Projekte der Thüringer Klimaagentur

zu Klimawandel, Klimafolgen und Klimaanpassung im Freistaat Thüringen

COKAP

Verwendung von Copernicus- und weiteren Satellitendaten für Klimabewertungen in Regional- und Stadtplanungen Thüringens

Klima und Luft sind wesentliche Umweltfaktoren. Die nachhaltige Sicherung dieser Schutzgüter ist von hoher Bedeutung für die Erhaltung der menschlichen Gesundheit, seiner Regenerationsfähigkeit, sowie für den Schutz der Ökosysteme und die lange Lebensdauer von Infrastruktur.

Das Raumordnungsgesetz enthält als Konkretisierung dieser Vorsorgeaufgabe u.a. den Grundsatz Freiräume in ihrer Funktion für das Klima zu sichern. Mit diesem Projekt soll eine landesweite Betrachtung und Bewertung der Klimafunktionen mit Hilfe von Satellitenbildern ermöglicht werden, welche als fachliche Grundlage für die Regional- und Stadtplanung in Thüringen dient.

Im Rahmen des Projekts COKAP werden satellitengestützte Messwerte der Oberflächentemperatur verwendet. Diese Daten stehen kostenfrei durch das Copernicus-Programm zur Verfügung.  Genutzt werden dabei die Daten der Sentinel 3 Satelliten, welche bis zu vier Datensätze flächenhafter Messwerte für Thüringen liefern.

Ziel des Projekts ist es die Regional- und Stadtplanung im Bezug Klima zu unterstützen und diesem einen höheren Stellenwert einzuräumen. Weiterhin soll neben den Klimafolgen-Indikatoren „Wärmebelastung in Städten“ und „Sommerlicher Wärmeinseleffekt“ ein Indikator entwickelt werden, welcher das Stadtklima mit Hilfe von Satellitendaten beschreibt.

PhaenOPT

Satellitengestütztes Phänologiemonitoring in Thüringen

Eine weitere direkt messbare Folge des Klimawandels ist die Verschiebung der Vegetationsperiode von Pflanzen in den Winter – sie blühen früher und länger im Jahr. Messbar sind sie mit zehn sog. phänologische Phasen. Die Verschiebung der phänologischen Phasen wird als „Klimafolgenindikator“ bezeichnet.

Potentielle Folgen für Mensch und Umwelt, durch Änderungen in der Phänologie, können sein:

  • Zunehmende gesundheitliche Beeinträchtigungen von Allergikern durch früheren und verstärkten Pollenflug
  • Zunahme von Ernteausfällen bei Kulturpflanzen in der Landwirtschaft (da die Gefahr von Spätfrösten und Trockenperioden steigt)
  • Verstärkung von Wassermangelerscheinungen, da die Vegetation länger im Jahr aktiv ist und weniger Niederschläge im Sommer zu erwarten sind – Wasser, das an anderer Stelle fehlen wird.

Um auf diese Folgen mit passenden Strategien zu reagieren, wird vom Freistaat Thüringen ein „Klimafolgenmonitoring“ eingerichtet. Es ist Bestandteil des Integrierten Maßnahmenprogramms zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Freistaat Thüringen – IMPAKT.

Mit „PhaenOPT“ soll ein erster, zuverlässiger webbasierter Monitoring-Dienst eingerichtet werden, der Aussagen zu zeitlichen Änderungen phänologischer Phasen treffen kann. Die Informationen sollen frei abrufbar sein.

Auf Basis von Daten der europäischen Sentinel-Satelliten und anderer Sensoren (z.B. MODIS auf den Satelliten Terra und Aqua) können, über spektrale, klimatische und topographische Zusammenhänge, punktuelle Informationen in die Fläche übertragen werden. Für die Projektdurchführung wurden ausschließlich frei verfügbare Satellitendaten genutzt.

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