Braunkohle

Das Altenburger Land ist eine der Wiegen des mitteldeutschen Braunkohlenabbaues. Abgebaut wurden 3 Braunkohlenflöze, das 7 – 15 m mächtige Thür. Hauptflöz (Flöz III) im Süden und Kernbereich (Meuselwitz), das Bornaer Hauptflöz (Flöz II) sowie das sächsisch-thüringische Unterflöz (Flöz I) im Norden.  Es sind flach nach Norden einfallende Flöze, mit subrosionsbedingten Flözanschwellungen (Zechstein im Liegenden) im Bereich von Kessellagen bis auf 20 – 30 m, bspw. Tagebau Haselbach. Die Schachtröhren der saigeren Förder-, Wasserhaltungs- und Wetterschächte der Braunkohlenbergwerke waren 20 - 70 m tief, der Braunkohlentagebau Zechau kohlte bis 60 m Tiefe aus. Von 1800 bis 1977 wurden im Altenburger Land 480 Mio. Tonnen Kohle gefördert. Im Tiefbau ca. 130 Mio. t, im Tagebau ca. 350 Mio. t.

1671 wurden Schächte für das erste Bergwerk zum Braunkohleabbau im heutigen Stadtgebiet Meuselwitz abgeteuft. 300 Jahre später endete 1977 mit der Einstellung des Tagebaues Haselbach der Braunkohlenabbau im Kreis Altenburg (damals im Bezirk Leipzig).  Mit dem Abfahren der Brikettfabrik „Phönix“ Mumsdorf, im Dreiländereck Sachsen/ Sachsen-Anhalt/ Thüringen endete im Juni 2000 die Ära der Braunkohleveredelung in Thüringen. Die Herstellung von Braunkohlenbriketts begann im Altenburger Land 1873 mit der ersten Brikettpresse auf der Braunkohlengrube Nr. 16 im Rositzer Ortsteil Gorma. Das Brikett löste die bis dahin für den Hausbrand verwendeten Nasspresssteine oder Streichziegel ab, die in aufwendiger Kleinarbeit durch Tagelöhner, Frauen und Kinder hergestellt wurden. 1989 erzeugten in Mitteldeutschland 27 Brikettfabriken 23 Mill. Tonnen Briketts pro Jahr. Beteiligt waren 5 Brikettfabriken an Braunkohlestandorten in der Altenburger Nordregion, die versorgt wurden über ein großes Grubenbahnnetz. Die 1990 neu gegebenen Brennstoffalternativen führten zur raschen Schließung der größtenteils hoffnungslos verschlissenen Fabriken.

Zur Durchführung der anstehenden Sanierungsarbeiten wurde aus dem nicht privatisierten Teil der ostdeutschen Braunkohleindustrie 1994 die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) gebildet.

Die bund-länderfinanzierte LMBV mbH ist als Rechtsnachfolger des nach 1945/1949 tätigen Braunkohlenbergbaues der DDR das sanierungspflichtige Unternehmen in Thüringen unter der Bergaufsicht des TLUBN. Verschwunden sind inzwischen durch die Sanierungstätigkeit  die ehemaligen Landmarken der imposanten Werksanlagen, die sogenannten „Brikettschlösser“ und der größte Teil des Grubenbahnnetzes. Die Aufgaben der LMBV als bergrechtlich verantwortliches Unternehmen und Projektträgerin der Braunkohlesanierung bestehen laut dem Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung in Thüringen in der:

  • Durchführung der Sanierungsarbeiten gemäß bergrechtlicher Verpflichtung

sowie

  • Planung und Durchführung von Maßnahmen der Gefahrenabwehr infolge des Grundwasserwiederanstiegs.

Hauptziel ist die schnelle und wirtschaftliche Sicherung und Sanierung stillgelegter Braunkohlenbergwerke, -tagebaue und -veredlungsbetriebe zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit an der Tagesoberfläche und als Voraussetzung zur Nachnutzung dieser ehemaligen Standorte für die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe, für Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz sowie die touristische Nutzung.

Die Wiedernutzbarmachung der ehemaligen Betriebsflächen erfolgt gemäß den im Bundesberggesetz (BBergG) festgelegten Verpflichtungen. Die LMBV zeichnet als Bergbauunternehmen und Projektträgerin insbesondere verantwortlich für die Erreichung der in den Regionalplanungen der Länder definierten Sanierungsziele, Herstellung öffentlicher Sicherheit und Vorbereitung geplanter Nachnutzungen. Die LMBV leistet einen erheblichen Beitrag bei der Bewältigung bergbaulicher Altlasten zur künftigen Entwicklung des Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlereviers.

Anschriften der Standorte:

LMBV Zentrale/Betrieb Lausitz

Knappenstraße 1 in 01968 Senftenberg

 

LMBV Betrieb Mitteldeutschland

Walter-Köhn-Straße 2 in 04356 Leipzig

Längerfristige Aufgaben der LMBV mbH in Thüringen unter der Aufsicht des TLUBN sind noch die Herstellung der öffentlichen Sicherheit im Einwirkungsbereich von 8 Braunkohlenbergwerken, noch notwendige Sanierungsarbeiten im Bereich von 3 Braunkohlentagebauen unter der Berücksichtigung geplanter Nachnutzungen sowie die Sanierungsaufgaben und das Monitoring in den vom Grundwasserwiederanstieg betroffenen Bereichen in der Altenburger Nordregion zwischen Haselbach, Rositz und Meuselwitz.

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