Hitze und Trockenheit in Thüringen

Heiße Tage

Eine steigende Jahresmitteltemperatur bringt auch zunehmende Extremtemperaturen in Form von Hitze mit sich. Ein heißer Tag ist die meteorologisch-klimatologisch Bezeichnung für einen Tag, an dem die Höchsttemperatur in zwei Metern Höhe über dem Erdboden den Wert von 30°C erreicht oder überschreitet.

Entwicklung der Anzahl Heißer Tage 1989-2018 zu 1961-1990

Im Landesmittel hat sich die Anzahl der Heißen Tage zwischen dem Zeitraum 1961-1990 und dem Zeitraum 1989-2018 von 2,9 Heißen Tagen pro Jahr auf 6,9 Heißen Tagen pro Jahr mehr als verdoppelt. Die bisherige Entwicklung der Anzahl Heißer Tage für den Klimabereich Südostdeutsche Becken und Hügel ist in der verlinkten Abbildung auf der weißen Seite links dargestellt (1961-1990: 4,2 Heiße Tage pro Jahr und 1988-2017: 7,8 Heiße Tage pro Jahr)

 

Hitze 2018

Thüringenweit stellte das Jahr 2018 bei der Anzahl der Heißen Tage neue Rekorde auf. Das Mittel für den Freistaat Thüringen lag bei 18,8 Heißen Tagen. In den heißesten Regionen Thüringens - vom Thüringer Becken bis zum östlichen Kyffhäuserkreis und im Saaletal - gab es über 30 Heiße Tage mehr als in der Vergleichsperiode 1961-1990.

Der Effekt der "Innerstädtischen Wärmeinseln" heizt die großen dicht bebauten Stadtteile noch zusätzlich auf. Dieser Effekt kann mit Hilfe von Messstationen innerhalb der Städte gemessen werden. So ergaben die Messungen des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) z. B. für Jena, Gera und Erfurt 15 bis 20 Heiße Tage mehr als im Umland dieser Städte.

 

Sonderpublikation „Hitze und Dürre ‐ Thüringen im Extremjahr 2018“

Das Jahr 2018 wird auch den Thüringern lange als ein Jahr derWetterextreme in Erinnerung bleiben. Von Orkantief Frederike über sintflutartige Regenfälle, ernorme Hitze und extreme Dürre bis zu den Temperaturrekorden im November vermittelt die Sonderpublikation „Hitze und Dürre ‐ Thüringen im Extremjahr 2018 Zahlen, Daten, Fakten“ die klimatologische Einordnung des Witterungsverlaufes.

Das hatte weitreichende Folgen. Wald‐und Flächenbrände, Flächendeckende Austrocknung der Böden, Ernteausfälle und Hitzestress bei Weidetieren, Hohe Schäden durch Hitze und Dürre im Thüringer Gartenbau, Stresstest für die Trinkwassertalsperren, Niedrigwasser und trockenfallende Fließgewässer, Trockenschäden und die größte Borkenkäferkalamität in Thüringer Wäldern seit 1946 sind eine Auswahl an Folgen, die in dieser Sonderpublikation des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz anschaulich dargestellt werden.

Zukünftige Entwicklung der Anzahl heißer Tage

Die zukünftige Hitzebelastung bis 2100 ist in der verlinkten Grafik im grauen Bereich rechts dargestellt. Die Hitzebelastung wird in Zukunft weiter ansteigen. In der nahen Zukunft bis 2021-2050 ist von einer weiteren Zunahme um mehr als 33% zu 1989-2018 auszugehen. Bis zum Ende des Jahrhunderts kann es zu einer Verdreifachung bis Vervierfachung kommen.

Im Extremfall muss sogar mit mit einer Versiebenfachung der Anzahl heißer Tage gerechnet werden. Das bedeutet für die tiefliegenden, trockenen oder städtisch geprägten Regionen Thüringens durchschnittlich, dass an bis zu 80 Tagen im Jahr eine Durchschnittstemperatur von 30 °C erreicht oder überschritten wird.

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