Geotopschutz und Geoparke

Nach der Veröffentlichung im Thüringer Staatsanzeiger Nr. 24/1994 wurde die damalige Thüringer Landesanstalt für Geologie im Rahmen der Trägerschaft öffentlicher Belange mit dem "Denkmalschutz für geologische Naturdenkmale" betraut. Diese Beauftragung schloss die Beratung der Naturschutzbehörden sowie die Aufnahme und Bewertung der Schutzwürdigkeit von Geotopen ein. Im Zuge der möglichst vollständigen Erfassung der geschützten geologischen Naturdenkmale wurde 1994 begonnen, die im Geologischen Landesdienst des Freistaates vorhandenen Unterlagen mit denen der Unteren Naturschutzbehörden der Landratsämter bzw. Stadtverwaltungen der kreisfreien Städte abzugleichen und zu ergänzen. Diese Erhebungen bilden die Grundlage des Geotopkatasters des heutigen TLUBN. Mehr dazu auch im Kartendienst im Untermenü Geologie und dort zur Auwahl Geotope.

Der Schutz geologischer Naturdenkmale ist eng mit dem Bestreben der Menschen verbunden, die Entstehungsgeschichte der Gesteine und die Entwicklung des Lebens auf der Erde zu verstehen und sich auch an der Schönheit und Eigenart der Bildungen der unbelebten Natur zu erfreuen.

Lange Zeit bestand in Deutschland kein eindeutiger und einheitlicher Begriff für die besonderen Bildungen der unbelebten Natur. Im Auftrag der Direktorenkonferenz der Geologischen Dienste der Länder der Bundesrepublik Deutschland wurde eine "Arbeitsanleitung Geotopschutz in Deutschland - Leitfaden der Geologischen Dienste der Bundesrepublik Deutschland" erarbeitet, welche 1996 vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn-Bad Godesberg herausgegeben wurde. Die Arbeitsanleitung wurde 2018 überarbeitet und in 2. Auflage von den Staatlichen Geologischen Diensten Deutschlands herausgegeben.

Natürlich beteiligen sich auch Thüringen jährlich eine Vielzahl von Akteuren am bundesweiten Tag des Geotops. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Paditzer Schanzen, Altenburger Land

Paditzer Schanzen, Altenburger Land

Zoitzberg, Gera

Zoitzberg, Gera

Scheibengrube, Weimarer Land

Scheibengrube, Weimarer Land

Sandsteinbruch Kirchtal, Lkr. Greiz

Sandsteinbruch Kirchtal, Lkr. Greiz

Feldstein, Lkr. Hildburghausen

Feldstein, Lkr. Hildburghausen

Rabenschüssel, Jena

Rabenschüssel, Jena

Staatsbruch Lehesten, Lkr. Saalfeld-Rudolstadt

Staatsbruch Lehesten, Lkr. Saalfeld-Rudolstadt

In Geoparken werden geologische und geomorphologische Prozesse und ihre Bedeutung als Grundlage natürlicher Ressourcen, aber auch für die Landnutzung, die Oberflächengestaltung sowie die Wirtschafts- und Kulturgeschichte erlebbar. Dieser Ansatz erfordert gesamtgesellschaftliches Handeln und setzt die Zusammenarbeit unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen voraus. Dabei stehen die wirtschaftliche Entwicklung, die Tourismusförderung und Freizeitgestaltung im Geltungsbereich eines Geoparks im Vordergrund.

Geoparks stellen damit im Unterschied zu den Naturparks keine rechtsverbindliche Schutzkategorie dar. Sie sollen unter dem Aspekt des Erhaltens und der Pflege der sich in ihnen befindenden Geotope sowie ihrer anschaulichen Nutzung in der Umweltbildung vor allem der geotouristischen Erschließung und Vermarktung dienen. Der Geologische Landesdienst unterstützt die Entwicklungen in den Geoparks auch durch die Mitarbeit bei der Umsetzung eines Förderprogrammes für Thüringer Geoparks durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz.

Folgende Geoparke bereichern Thüringen mit ihren geotouristischen Angeboten:

  • UNESCO Geopark Harz - Braunschweiger Land - Ostfalen mit dem nördlichen Teil des Landkreises Nordhausen
  • Nationaler Geopark Kyffhäuser im Kyffhäuserkreis mit Teilgebieten der Landkreise Sömmerda und Nordhausen
  • Nationaler Geopark Inselsberg - Drei Gleichen
  • Geopark Schieferland (grenzüberschreitend in Bayern und Thüringen)

 

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