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Gesetzlich geschützte Biotope

Ein typisches Beispiel für ein gesetzlich geschütztes Biotop ist dieses Kleingewässer im Nationalpark Hainich (Aufn. H. Korsch) vergrößerte Ansicht
Ein typisches Beispiel für ein gesetzlich geschütztes Biotop ist dieses Kleingewässer im Nationalpark Hainich (Aufn. H. Korsch)
Wacholderheiden sind durch ihre Kombination von Magerrasen und lichten Gehölzstrukturen oft besonders artenreiche Biotope (Aufn. H. Korsch) vergrößerte Ansicht
Wacholderheiden sind durch ihre Kombination von Magerrasen und lichten Gehölzstrukturen oft besonders artenreiche Biotope (Aufn. H. Korsch)

Nach § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) werden bestimmte Teile von Natur und Landschaft, die eine besondere Bedeutung als Biotope haben, gesetzlich geschützt. Anders als bei den bekannteren Naturschutzgebieten oder Nationalparken bedarf es zur Wirksamkeit des gesetzlichen Biotopschutzes keiner weiteren rechtlichen Festlegung oder Ausweisung mehr. Diese Biotope sind durch Gesetz allein deshalb geschützt, weil sie zu einem bestimmten, in § 30 BNatSchG und ergänzend § 15 des Thüringer Naturschutzgesetzes (ThürNatG) aufgelisteten Biotoptyp gehören. Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung der so geschützten Biotope führen können, sind verboten:

  • 1. natürliche oder naturnahe Bereiche fließender und stehender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und der dazugehörigen uferbegleitenden natürlichen oder naturnahen Vegetation sowie ihrer natürlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche, Altarme und regelmäßig überschwemmten Bereiche,

    2. Moore, Sümpfe, Röhrichte, Großseggenrieder, seggen- und binsenreiche Nasswiesen, Quellbereiche, Binnenlandsalzstellen,

    3. offene Binnendünen, offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden, Lehm- und Lösswände, Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Schwermetallrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte,

    4. Bruch-, Sumpf- und Auenwälder, Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder, subalpine Lärchen- und Lärchen-Arvenwälder,

    5. offene Felsbildungen, alpine Rasen sowie Schneetälchen und Krummholzgebüsche,

    6. Fels- und Steilküsten, Küstendünen und Strandwälle, Strandseen, Boddengewässer mit Verlandungsbereichen, Salzwiesen und Wattflächen im Küstenbereich, Seegraswiesen und sonstige marine Makrophytenbestände, Riffe, sublitorale Sandbänke, Schlickgründe mit bohrender Bodenmegafauna sowie artenreiche Kies-, Grobsand- und Schillgründe im Meeres- und Küstenbereich,

    7. magere Flachland-Mähwiesen und Berg-Mähwiesen nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG, Streuobstwiesen, Steinriegel und Trockenmauern.

Nicht alle im BNatSchG aufgelisteten Biotoptypen kommen in Thüringen vor (z. B. alpine oder marine Biotope). Dafür werden in § 15 ThürNatG einige weitere geschützte Biotoptypen genannt. Für diese gelten die gleichen Regelungen wie für die im BNatSchG aufgeführten.

  • Moorwälder, uferferne Landröhrichte, Staudenfluren trockenwarmer Standorte, offene Felsbildungen der planaren bis montanen Stufen, aufgelassene Lockergesteinsgruben und Steinbrüche, Hohlwege sowie Erdfälle und Dolinen.

Einen Überblick über Anzahl und Flächen der verschiedenen gesetzlich geschützten Biotope in Thüringen (aus Lauser et al. 2015) gibt folgende Tabelle.

Konkrete Informationen zum Vorkommen gesetzlich geschützter Biotope in Thüringen sind über den Kartendienst des TLUBN oder über die App „Meine Umwelt“ (für die Betriebssysteme Android, iOS, Windows Phone) abrufbar.

Eine weitere für den Schutz von Biotopen wichtige gesetzliche Regelung ist die Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Richtlinie der EU. Eine ganze Reihe von Lebensraumtypen ist im Anhang I dieser Richtlinie verzeichnet. Dabei handelt es sich um „Natürliche Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen“. Genaueres hierzu ist den Seiten zum Thema Natura 2000 zu entnehmen.

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