Biotopkartierung

Für die nach § 30 Abs. 7 BNatSchG vorgeschriebene Registrierung der gesetzlich geschützten Biotope und für die sich aus der FFH-Richtlinie ergebenden Pflichten müssen die entsprechenden Lebensräume in der Landschaft erfasst werden. Diese Erfassungen erfolgen durch Biotopkartierungen.

Aus organisatorischen Gründen erfolgte/erfolgt die Biotopkartierung im Rahmen mehrerer Projekte. Dabei handelt es sich um die Dorfbiotopkartierung (siehe auch Schikora et al. 2003), mehrere Stadtbiotopkartierungen, die Waldbiotopkartierung (siehe auch Henkel et al. 2008), die Offenlandbiotopkartierung (siehe auch Lauser et al. 2015) und die FFH-Lebensraumtypen(LRT)-Kartierung. Grundlage für die Offenlandbiotopkartierung bildete eine flächendeckende thüringenweite Interpretation der Biotop- und Nutzungstypen anhand von Color-Infrarot-Luftbildern aus der 1. Hälfte der 1990er Jahre. Die Ergebnisse dieser Interpretation sind über den Geoproxy Thüringen zugänglich. Die Waldbiotopkartierung wird nach § 5 des Thüringer Waldgesetzes durch die Landesforstverwaltung, d. h. derzeit durch ThüringenForst organisiert. Genauere Informationen dazu sind dort zu erhalten. Für die Dorfbiotopkartierung, die Offenlandbiotopkartierung und die FFH-Lebensraumtyp-Kartierung war bzw. ist das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz zuständig. Hier werden die dabei erhobenen Daten zentral verwaltet und gepflegt.

Die selektive Erfassung der gesetzlich geschützten Offenland-Biotope wurde 1996 begonnen. Im Jahr 2013 konnte der erste, so genannte „Basisdurchgang“ für ganz Thüringen abgeschlossen werden (Kartieranleitung Offenlandbiotopkartierung, Stand 2001). Einen umfassenden Überblick über die Ergebnisse geben Lauser et al. (2015). Nach dem Abschluss der Offenlandbiotopkartierung lag der Schwerpunkt auf der Kartierung der Lebensraumtypen (LRT) in den Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebieten. Seit 2017 erfolgt eine Aktualisierung der Kartierung der gesetzlich geschützten Biotope und der LRT außerhalb der FFH-Gebiete (Kartieranleitung OBK 2.0). Diese erfasst die Biotope in den Siedlungsbereichen mit und löst damit auch die Dorfbiotopkartierung ab.

Einen schnellen Überblick über die Kartierung der Offenlandbiotope vermittelt das hierzu zusammengestellte Faltblatt.

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