Monitoring der Folgen des Klimawandels in Thüringen

Mit dem Klimawandel sind auch die Folgen in Thüringen spürbar. Die Waldbrandgefahr steigt, die Böden werden im Herbst trockener, die Schneedecke geht vor allem in den höheren Lagen zurück und die Zusammensetzung von Artengemeinschaften verändert sich.

Da ökologische und sozioökonomische Prozesse stets von vielen unterschiedlichen Faktoren und nicht allein vom Klimawandel beeinflusst werden, sind die Entwicklungen sind aber jeweils differenziert zu interpretieren und bewerten. Umso wichtiger sind eine langfristige Datenerhebung und Beobachtung der Klimawandelfolgen in Thüringen.

Aus diesem Grund sah das „Anpassungsprogramm an die Folgen des Klimawandels - IMPAKT“ von 2013 unter anderem auch den Aufbau eines Monitorings vor, auf dessen Grundlage eine regelmäßige Berichterstattung über Klimafolgen und Klimaanpassung in Thüringen erfolgen soll. 2017 wurde das Klimafolgenmonitoring erstmals als „Klimawandelfolgen in Thüringen - Monitoringbericht 2017“ veröffentlicht.

Klimawandelfolgen in Thüringen - Monitoringbericht 2017

Das Klimafolgenmonitoring basiert auf einem Indikatorensystem und nutzt Daten aus bereits existierenden und laufenden Erhebungen behördlicher und nicht-behördlicher Einrichtungen. State-Indikatoren beschreiben die beobachtbaren Klimaveränderungen in Thüringen, Klimawandelfolgen werden in Form von Impact-Indikatoren dargestellt. Es ist geplant, das System nach Überarbeitung des Integrierten Maßnahmenprogramms zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels um weitere Indikatoren zu Anpassungsaktivitäten und -maßnahmen (Response-Indikatoren) zu ergänzen.

Das Referat Klimaagentur des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz hat 12 State-Indikatoren ausgearbeitet. Sie beschreiben die Entwicklung von Temperatur und Sonnenscheindauer, Niederschlag und Schneedecke sowie zum Gewittergeschehen. Die 40 Impact-Indikatoren der zwölf Handlungsfelder des Integrierten Maßnahmenprogramms sind in Kooperation mit Vertreterinnen und Vertretern der Thüringer Fachbehörden und Ministerien entstanden. Alle Indikatoren sind in diesem Bericht dargestellt und die Zusammenhänge mit dem Klimawandel beschrieben. Die zeitliche Entwicklung wurde mit Hilfe von Trendanalysen interpretiert. Die Indikatoren machen deutlich, dass die Auswirkungen des Klimawandels in Thüringen angekommen sind. Das Klimafolgenmonitoring soll nach § 13 Thüringer Klimagesetz (ThürKlimG) regelmäßig fortgeschrieben werden.

Satellitengestütztes Phänologiemonitoring in Thüringen (PhaenOPT)

Eine weitere direkt messbare Folge des Klimawandels ist die Verschiebung der Vegetationsperiode von Pflanzen in den Winter – sie blühen früher und länger im Jahr. Messbar sind sie mit zehn sog. phänologische Phasen. Mit dem Projekt Satellitengestütztes Phänologiemonitoring in Thüringen (PhaenOPT) soll ein erster, zuverlässiger webbasierter Monitoring-Dienst eingerichtet werden, der Aussagen zu zeitlichen Änderungen phänologischer Phasen treffen kann. Die Informationen sollen frei abrufbar sein.

Änderungen über die letzten Jahrzehnte sind anhand von kontinuierlichen Beobachtungsdaten freiwilliger Beobachter in Diensten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sehr gut belegbar. Um diese punktuellen Messungen in die Fläche zu übertragen, bedient sich „PhaenOPT“ der Fernerkundung. Auf Basis von Daten der europäischen Sentinel-Satelliten und anderer Sensoren können, über spektrale, klimatische und topographische Zusammenhänge, punktuelle Informationen in die Fläche übertragen werden.

Um die Datendichte der phänologischen Beobachtungen zu erhöhen, verfolgt das Projekt das Ziel, zusätzliche Messmethoden miteinzubeziehen. Über die App „MySeasons“ kann jede/r Interessierte/r Angaben zur Phänologie von ausgewählten Pflanzen in seiner Umgebung machen und somit zum Erfolg des Projekts beitragen.

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