Aktuelle Entwicklung des Niederschlags in Thüringen

Mittlerer Jahresniederschlag 1961-1990 und 1989-2018

Karte der Jahresniederschlagssumme 1961-1990
Abb. 1 Karte der Jahresniederschlagssumme (korrigiert) 1961-1990 in Thüringen
Karte der Jahresniederschlagssumme 1989-2018 in Thüringen
Abb. 2 Karte der Jahresniederschlagssumme (korrigiert) 1989-2018 in Thüringen

Niederschlag im Jahresmittel

Im Vergleich zu 1961-1990 hat sich die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge kaum verändert. Im Zeitraum 1981-2010 lag die Jahresniederschlagsmenge etwa 5% höher als 1961-1990. Mittlerweile (1989-2018) liegt die mittlere Niederschlagsmenge noch gute 2% höher als 1961-1990 (Abb. 4, gelbe Linie). Der Jahresniederschlag im Thüringenmittel seit 1881 betrug zwischen 450 und 950 mm im Jahr. Diese unterschiedliche Ausprägung einzelner Jahre wird auch an den Flächenmitteln der letzten 10 Jahre mit den sehr unterschiedlichen Jahresniederschlägen 2007 und 2018 deutlich. Das Jahr 2018 war mit einem Niederschlagsdefizit von 200 mm das trockenste Jahr seit 1991 und das siebentrockenste Jahr seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnung 1881. Auch 2019 hat ein Niederschlagsdefizit von mehr als 70 mm aufzuweisen. Dabei fielen die Defizite in Thüringen regional sehr unterschiedlich aus.

Monatliche Niederschlagsentwicklung im 30-jährigen Mittel

Die Betrachtung der Änderungen bis zum aktuellen 30-jährigen Zeitraum 1990-2019 zeigt deutliche Niederschlagsrückgänge in den Monaten April (-36 %), Juni (-20 %) und auch August (-6 %) . Der April wird damit in den letzten 30 Jahren zum niederschlagärmsten Monat des Jahres, und fällt noch hinter den Februar zurück, der vom trockensten zum zweittrockensten Monat wird. Der Juni fällt damit auf das Niveau des Monats Mai zurück, die sich nun gemeinsam mit dem August nahezu auf gleicher Ebene bewegen. Der Juli, der im Flächenmittel über 22 mm (+26%) zugelegt, ist aktuell mit Abstand der niederschlagsreichste Monat des Jahres. Auch September (+16%), Oktober und Januar (+10%) sowie der November (+9%) weisen eine positive Niederschlagsentwicklung auf. Der summierte Rückgang des mittleren Niederschlags von März, April und Mai (meteorologischer Frühling) plus dem des Juni zeigt ein Defizit von über 28 mm. Die akkumulierte Zunahme im Herbst liegt bei 21 mm. Die starke Niederschlagszunahme des Juli wird durch Juni und August nahezu ausgeglichen, so dass der Sommer in Summe nur 5 mm (3%) mehr Niederschlag vorweisen kann. Vor allem im Sommer können Niederschläge als kleinräumige Starkregenereignisse fallen. Diese erhöhen zwar die Niederschlagssumme, im Boden können Sie aber kaum gespeichert werden und führen örtlich zu Überschwemmungen, sogenannten Sturzfluten.

aktuelle monatliche Niederschlagsabweichungen

Die aktuellen monatlichen Messwerte ermöglichen die Einordnung der aktuellen Witterung in die klimatischen Rahmenbedingungen. Die Abweichungen des Gebietsmittels des Niederschlags in Thüringen (Abb. 5) im Vergleich zu den 30-jährigen Monatsmittelwerten des Referenzzeitraumes 1961-1990 verdeutlicht die Phasen von Niederschlagsüberangebot und Niederschlagsdefiziten. Von den letzten 48 hier abgebildeten Monaten waren 29 trockener als die 30-jährigen Mittelwerte in der Referenzperiode 1961-1990. Auch hier sind die Abweichungen nur als Gesamteinschätzung zum Niederschlag des jeweiligen Monats über den ganzen Freistaat Thüringen zu sehen. Es können große regionalen Unterschiede auftreten.

Jahreszeitliche Witterungsdiagnosen und jährliche Witterungsberichte

Die Klimaagentur veröffentlicht viermal im Jahr die Jahreszeitlichen Witterungsdiagnosen und einmal im Jahr den jährlichen Witterungsbericht für das vergangene Jahr. In diesen Berichten wird der jeweilige Witterungsverlauf anhand von Messdaten beschrieben. Besondere Ereignisse werden genauer betrachtet.

 

 

Das Thüringer Umweltministerium in den sozialen Netzwerken: