Sanierung ehemaliger Kalibergwerke

Mit der politischen Wende Anfang der 1990er Jahre fand auch ein Umbruch in der deutschen Kaliindustrie statt. Diese Neuordnung vollzog sich in Thüringen derart, dass in den Jahren 1990 bis 1993 8 der ehemals 9 Kalibergwerke stillgelegt wurden. Für die Kalibergwerke Bischofferode, Bleicherode, Sollstedt, Sondershausen (Südharz-Revier), Merkers/Springen (Werra-Revier) und Roßleben (Saale-Unstrut-Revier) mit ihren großen und z.T. miteinander verbundenen Grubenfeldern galt es diese zeitnah hinsichtlich ihrer dauerhaften Stabilität zu bewerten, um ggf. Nachnutzungen bzw. die endgültige Verwahrung (i.S. einer dauerhaften, nachsorgefreien Sicherung) vornehmen zu können. Im Ergebnis der gutachterlichen Überprüfung des Dimensionierungszustandes wurden umfangreiche Maßnahmen zur Wiederherstellung oder Gewährleistung der langzeitigen Systemstabilität erforderlich. Diese Überprüfungen wurden und werden fortlaufend aktualisiert: Sie bilden nach wie vor die Grundlage für die andauernden Sicherungs- und Verfüllmaßnahmen, wie z.B. das Stabilisieren von Hohlräumen durch Versatz, das Verfüllen und Abdichten der Tagesschächte als Verbindung zwischen Grubengebäude und Tagesoberfläche sowie der Bau von speziellen Dammbauwerken zur Parzellierung von Baufeldern bei Ausweisung einer hydrologischen Gefährdung bzw. bei planmäßiger Flutung.

Den Hauptteil der Verwahrung nimmt zweifellos auf Grund der großen flächenhaften Ausdehnung der Versatz von Hohlräumen ein. Das Einbringen von Versatzmaterial in die offenen Grubenbaue zu deren Stabilisierung erfolgt dabei auf unterschiedliche Art und Weise. Neben dem Eigenversatz (separate Gewinnung von Steinsalz in sog. Bergemühlen) werden auch seit Mitte der 1990er Jahre Abfälle zur Verwertung im Sturz-, Behälter- oder mit Salzlösung als Trägermedium im Pump- bzw. Spülversatz genutzt.

Die Entsorgung (Verwertung und/oder Beseitigung) von bergbaufremden und als gefährlich eingestuften Abfällen als Versatz verlangt den Nachweis der geotechnischen Standsicherheit und den Nachweis des vollständigen Einschlusses, also die Trennung des Abfallkörpers von der Biosphäre. Für 4 der Gruben wurde ein solcher Nachweis, auch als Langzeitsicherheitsnachweis bezeichnet, geführt.

 

Anlagen zur Verwertung von bergbaufremden Abfallstoffen im Versatz (UTV)

Im Aufsichtsbereich des TLUBN Abteilung 8 befinden sich 4 Versatzanlagen. Mittels dieser Anlagen können bergbaufremde Stoffe, wie z.B. Abfälle so bearbeitet werden, dass diese anschließend unter Tage in die, durch den Bergbau entstandenen Hohlräume befördert werden können. Entsprechend den örtlichen Gegebenheiten und Ansprüchen unterscheiden sich diese Versatzanlagen, so dass sowohl feste, also auch pastöse und flüssige Stoffe zum Einsatz kommen. Die Versatzstoffe werden mittels einer Rezeptur hergestellt und unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung durch den Unternehmer, als auch durch die zuständige Behörde. Die in den Hohlräumen unter Tage eingebauten Versatzstoffe tragen durch ihre chemisch-physikalischen Eigenschaften dazu bei, die Senkungserscheinungen an der Tagesoberfläche signifikant zu verringern.

Diese Anlagen befinden sich in der Regel an der Tagesoberfläche und fallen sowohl in den Geltungsbereich des Bergrechtes, als auch in den Geltungsbereich des Immissionsschutzes. Somit obliegt der Zuständigen Behörde für diese Anlagen die Aufgabe der Genehmigung sowie der Überwachung solcher Anlagen, basierend auf unterschiedlichen Rechtsgebieten.

 

Untertagedeponie (UTD) Bergwerk Sondershausen

Am 05.08.2005 hat die GSES GmbH den Planfeststellungsbescheid für das Betreiben einer Untertagedeponie im Bergwerk Sondershausen erhalten. Eine wesentliche Grundlage für die Planfeststellung der Untertagedeponie im Bergwerk Sondershausen war der Langzeitsicherheitnachweis. In diesem wurde der Nachweis der dauerhaften langzeitsicheren Abtrennung der zu deponierenden Abfälle von der Biosphäre durch das Vorhandensein ausreichend mächtiger Barrieren im Hangenden und Liegenden des Ablagerungshorizontes geführt. Die vier Deponiefelder der Untertagedeponie befinden sich in einer Teufe von 600 bis 650 Meter.

Die Untertagedeponie umfasst 4 Teilfelder:

  • Das Deponiefeld Westfeld V mit einer Ablagerungskapazität von 194.000 m3 ist bereits vollständig mit Abfällen verfüllt.
  • Im Deponieteilfeld Nordfeld V werden gegenwärtig die UTD-Abfälle in die für die Deponierung vorbereiteten ehemaligen Abbaukammern entsorgt. Die Gesamtkapazität des Nordfeldes V beträgt 1,1 Mio. m3.
  • Die Deponieteilfelder Ostfeld SO und Liegendstrecken Ostfeld mit einer geplanten Kapazität von 256.000 und 123.000 m3 werden gegenwärtig nicht für den Deponiebetrieb genutzt.

Die Deponierung der Abfälle erfolgt in Behältnissen (UTD- zugelassene Fässer, Big-Bags). Bevor die Abfälle nach unter Tage über den Schacht V des Bergwerkes Sondershausen eingehangen werden, erfolgt von jeder angelieferten Charge eine stichprobenartige Kontrolle hinsichtlich der Einhaltung der Vorgaben für die Deponierung (Einhaltung § 7 DepV), -Gasfreiheit, keine Flüssigkeiten. Im betriebseigene Labor der GSES GmbH am Schacht V können die Proben der angelieferten Abfälle analysiert und bezüglich der Konformität mit den deklarierten zur Beseitigung angedienten Abfällen verglichen werden.

Unter Tage werden die Abfälle in die vorbereiteten Ablagerungskammern getrennt nach deren Eigenschaften und Gefährlichkeitsmerkmalen verteilt. Die deponierten Abfälle werden in einem Abfallkataster erfasst, so dass deren Ablagerungsort jederzeit ermittelbar ist und die Rückholbarkeit gegeben ist.

Einbringen von Fässern in der Untertagedeponie Sondershausen
Einbringen von Fässern in der Untertagedeponie Sondershausen

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