folie sein. Auch die Rodung wurde auf leichten Böden erfolgreich angewendet. Das gerodete Pflanzenmaterial muss von der Fläche transportiert werden. Auch hier ist im Folgejahr auf Austriebe aus Wurzelfragmenten zu achten.


Sedum spurium, Kaukasus-Fetthenne

Wissenswertes
Die Kaukasus-Fetthenne ist eine beliebte Steingartenpflanze. Von nahegelegenen Gärten oder aber durch gedankenlose Entsorgung von Gartenabfällen gelangt sie häufig auf naturnahe Felsen. Dort werden dann konkurrenzschwache, auf offene Stellen angewiesene heimische Arten verdrängt.

Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 382 KB)

Maßnahmen
Zu den wichtigsten Vorbeugungsmaßnahmen zählt die Verhinderung einer weiteren Ausbreitung (Verzicht der Anpflanzung in Gärten und auf Friedhöfen in der Umgebung naturnaher Felsen, Sorgfalt beim Umgang mit Gartenabfällen). Wegen der großen Regenerationsfähigkeit sind Fetthennen schwierig zu bekämpfen. Es ist daher sorgfältig zu prüfen, in welchen Fällen Maßnahmen notwendig und erfolgversprechend sind. Zur Bekämpfung der Kaukasus-Fetthenne muss in der Regel der gesamte Boden mit handgeführten Gartengeräten abgetragen werden. Anschließend sind eine Kontrolle der näheren Umgebung und die Entfernung aufkommender Pflanzen meist über mehrere Jahre notwendig. Selbst eine Herbizid-Anwendung führt wegen der hohen Resistenz der Art nicht zum Erfolg.


Solidago canadensis, Kanadische Goldrute

Wissenswertes
Die aus Nordamerika stammenden Goldruten bilden sowohl in unseren Auen als auch auf sogenannten Ruderalflächen dichte Bestände. Nur wenige heimische Arten können sich dort dann noch behaupten.

Bestimmungshilfe KORINA (PDF-Datei, 587 KB)

Maßnahmen
Zu den wichtigsten Vorbeugungsmaßnahmen zählt die Verhinderung einer weiteren Ausbreitung (Verzicht der Ausbringung und Anpflanzung in Gärten, Sorgfalt beim Umgang mit Gartenabfällen und bei Erdtransporten). Wegen der großen Regenerationsfähigkeit ist die Goldrute schwierig zu bekämpfen. Es ist daher sorgfältig zu prüfen, in welchen Fällen Maßnahmen notwendig und erfolgversprechend sind.
Bei der Bekämpfung muss einerseits die Samenbildung unterdrückt werden, um Ausbreitung und weitere Keimung in der Fläche zu verhindern. Andererseits kann der vorhandene Bestand nur zurückgedrängt werden, indem man das Rhizom schwächt bzw. zerstört. Empfohlen wird eine zweimalige Mahd im Mai und August (vor der Blüte) mit tiefem Schnitt über mehrere Jahre hinweg. Wenn die Goldrute dann zurückgedrängt ist, kann auf einen Spätschnitt reduziert werden. Auch über ein erfolgreiches Abdecken der Flächen mit schwarzer UV-undurchlässiger Folie nach dem ersten Schnitt und Entfernung der Rhizome Anfang Oktober wurde berichtet. Kleinere Vorkommen können durch Ausgraben oder wiederholtes Ausreißen der Stängel (bei feuchter Witterung kurz vor der Blüte) bekämpft werden. Die Stängel reißen dann nicht ab, so dass ein Teil des Rhizoms mit entfernt wird.


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