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Klima-Zukunft in Thüringen

Beispielbild Klimabereich 4 - Blick zur Hohen Geba
Blick zur Hohen Geba - Beispielbild Klimabereich 4 (Foto K. Pfannschmidt)
Karte der sieben Klimabereiche Thüringens
KlimaZukunft - Modul Temperatur, Karte der sieben Klimabereiche Thüringens
Entwicklung der Anzahl Heißer Tage in Thüringen im Klimaschutzszenario (RCP 2.6) und im Szenario ohne globalen Klimaschutz (RCP 8.5)
Talsperre Burgkhammer
Beispielbild Klimabereich 6 - Talsperre Burgkhammer (Foto K. Pfannschmidt)
Ansicht der Kartendarstellung zur mittleren jährlichen Anzahl Heißer Tage in Thüringen
Mittlere jährliche Anzahl Heißer Tage 1991-2020
Jährliche Anzahl Heißer Tage in Flächenmittel für Thüringen im Zeitraum von 1961 bis 2020
Tabelle der beobachteten und zukünftigen Entwicklung der klimatologischen Größen
Mittlere jährliche Anzahl Heißer Tage 1961-1990

Wie wird das Klima in 50 Jahren sein?

Auf welche weiteren klimatischen Veränderungen und Risiken müssen sich die Thüringerinnen und Thüringer in naher und ferner Zukunft einstellen?

Die zwei internetbasierten, interaktiven Kartenmodule "KlimaZukunft" machen die aktuellen Erkenntnisse zum aktuell beobachteten und zukünftigen Klima in Thüringen zugänglich.

Durch Auswertung flächendeckender Temperatur-, Niederschlags- und Sonnenscheindauerdaten wurden sieben Klimabereiche für Thüringen abgeleitet. Dabei wurden die orographischen (das Höhenprofil betreffenden) Besonderheiten sowie die naturräumliche Ausstattung des Landes berücksichtigt. Jeder dieser Bereiche hat eine ihn charakterisierende klimatische Spezifik. Diese und weitere Informationen wie Flächengröße und anteilige Flächennutzung werden in beiden Modulen angezeigt.

Über die Karten sind für die sieben Klimabereiche und für Gesamtthüringen Änderungssignale der Klimaparameter für die beobachteten und zukünftigen Klimaperioden als Tabellen (Abb. 2) abrufbar.

Die beobachtete Entwicklung zeigt der Vergleich zwischen der Referenzperiode zur Bewertung des langfristigen Klimawandels 1961 bis 1990 bis zur aktuellen Klimaperiode 1991 bis 2020.

Die zukünftige Entwicklung in der Periode 2021 bis 2050 („Nahe Zukunft“) und in der Periode 2071 bis 2100 („Ferne Zukunft“) wird als minimales, mittleres und maximales Änderungssignal jeweils für das „Klimaschutz-Szenario“ RCP 2.6 und für das Szenario ohne globalen Klimaschutz RCP 8.5 dargestellt. Je nachdem wie die Emissionen von Treibhausgasen in aktuell und in Zukunft gedrosselt werden können, ergeben die beiden RCP-Szenarien für die Änderung der Klimaparameter mögliche Entwicklungskorridore (Abb. 3).

KlimaZukunft Thüringen – Modul Temperatur

Die Karte „KlimaZukunft Thüringen – Modul Temperatur“ vermittelt Informationen zur Jahresmitteltemperatur und zu temperaturbasierten Kenntagen. Dabei wird unterschieden nach „Sommerlicher Hitze“ und „Frost und Eis“. Dabei umfasst die „Sommerlicher Hitze“„Sommertage“ mit einer Tageshöchsttemperatur von mindestens 25 °C, „Heiße Tage“ mit einer Tageshöchsttemperatur von mindestens 30 °C und die 10 Prozent wärmsten Tage eines Jahres). „Frost und Eis“ beinhaltet Frosttage mit einer Tagestiefsttemperatur unter dem Gefrierpunkt und „Eistage“ mit einer Tageshöchsttemperatur unter dem Gefrierpunkt.

KlimaZukunft Thüringen - Modul Niederschlag

Die Karte „KlimaZukunft Thüringen – Modul Niederschlag“ umfasst das Informationsangebot zu jährlichen und jahreszeitlichen Niederschlagsmengen und den prozentualen Anteil der Niederschlagssumme aller Starkregentage (Tagesniederschlag mindestens 20 mm) eines Jahres an der Jahresniederschlagsmenge. Die jährlichen und jahreszeitlichen Trockentage (Tagesniederschlagssumme unter 0,3 mm) runden das Informationsspektum des Niederschlag-Moduls ab.

