Witterungsdiagnose Thüringen

Jährliche Witterungsdiagnose

Basierend auf den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der sich in Deutschland auf die operationelle und langzeitliche Klimaüberwachung konzentriert, gibt das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz Jahresberichte zum Witterungsverlauf in Thüringen heraus. Derzeit liegen die jeweils nach Ablauf eines Kalenderjahres erstellten Witterungsdiagnosen für die Jahre 2001 bis 2019 und der Bericht für die Dekade von 2001 bis 2010 vor.

Der Witterungsverlauf eines Kalenderjahres wird anhand der drei ausgewählten Klimaparameter Lufttemperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer sowie deren Kenntagen beschrieben und mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 verglichen. Dieser Zeitraum wird gewählt, damit ein aktueller bezug zu den Einschätzungen ,,zu warm" oder ,,zu kalt" besteht. Bei Verwendung der Vergleichsperiode 1961 bis 1990, wären sehr viele Monate ,,zu warm" und der Bezug zur aktuellen Klimasituation ginge verloren. Die klimatologischen Mittelwerte erlauben zusätzlich die Darstellung des durchschnittlichen Jahresgangs der betrachteten meteorologischen Elemente. Eine Beschreibung des klimatologischen Jahresgangs der Periode 1981 bis 2010 ist hier hinterlegt.
Die Charakterisierung der Witterung beruht ausschließlich auf frei zugänglichen Wetterdaten. Stellvertretend für die vier Thüringer Klimabereiche wurden die Wetterstationen des DWD Artern, Leinefelde, Meiningen und Schmücke ausgewählt.

 

Stationsbeschreibung:

 

Parameter

 

Artern

 

Leinefelde

 

Meiningen

 

Schmücke

Höhe (m ü. NN)

164

316

450

937

Geografische Länge

11.29

10.30

10.38

10.77

Geografische Breite

51.38

51.39

50.56

50.66

Messung seit

01.01.1954

01.01.1957

01.07.1979

01.11.1947

Neben dem Witterungsverlauf wird auch das Auftreten der Wetterlagen über das Jahr hinweg betrachtet. Aufgrund potenziell möglicher Veränderungen globaler Zirkulationsmuster, die sich auf europäischer Ebene zum Beispiel im Auftreten bestimmter Großwetterlagen widerspiegeln, können sich langfristige Veränderungen im Witterungsverlauf ergeben. Zyklonal geprägte Wetterlagen deuten auf größere Niederschlagsmengen und geringere Sonnenscheindauer hin, während antizyklonal geprägte Wetterlagen oftmals mit geringem Niederschlag und erhöhter Sonnenscheindauer einhergehen. Im vom  Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V. (PIK) aktualisierten Katalog der Großwetterlagen Europas (nach Paul Hess und Helmuth Brezowsky) sind die einzelnen Wetterlagen ausführlich beschrieben.

Jahreszeitlicher Witterungsbericht Thüringen

Die jahreszeitlichen Witterungsberichte informieren über das Witterungsgeschehen im meteorologischen Frühling (März, April, Mai), Sommer (Juni, Juli, August), Herbst (September, Oktober, November) und Winter (Dezember, Januar, Februar).

Mit dem Witterungsbericht des Winters 2019/2020 endet, die seit dem Herbst 2013 gepflegte Reihe der jahreszeitlichen Witterungsberichte in dieser Form. Mit dem Klimabericht April 2020 und dem kombinierten Klimabericht Mai 2020 & Frühjahr 2020 wird das neue Format der Klimaberichte eingeführt. Diese berichten monatlich über die aktuelle Witterungsentwicklung des letzten Monats im klimatologischen Kontext. Vierteljährlich sind darin auch die Einschätzungen der Jahreszeiten enthalten.

Winter 2019/2020

„Zweitwärmster Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“

Der Winter 2019/20 geht als der zweitwärmste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 in die Statistik ein. Noch etwas milder war es nur im Winter 2006/07. Die Monate Dezember 2019 und Januar 2020 entsprachen in etwa der Temperatur in einem durchschnittlichen März des Zeitraums 1961 - 1990 (Flächenmittelwert Thüringen). Der Februar 2020 legte sogar noch eins drauf und übertraf das Niveau eines Durchschnittsmärz um zwei Grad. Damit war es gleichzeitig auch der zweitwärmste Februar seit 1881.

