Invasive gebietsfremde Arten

Eschen-Ahorn, Acer negundo (Aufn. H. Korsch)

Drüsige Kugeldistel, Echinops sphaerocephalus (Aufn. H. Korsch)

Kanadische Wasserpest, Elodea canadensis (Aufn. H. Korsch)

Japanischer Staudenknöterich, Fallopia japonica (Aufn. H. Korsch)

Drüsiges Springkraut, Impatiens glandulifera (Aufn. H. Korsch)

Kamberkrebs, Orconectes limosus (Aufn. U. Müller)

Gewöhnlicher Bocksdorn, Lycium barbarum (Aufn. H. Korsch)

Marderhund, Nyctereutes procyonoides (Aufn. W. Westhus)

Stein-Weichsel, Prunus mahaleb (Aufn. H. Korsch)

Roter Amerikanischer Sumpfkrebs, Procambarus clarkii (Aufn. H. Korsch)

Kaukasus-Fetthenne, Sedum spurium (Aufn. H. Korsch)

Kanadische Goldrute, Solidago canadensis (Aufn. H. Korsch)

Waschbär (Aufn. W. Westhus)

Eschen-Ahorn, Acer negundo (Aufn. H. Korsch)

Drüsige Kugeldistel, Echinops sphaerocephalus (Aufn. H. Korsch)

Kanadische Wasserpest, Elodea canadensis (Aufn. H. Korsch)

Japanischer Staudenknöterich, Fallopia japonica (Aufn. H. Korsch)

Drüsiges Springkraut, Impatiens glandulifera (Aufn. H. Korsch)

Kamberkrebs, Orconectes limosus (Aufn. U. Müller)

Gewöhnlicher Bocksdorn, Lycium barbarum (Aufn. H. Korsch)

Marderhund, Nyctereutes procyonoides (Aufn. W. Westhus)

Stein-Weichsel, Prunus mahaleb (Aufn. H. Korsch)

Roter Amerikanischer Sumpfkrebs, Procambarus clarkii (Aufn. H. Korsch)

Kaukasus-Fetthenne, Sedum spurium (Aufn. H. Korsch)

Kanadische Goldrute, Solidago canadensis (Aufn. H. Korsch)

Waschbär (Aufn. W. Westhus)

Die Ausbreitung gebietsfremder Arten stellt weltweit eine der großen Gefährdungen für die biologische Vielfalt dar. In der EU aber auch in Thüringen breiten sich entsprechende Arten in den letzten Jahrzehnten immer weiter aus. Handel und Verkehr nehmen zu, Landnutzung und Klimawandel verändern die Lebensräume, auch die direkte Freisetzung dieser Organismen in die Landschaft spielt eine wichtige Rolle.

Wegen der zunehmenden Bedeutung der invasiven Arten sowohl aus naturschutzfachlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht werden diese inzwischen auch von der Politik als Problem wahrgenommen. Die EU hat 2014 eine Verordnung zu diesem Thema erlassen. Zu dieser wurden seitdem zwei zugehörige Arten-Listen veröffentlicht. Aus der Verordnung ergeben sich konkrete rechtliche Vorgaben zum Umgang mit den dort genannten Arten. Genaueres dazu findet man unter dem Punkt Die EU-Verordnung zu invasiven gebietsfremden Arten.

Bereits vor dem In-Kraft-Treten der Artenlisten der EU-Verordnung hat der Fachbeirat für Arten- und Biotopschutz der TLUG eine Übersicht über die aus Naturschutzsicht speziell in Thüringen problematischen invasiven Arten erarbeitet. Diese Übersicht trägt den Charakter Fachstandpunktes und ist unter dem Punkt Die in Thüringen invasiven gebietsfremden Arten abrufbar.

Auch wenn die Listen der EU und Thüringens ähnliche Ziele verfolgen und eine Reihe von Arten in beiden enthalten ist, gibt es wegen des unterschiedlichen Charakters (Verordnung bzw. Fachstandpunkt) und der verschiedenen Bezugsräume doch auch deutliche Unterschiede. Dies ist bei der Nutzung zu beachten.

  • Die EU-Verordnung zu invasiven gebietsfremden Arten

    Neben der Biodiversitätskonvention und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU beinhaltet vor allem das Bundesnaturschutzgesetz (§ 40) rechtliche Regelungen zum Umgang mit invasiven gebietsfremden Arten. Überregional bedeutsam ist die am 01.01.2015 in Kraft getretene „Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten“(oft nach der englischen Bezeichnung der „Invasive Alien Species“ als „IAS-Verordnung“ abgekürzt).

    Aus der Verordnung ergeben sich die Anforderungen an die Mitgliedsländer hinsichtlich des Umganges mit invasiven Arten. So fordert sie Prävention, Früherkennung über die Einrichtung eines Frühwarnsystems und sofortige Beseitigung in der frühen Phase der Invasion sowie das Management von bereits weit verbreiteten invasiven gebietsfremden Arten.