Kommunale Klima-Steckbriefe - Klimazukunft für Gemeinden
Deckblatt eines Kommunalen Klimasteckbriefs zur Niederschlagsentwicklung in Altenburg
Die kommunalen Klima-Steckbriefe für Gemeinden zeigen die Klimaentwicklung bis 2100 und geben erste Empfehlungen für Anpassungsmaßnahmen auf kommunaler Ebene

Zukünftige Entwicklung des Klimas in Thüringen

Klimamodelle ermöglichen die zukünftige Klimaentwicklung zu simulieren. Dabei wird eine Vielzahl an Modellkombinationen verwendet. Dadurch entsteht eine Schwankungsbreite, die Ober- und Untergrenze (hellgelber Bereich) für die Entwicklung vorgibt. Für die unten stehenden Abbildungen wurde das Szenario RCP 8.5 genutzt, welches eine Weiterführung der momentanen globalen wirtschaftliche Entwicklung abbildet. Die bereits beobachtete Entwicklung (bis 2017) wird im weißen Bereich links, die erwartete zukünftige Klimaentwicklung (bis 2100) im grauen Bereich rechts dargestellt. Die Querbalken zeigen die 30-jährigen Mittelwerte. Im beobachten Zeitraum sind das die Zeiträume 1961-1990 und 1988-2017. Im simulierten Zeitraum sind das die nahe Zukunft (2021-2050) und die ferne Zukunft (2071-2100). Die Linie in der Mitte der Schwankungsbreite ist der Median.

Mittlere Jahreslufttemperatur

Die Temperaturentwicklung ist in Abbildung 1 anhand der Jahresmittelwerte visualisiert. Die bisher beobachtete Zunahme der Jahresmitteltemperatur (weißer Bereich links) liegt zwischen 1961-1990 (7,6 °C) und 1988-2017 (8,6°C) bei 1 °C (1 Kelvin). Für die nahe Zukunft (2021-2050) wird von einer Temperaturzunahme von 0,9 bis 2,4 Kelvin (K) im Vergleich zu 1961-1990 ausgegangen. Dabei hat die aktuell beobachtete Temperaturerhöhung die Untergrenze schon überschritten. Im Median liegt die Temperaturerhöhung in der nahen Zukunft bei 1,7 K.

Für die ferne Zukunft (2071-210) wird von einer Temperaturzunahme von mindestens 3,2 K bis höchstens 5,4 K im Vergleich zu 1961-1990 ausgegangen. Dabei liegt die Untergrenze weit über dem 2°C-Ziel. schon überschritten. Im Median liegt die Temperaturerhöhung in der fernen Zukunft bei 4,2 K. Ein Jahr wie das bisherige Rekordjahr 2018 mit einer Durchschnittstemperatur von 9,9 °C wird demnach Mitte des 21. Jahrhunderts Normalität.

Temperaturkenntage

Heiße Tage

Für eine Einschätzung der Hitzebelastung wird gerne die Anzahl der Heißen Tage verwendet. Unter einem Heißen Tag versteht man einen Tag mit einer Tageshöchsttemperatur von mindestens 30 °C. In der nachfolgenden Abbildung 2 wird die jährliche Anzahl der heißen Tage für den Thüringer Klimabereich Südostdeutsche Becken und Hügel dargestellt. Dieser Klimabereich umfasst einen Großteil Thüringens und zeichnet sich im Durchschnitt durch hohe Temperaturen aus.

Die durchschnittliche Anzahl der Heißen Tage pro Jahr haben sich im Klimabereich Südostdeutsche becken und Hügel bisher von 4,2 Heißen Tagen im Zeitraum 1961-1990 auf 7,8 Heiße Tage im Zeitraum 1988-2017 nahezu verdoppelt. Das Jahre 2018, welches mit 18,8 Heißen Tagen im Thüringenmittel einen neuen Rekord aufstellte, ist in der vorliegen Grafik noch nicht enthalten.

Eistage

Für eine Einschätzung der Winterintensität wird die Anzahl der Eistage herangezogen. Unter einem Eistag versteht man einen Tag mit einer Tageshöchsttemperatur unter 0 °C. In der nachfolgenden Abbildung 3 wird die jährliche Anzahl der Eistage für den Thüringer Klimabereich Erzgebirge, Thüringer und Bayrischer Wald dargestellt. Dieser Klimabereich umfasst die Hochlagen Thüringens und zeichnet sich im Durchschnitt durch niederige Temperaturen und hohe Niederschlagssummen aus.

 

 

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