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Unwettergefahren in Thüringen

Starkregen, Blitzschlag, Hagel und lokalen Sturmböen

Die mit atmosphärischer Feuchtkonvektion einhergehenden Gefahren setzen sich aus Starkregen, Blitzschlag, Hagel und lokalen Sturmböen zusammen. Unter atmosphärischer Feuchtkonvektion versteht man im Allgemeinen Quellwolken, Schauer und Gewitter.

Konvektive Wetterereignisse führen lokal und überregional zu zum Teil erheblichen Schäden für die Betroffenen. Auch in Thüringen sind zahlreiche Schäden dieser Art verlässlich registriert und unter anderem auch durch die Medien öffentlich gemacht. Umso wichtiger ist es Hagel‐, Starkregen‐, Blitz‐ und lokale Fallböenereignisse räumlich undzeitlich besser einschätzen zu können.

Niederschlagsmessungen mittels Radar und Blitzortungen ermöglichen es, solche Gebiete zu identifizieren, in denen höhere Starkregen- und Gewitteraktivitäten zu verzeichnen sind. Auf den nachfolgenden Seiten Starkregen und Blitzschlag finden Sie die entsprechenden Informationen und Kartendarstellungen.

Ausgewählte konvektive Unwetterereignisse im Juni 2021

Nachfolgend sind einige Unwetterereignisse des Junis 2021 in Thüringen aufgeführt. Diese und weitere ausgewählte Erereignisse werden im monatlichen Klimabericht ausführlicher dargestellt.

 

29.06.2021     In Burgwalde (Landkreis Eichsfeld) blockiert eine durch Unwetter ausgelöste Schlammlawine mehrere Straßen.
20.06.2021    Bei einem Gebäudebrand nach Blitzeinschlag in Dermbach (Landkreis Wartburgkreis) entsteht 100.000 Euro Sachschaden.
08.06.2021    Nach Starkregen stehen in Wandersleben (Landkreis Gotha) Straßen bis zu 30 cm unter Wasser. Dabei werden Häuser, Garagen, Gärten und Grundstücke überflutet.
04.06.2021    In Mosbach (Landkreis Wartburgkreis) bildet sich nach Starkregen eine Flutwelle aus, die zu massiven Sachschäden an Gebäuden und Straßen führt.

 

Quelle: European Severe Weather Database. URL: https://www.eswd.eu/ (Stand: 08.07.2021)

Unwettergefahren in Thüringen

Starkregen und Blitzschlag

Die Auswertungen von Radardaten und Blitzortung des durch das Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz, Referat 72 bieten Informationsmöglichkeiten zu den Betroffenheiten durch Unwettergefahren. Darüberhinaus werden in ReKIS kommunal weitere Informationen zu den Herausforderungen durch Starkregen und Blitzschlag für Landkreise und Gemeinden gegeben. Interaktive Karten in ReKIS Expert ermöglichen kommunalen Akteuren einen schnellen und gezielten Abruf dieser Informationen.

Abb. 2 Starkregenintensität - Summe von Ereignissen mit mindestens 20 mm/h in 5 min pro Jahr für die Periode 2001-2020. Datenquelle: Deutscher Wetterdienst, Auswertung und Darstellung: TLUBN

Starkregen

Radardaten ermöglichen flächendeckende und zeitlich hoch aufgelöste Aussagen zum Niederschlag und damit zu Starkregenereignissen. Für die folgenden Auswertungen

  • Starkregenintensität
  • Starkregenanteil am Gesamtniederschlag eines Jahres
  • Starkregenregenzeit pro Jahr

konnte auf Radardaten mit einer zeitlichen Auflösung von 5 Minuten zurückgegriffen werden, die der DWD für den Zeitraum ab 2001 zur Verfügung stellt.

Mehr zu Starkregen

Abb. 3 Blitzdichte – Anzahl der Wolke-Erde-Blitze pro Quadratkilometer und Jahr für die Periode 1992-2020 Datenquelle: Blitzinformationsdienst der Fa. Siemens Auswertung und Darstellung: TLUBN

Blitzschlag

Der Blitz-Informationsdienstes von Siemens (BLIDS) nutzt über 145 verbundene Messstationen in Europa, die eine Ortung von Gewitterblitzen auf bis zu 200 m genau ermöglichen. Die Auswertung dieser Messreihen ab 1992 ermöglichen anhand der

  • Blitzdichte
  • Gewittertage
  • Blitzexponierte Standorte

flächendeckende Aussagen zur Gewitteraktivität in Thüringen.

Mehr zu Gewitter und Blitzschlag

zukünftige Entwicklung konvektiver Ereignisse

Die Gefährdungskarten für das konvektive Unwetterpotential zeigen die Modellergebnisse der Simulationen mit dem regionalen Klimamodell COSMO‐CLM, angetrieben durch das globale Klima‐modell EC‐Earth, nach dem Emissionsszenario RCP 8.5. Für den Vergleichszeitraum von 1976 bis 2005 ist eine niedrige Gefährdung vorwiegend im Norden Thüringens und ein Schwerpunkt hoher Gefährdung im südlichen Thüringer Wald und im Thüringer Schiefergebirge erkennbar. COSMO‐CLM ist in der Lage, Temperatur‐ und Feuchteänderungen in einem zukünftigen Klima in den konvektionsauflösenden Simulationen zu berücksichtigen. Die Zukunftsprojektionen ergebenfür die Zeiträume von 2016 bis 2045 und von 2071 bis 2100 eine deutliche Erhöhung der Gefährdung durch konvektive Ereignisse, die an Häufigkeit und Intensität zunehmen. Diese Aussage ist robust. Die Größenordnung der Gefährdungszunahme und ihr räumliches Muster bleiben aber mitUnsicherheiten behaftet.

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