Die Monate Dezember und Januar zeigten sich deutlich zu trocken (ca. 22 % Niederschlagsdefizit) und sonnenscheinreich. Im Dezember zeigte sich die Sonne 60 % und im Januar knapp 50 % häufiger als im vieljährigen Durchschnittswert von 1961 - 1990. Der Februar hingegen war sonnenscheinarm (- 23 %) und extrem niederschlagsreich (ca. + 140 %). Das ergibt nach 1946 in Thüringen die zweithöchste Niederschlagsmenge in einem Februar. Im Flächenmittelwert für Thüringen fielen 2020 über 100 Liter pro Quadratmeter. Derart viel Niederschlag tritt statistisch nur alle 25 bis 35 Jahre auf. Zuletzt war das 2002 und 1970 der Fall.

Mehr erfahren Sie im Witterungsbericht des Winters 2019/20 in der Download-Spalte rechts.

Herbst 2019

„Überdurchschnittlich mild mit drei Sommertagen im Oktober.“

Der meteorologische Herbst (September/ Oktober/ November) 2019 war mit einer Mitteltemperatur von 9,6 Grad Celsius nur 0,1 Grad kühler als der Herbst 2018. Beide sind damit „Fünft- und Siebtwärmste Herbst“ im Ranking der wärmsten Herbstmonate seit 1881. Im Einzelnen war der September um 0,8 Grad, der Oktober um 2,1 Grad und der November um 1,3 Grad gegenüber der Vergleichsperiode für langfristigen Klimawandel von 1961 - 1990 zu warm. Die Temperaturabweichung des gesamten meteorologischen Herbstes liegt bei +1,4 Grad.

Gegenüber dem Vorjahr war bezüglich des gefallenen Gesamtniederschlags der diesjährige Herbst deutlich entspannter. Während im Vorjahr im Flächenmittel Thüringen mit 90 mm nur 58 % des zu erwartenden Niederschlags gefallen waren (der Fünfttrockenster Herbst seit 1881), lag die Niederschlagsmenge in 2019 im gleichen Zeitraum mit 163 mm um 5 % über dem Soll. Die Monate September und November gehen mit einem Niederschlagsdefizit von minus 10 % bzw. minus 11 % in die Statistik ein. Demgegenüber steht der mit 67 mm Niederschlag um 40 % zu nasse Oktober.

Mehr erfahren Sie im Witterungsbericht Herbst 2019. Download in der Spalte rechts.

Sommer 2019

„Hitzerekorde auch in Thüringen“

Der meteorologische Sommer 2019 war mit einer Mitteltemperatur von 19,0 Grad Celsius fast genauso heiß wie der Sommer 2018 mit 19,1 Grad Celsius. 2019 nimmt damit hinter dem Jahr 2003 und 2018 den Titel „Drittwärmster Sommer“ im Ranking der wärmsten Sommer seit 1881. Der Juni 2019 war mit einer Mitteltemperatur von 19,7 Grad Celsius der wärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dazu kam der viertwärmste August, der bis dato gemessen wurde. Am 25. Juli registrierten viele Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wie in Deutschland auch in Thüringen neue Temperaturrekorde.

Bereits 2018 gab es zudem mit nur 86,8 mm Niederschlag den trockensten (meteorologischen) Sommer. Das entspricht einem Niederschlagsdefizit von knapp 60% im Vergleich zur Klimanormalperiode von 1961-1990. Mit in Summe nur 138,0 mm registrierten wir 2019 den neunttrockensten Sommer seit 1881. Das entspricht einem Niederschlagsdefizit von ca. 35 %. Die seit dem letzten Sommer bestehende Trockenperiode setzt sich demnach weiterhin fort.

Mehr erfahren Sie im Witterungsbericht Sommer 2019. Download in der Spalte rechts.

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