    Am 03.08.2016 ist ergänzend zur Verordnung eine erste Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung in Kraft getreten. Diese Liste enthielt zunächst 37 Arten, 2017 wurde sie um eine zweite und 2019 um eine dritte Liste mit Arten erweitert, so dass die Gesamtliste jetzt 66 Arten umfasst. Darin sind auch einige in Thüringen häufigere Arten aufgeführt, z.B. Riesen-Bärenklau, Drüsiges Springkraut, Blaubandbärbling, Nilgans, Nutria, Bisamratte und Waschbär.

    Außerdem besitzen Schmalblättrige Wasserpest, Verschiedenblättriges Tausendblatt, Kamber-, Marmor- und Signalkrebs sowie Marderhund eingebürgerte Vorkommen in Thüringen. Einzelnachweise, aber keine eingebürgerten Vorkommen, gibt es von Gewöhnlicher Seidenpflanze, Wasserhyazinthe, Rotem Amerikanischem Sumpfkrebs, Nordamerikanischer Schmuckschildkröte und Schwarzkopf-Ruderente.

    Um das Erkennen invasiver gebietsfremder Arten der Unionsliste sowie deren Beseitigung oder Kontrolle zu erleichtern, hat das BfN eine Publikation mit Steckbriefen der 49 Arten mit wesentlichen Angaben zu Vorkommen, Aussehen, Verwechslungsmöglichkeiten sowie Beseitigungs- und Kontrollmaßnahmen veröffentlicht (Nehring & Skowronek 2017).

    Die invasiven gebietsfremden Arten nach der IAS-Verordnung der EU (VO Nr. 2019/1262) in Thüringen

  • Die in Thüringen invasiven gebietsfremden Arten

    Im Vergleich zur globalen Situation beeinflussen die invasiven gebietsfremden Arten in Thüringen – wie in anderen Teilen Mitteleuropas – die heimische Lebewelt noch vergleichsweise wenig. Trotzdem sind manche von ihnen aus naturschutzfachlicher Sicht problematisch. Deshalb wurde vom Fachbeirat für Arten- und Biotopschutz an der TLUG eine regionale Liste erarbeitet. Diese enthält 29 gebietsfremde Arten, die in Thüringen nachweislich die heimische Natur negativ beeinflussen. Die genaue methodische Herangehensweise ist in Westhus et al. (2016) dargestellt. Dort werden zudem elf potenziell invasive gebietsfremde Tier- und 24 Pflanzenarten aufgelistet. Von diesen liegen begründete Annahmen vor, dass sie die biologische Vielfalt Thüringens gefährden. Sie bedürfen einer besonderen Beobachtung.

    Auf den Seiten zu den Pflanzen- und Tierarten werden die in Thüringen vorkommenden invasiven Neobiota vorgestellt, die von ihnen ausgehenden Gefährdungen für die biologische Vielfalt erläutert und Hinweise zum angemessenen Umgang mit ihnen geben.

    Die Listen der in Thüringen invasiven und potenziell invasiven Arten sollen periodisch aktualisiert werden. Anregungen und Informationen für eine künftige Fortschreibung nehmen wir dankbar auf.

    Liste der invasiven gebietsfremden Arten Thüringens

    Liste der potenziell invasiven Arten Thüringens

    Kontakt Fauna: frank.fritzlar@tlubn.thueringen.de

    Kontakt Flora: heiko.korsch@tlubn.thueringen.de

  • Was sind invasive gebietsfremde Arten?

    Als Neobiota oder gebietsfremd werden Tier-, Pilz- oder Pflanzenarten bezeichnet, die unter direkter oder indirekter Mitwirkung des Menschen in ein Gebiet außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsareales gelangt sind und dort wild leben oder gelebt haben. Nach der Biodiversitätskonvention von Rio (CBD) werden gebietsfremde Arten als invasiv bezeichnet, wenn sie in ihrem neuen Siedlungsgebiet die Biodiversität (Vielfalt der Lebensräume, Arten und Gene) gefährden.

  • Allgemeine Empfehlungen für den Umgang mit invasiven gebietsfremden Arten

    Der aus Sicht des Naturschutzes zu empfehlende Umgang mit invasiven und potenziell invasiven Arten kann sehr unterschiedlich sein. Der Schwerpunkt muss in den meisten Fällen auf einer Vorbeugung liegen, d.h. einer vorausschauenden Vermeidung der Einführung und weiteren Ausbreitung. Hierzu zählen die Verhinderung einer unbeabsichtigten Ausbringung z.B. über die Entsorgung von Gartenabfällen oder das Aussetzen von Tieren. Neben der Prävention, Früherkennung und sofortigen Tilgung in der frühen Phase der Invasion fordert die neue EU-Verordnung auch das Management von bereits weit verbreiteten invasiven gebietsfremden Pflanzen- und Tierarten. Für die 29 in Thüringen invasiven gebietsfremden Arten werden die von ihnen ausgehenden Gefährdungen auf die biologische Vielfalt erläutert und Empfehlungen zu Vorsorge, Kontrolle und Maßnahmen gegeben. Weitere umfangreiche Informationen sind Westhus et al. 2016 zu entnehmen.

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