Steckbriefe tiefliegender Rohstoffe

2012 beauftragte das damalige Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt (heute: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz) den Geologischen Landesdienst mit der Erarbeitung von Steckbriefen für die in Thüringen relevanten tiefliegenden Rohstoffe:

  • Wand- und Dachschiefer
  • Kalisalze und Steinsalz
  • Fluss- und Schwerspat
  • Erze

Da in Folge des weltweit verstärkten Rohstoffbedarfs auch Vorkommen in Thüringen zunehmend in den Fokus bergbaulicher Tätigkeiten rücken können, erfolgt die Inventarisierung aller Lagerstätten der genannten Rohstoffe hinsichtlich Geographie, Geologie, Rohstoffgeologie, Bergbaugeschichte sowie die Einschätzung des Lagerstättenpotenzials und Möglichkeiten zukünftiger wirtschaftlicher Nutzung.

Für die Rohstoffgruppen Wand- und Dachschiefer (2014, 2016) und Kali- und Steinsalze (2015) liegen die Steckbriefe bereits vor. Die Steckbriefe der Industrieminerale Fluss- und Schwerspat werden in 2020 fertig gestellt.

Die Steckbriefe können im Standort Weimar 2 des TLUBN nach vorheriger Absprache eingesehen werden. Bei Interesse wenden Sie sich an das Postfach des Fachgebietes Rohstoffgeologie.

Steckbriefe Schiefer

Die Steckbriefe der Wand- und Dachschiefer untergliedern sich in zwei Teile, die sich hauptsächlich an der geologischen Zeitstellung der Schiefer orientieren.

Der erste, 2014 fertig gestellte Teil, wurde von einem Autorenteam (J. Hofmann, R. Schubert, M. Baum) erarbeitet und behandelt Schiefer des Unterkarbon im klassischen Schieferbergbaugebiet des Thüringischen Schiefergebirges zwischen Unterloquitz und Wurzbach mit den Revieren Oberland und Unterland.

Teil 2 aus dem Jahr 2016, erstellt von einem der Autoren des ersten Teils (M. Baum), behandelt Schiefer des Kambroordovizium bis Devon (lokal Unterkarbon) im Schwarzburger und Bergaer Antiklinorium.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Thüringen noch über sehr große Reserven an unterkarbonen Schiefern höchster Qualität (Eignung als Dach- und Wandschiefer) verfügt. Mindestens 50 % der bekannten bergmännisch gewinnbaren Vorräte sind unverritzt und die geologischen Voraussetzungen für die Gewinnung sind gegeben. Die komborordovizischen bis devonischen Schiefer besitzen als Wand- und Dachschiefer nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Karte des Schieferbergbaurevieres Oberland
Betrachtete Gebiete im Revier Oberland des Steckbriefes von 2014 (Klick zum Vergrößern)
Karte des Schieferbergbaureviers Unterland
Betrachtete Gebiete im Revier Unterland des Steckbriefes von 2014 (Klick zum Vergrößern)
Geologische Karte mit betrachteten Gebieten des Steckbriefes von 2016
Betrachtete Gebiete des Steckbriefes Schiefer von 2016 (Klick zum Vergrößern)

Steckbriefe Salze

Die Steckbriefe Salze wurden 2015 durch die Firma Ercosplan Ing.ges. für Geotechnik und Bergbau GmbH fertig gestellt. Zielgebiet war das Südharz-Unstrut-Kalirevier im nördlichen Teil Thüringens. Der Fokus der Steckbriefe für die insgesamt 26 bearbeiteten Felder liegt primär auf den Kalisalzen. Steinsalz wurde zudem mitbetrachtet.

Zusammenfassend sei herausgestellt, dass der Erkundungsgrad der bewerteten Objekte sehr unterschiedlich ist. Abgeschätzte und berechnete Vorräte an Kalisalzen und Steinsalz sind im Südharz-Unstrut-Revier reichlich vorhanden, allerdings sind Teile dieser Vorräte bereits durchbaut beziehungsweise durch Verwahrungsarbeiten blockiert.

Übersichtskarte des Bearbeitungsraumes der Steckbriefe Salze
Übersichtskarte des Bearbeitungsraumes der Steckbriefe Salze mit bearbeiteten Objekten (Klick zum Vergrößern)

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