Schnee und Kälte in Thüringen

Natürliche Schneesicherheit

Für die Durchführung von Wintersport wird eine Mindestschneehöhe zum Spuren von Loipen bzw. zur Präparation von Abfahrtspisten benötigt. Diese Grenzwerte variieren zwischen alpinem und nordischem Skisport und sind auch maßgeblich von der Beschaffenheit des Untergrundes anhängig. Auf ebenem oder sogar asphaltiertem Boden genügen teils schon 15 cm Schneedecke, während sehr unebener Untergrund 40 cm und mehr benötigt. Als klimatologischer Grenzwert wurden 20 cm als Mindestschneehöhe festgelegt.

Die Anzahl der Tage pro Winter mit einer Schneehöhe von mindestens 20 cm nimmt langfristig über einen Zeitraum von mindestens 40 Jahren signifikant ab. Auf einer Zeitskala von zehn bis zwanzig Jahren gibt es aber immer wieder Phasen sich verstärkender bzw. abschwächender Winter.

Im 30jährigen gleitenden Mittelwert (Klimazeitraum) gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen der Anzahl an Eistagen (Dauerfrosttage) und der Anzahl an Tagen mit einer Schneehöhe von mindestens 20 cm. Diese Korrelation ist zusätzlich durch die Niederschlagssumme von November bis April gestützt.

Entwicklung der Anzahl an Eistagen

Aussagen für die zukünftige Entwicklung der natürlichen Schneesicherheit liefern Klimaprojektionen. Die für Thüringen wahrscheinlichste Entwicklung der Eistage zeigt eine deutliche und statistisch signifikante Abnahme. In den Höhenlagen Thüringens über 800 m ü NN wird die Anzahl an Eistagen zum Jahrhundertende Werte erreichen, wie sie heute im Raum Stuttgart-Karlsruhe herrschen.

Die projizierte Entwicklung der Schneedeckentage mit mindestens 20 cm Schneehöhe für den 30-jährigen Zeitraum 2021-2050 ähnelt im Median in ihrer Ausprägung den Werten der letzten Dekade (2008-2017). Bezüglich der Bandbreite der Eistageentwicklung zeigen die Messwerte für Thüringen allerdings, dass bereits jetzt die untere Grenze erreicht ist. In Anlehnung daran ist daher mit einer geringeren Schneedeckenhäufigkeit als im Medianverlauf vorgegeben zu rechnen.

Beschneiungspotential

Die künstliche Beschneiung macht sich das Prinzip der Verdunstungskälte zu Nutze. Zum Verdunsten von Wasser wird Energie benötig, die der Umgebung entzogen wird. Die sich daraus ergebende niedrigere Temperatur wird als „Feuchttemperatur“ bezeichnet. Beschneiungsanlagen arbeiten ab einer Feuchttemperatur von -4 °C. Bei 100 % relativer Luftfeuchtigkeit kann aufgrund der Sättigung der Luft mit Wasser keine Verdunstung stattfinden. Demzufolge entspricht die Feuchttemperatur der Lufttemperatur. Ab -4 °C Lufttemperatur kann demzufolge immer beschneit werden. Ist die Luft sehr trocken, ist eine Beschneiung aber auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt möglich.

Ein Beschneiungstag ist im Folgenden als Tag, an dem mindestens vier Stunden lang beschneit werden kann, definiert. Die Anzahl der Beschneiungstage hat in der Vergangenheit stetig abgenommen. Die Abnahme ist dabei deutlich gleichmäßiger und kontinuierlicher im Vergleich zur variableren natürlichen Schneesicherheit. Durch zunehmende Wintertemperatur und häufigeren Niederschlag in Folge feuchter Wetterlagen ist aucht Zukunft ist mit einem weiteren Rückgang der Beschneiungsmöglichkeit zu rechnen.

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