Zukünftige Entwicklung des Klimas in Thüringen

Klimamodelle ermöglichen die zukünftige Klimaentwicklung zu simulieren. Dabei wird eine Vielzahl an Modellkombinationen verwendet. Dadurch entsteht eine Schwankungsbreite, die Ober- und Untergrenze (hellgelber Bereich) für die Entwicklung vorgibt. Für die unten stehenden Abbildungen wurde das Szenario RCP 8.5 genutzt, welches eine Weiterführung der momentanen globalen wirtschaftliche Entwicklung abbildet. Die bereits beobachtete Entwicklung (bis 2017) wird im weißen Bereich links, die erwartete zukünftige Klimaentwicklung (bis 2100) im grauen Bereich rechts dargestellt. Die Querbalken zeigen die 30-jährigen Mittelwerte. Im beobachten Zeitraum sind das die Zeiträume 1961-1990 und 1988-2017. Im simulierten Zeitraum sind das die nahe Zukunft (2021-2050) und die ferne Zukunft (2071-2100). Die Linie in der Mitte der Schwankungsbreite ist der Median.

Mittlere Jahreslufttemperatur

Die Temperaturentwicklung ist in Abbildung 1 anhand der Jahresmittelwerte visualisiert. Die bisher beobachtete Zunahme der Jahresmitteltemperatur (weißer Bereich links) liegt zwischen 1961-1990 (7,6 °C) und 1988-2017 (8,6°C) bei 1 °C (1 Kelvin). Für die nahe Zukunft (2021-2050) wird von einer Temperaturzunahme von 0,9 bis 2,4 Kelvin (K) im Vergleich zu 1961-1990 ausgegangen. Dabei hat die aktuell beobachtete Temperaturerhöhung die Untergrenze schon überschritten. Im Median liegt die Temperaturerhöhung in der nahen Zukunft bei 1,7 K.

Für die ferne Zukunft (2071-210) wird von einer Temperaturzunahme von mindestens 3,2 K bis höchstens 5,4 K im Vergleich zu 1961-1990 ausgegangen. Dabei liegt die Untergrenze weit über dem 2°C-Ziel. schon überschritten. Im Median liegt die Temperaturerhöhung in der fernen Zukunft bei 4,2 K. Ein Jahr wie das bisherige Rekordjahr 2018 mit einer Durchschnittstemperatur von 9,9 °C wird demnach Mitte des 21. Jahrhunderts Normalität.

Temperaturkenntage

Heiße Tage

Für eine Einschätzung der Hitzebelastung wird gerne die Anzahl der Heißen Tage verwendet. Unter einem Heißen Tag versteht man einen Tag mit einer Tageshöchsttemperatur von mindestens 30 °C. In der nachfolgenden Abbildung 2 wird die jährliche Anzahl der heißen Tage für den Thüringer Klimabereich Südostdeutsche Becken und Hügel dargestellt. Dieser Klimabereich umfasst einen Großteil Thüringens und zeichnet sich im Durchschnitt durch hohe Temperaturen aus.

Die durchschnittliche Anzahl der Heißen Tage pro Jahr haben sich im Klimabereich Südostdeutsche becken und Hügel bisher von 4,2 Heißen Tagen im Zeitraum 1961-1990 auf 7,8 Heiße Tage im Zeitraum 1988-2017 nahezu verdoppelt. Das Jahre 2018, welches mit 18,8 Heißen Tagen im Thüringenmittel einen neuen Rekord aufstellte, ist in der vorliegen Grafik noch nicht enthalten.

Eistage

Für eine Einschätzung der Winterintensität wird die Anzahl der Eistage herangezogen. Unter einem Eistag versteht man einen Tag mit einer Tageshöchsttemperatur unter 0 °C. In der nachfolgenden Abbildung 3 wird die jährliche Anzahl der Eistage für den Thüringer Klimabereich Erzgebirge, Thüringer und Bayrischer Wald dargestellt. Dieser Klimabereich umfasst die Hochlagen Thüringens und zeichnet sich im Durchschnitt durch niederige Temperaturen und hohe Niederschlagssummen aus.

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